BANGKOK: Der jüngste Bericht des National Economic and Social Development Council (NESDC) zeichnet ein alarmierendes Bild über die Armutsentwicklung in Thailand. Demnach ist die Zahl der Armen im Jahr 2024 auf 3,43 Millionen Menschen angestiegen, was 4,89 Prozent der Bevölkerung entspricht. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 3,41 Prozent.
Zugleich wurde die Armutsgrenze von 3.043 auf 3.078 Baht pro Person und Monat angehoben.
Chronische Armut belastet viele Regionen
Besonders betroffen sind zehn Provinzen, in denen die Armutsquote deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt. An der Spitze stehen Mae Hong Son mit 25,69 Prozent, Yala mit 25,41 Prozent sowie Pattani mit 25,39 Prozent. Es folgen Narathiwat (21,07 Prozent), Ubon Ratchathani (20,34 Prozent), Sakaeo (16,00 Prozent), Phatthalung (15,74 Prozent), Sisaket (14,08 Prozent), Chiang Rai (13,69 Prozent) und Tak (13,37 Prozent). Auffällig ist, dass fünf dieser Provinzen – darunter Mae Hong Son und Pattani – seit mindestens 15 Jahren regelmäßig zu den ärmsten Regionen des Landes zählen. Der Bericht spricht hier von einem „anhaltenden Armutsfallen-Phänomen“.
Strukturelle Ungleichheit vertieft Armut
Die regionalen Unterschiede verdeutlichen tief verwurzelte strukturelle Probleme. Während in Bangkok und in der Zentralebene moderne Dienstleistungen und Industrieproduktion dominieren, bleibt die wirtschaftliche Entwicklung in Nord-, Nordost- und Südthailand stark von der Landwirtschaft abhängig. Besonders im Nordosten arbeiten mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in diesem Sektor, was sie anfällig für Naturkatastrophen und Preisschwankungen macht. Diese Abhängigkeit wirkt sich auch auf nachgelagerte Branchen und Dienstleistungen aus.
Alterung der Gesellschaft verschärft Probleme
Darüber hinaus verweist der Bericht auf demografische Herausforderungen. In den nördlichen Provinzen ist mit 31,9 Prozent der Anteil der über 60-Jährigen am höchsten, im Nordosten liegt er bei 28,4 Prozent – beide Werte deutlich über dem Landesdurchschnitt von 24,97 Prozent. Dies wirft Fragen nach Arbeitskräfteverfügbarkeit und Pflege älterer Menschen auf.
Junge Generation birgt Chancen für Zukunft
Bangkok hingegen verfügt über die größte Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und bleibt damit ein zentraler Anziehungspunkt für Binnenmigration. Gleichzeitig verzeichnen der Süden und der Nordosten den höchsten Kinderanteil, was Chancen für die künftige Humankapitalentwicklung eröffnet – vorausgesetzt, es wird ausreichend in Bildung und Qualifizierung investiert.
Entscheidend ist, wieviel Geld brauche ich in dem Land, um zu überleben.