BANGKOK: Der thailändische Gaststättenverband begrüßt die von der Regierung eingeleitete Überprüfung des Verbots des Alkoholverkaufs am Nachmittag. Die Lockerung dieser Regelung könnte insbesondere Restaurants und Lebensmittelgeschäften zugutekommen.
Premierministerin Paetongtarn Shinawatra ordnete Anfang dieser Woche eine Untersuchung des Verkaufsverbots für alkoholische Getränke von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie des Verkaufsverbots an buddhistischen Feiertagen an. Ziel sei es, die Auswirkungen dieser Regelungen auf den Tourismus zu evaluieren.
Thaniwan Kulmongkol, Präsidentin des thailändischen Restaurantverbands, sprach sich für eine Lockerung der derzeitigen Bestimmungen aus. Sie betonte, dass Thailands Wirtschaft stark vom Tourismus abhänge und eine enge Zusammenarbeit aller Sektoren erforderlich sei, um ein Gleichgewicht zwischen dem Alkoholverkauf und möglichen negativen Auswirkungen zu finden.
„Eine Lockerung der Alkoholvorschriften wird von Restaurants, insbesondere in Touristengebieten, seit langem unterstützt“, erklärte Thaniwan. Sie hob hervor, dass die Aufhebung der Verkaufsbeschränkungen in bestimmten Zeiträumen und an buddhistischen Feiertagen sowohl der Gastronomie als auch Lebensmittelgeschäften und Kaufhäusern zugutekommen würde.
Herausforderungen entstünden für Gastronomen vor allem dann, wenn Unterhaltungsbetriebe an buddhistischen Feiertagen aufgrund von Verkaufsverboten schließen müssten. Zudem zweifelt Thaniwan daran, dass das Verbot den Alkoholkonsum wirksam eindämmt. Oftmals brächten Gäste ihre eigenen alkoholischen Getränke mit, was die Regulierung durch die Restaurants erschwere. Außerdem würden Kunden häufig noch vor Inkrafttreten der Beschränkungen Alkohol bestellen und diesen nach 14.00 Uhr weiter konsumieren.
Sie wies darauf hin, dass das derzeitige Verbot insbesondere Tagesrestaurants, Lebensmittelketten und Geschäfte in Einkaufszentren betreffe. Zudem gebe es in Thailand bereits Regelungen wie das Alkoholkontrollgesetz von 2008, das den Verkauf an Tankstellen untersagt, sowie strikte Gesetze gegen Alkohol am Steuer.
Auch Kawee Sakawee, Vorsitzender des thailändischen Verbandes der Alkohol- und Getränkebranche, sieht in dem aktuellen Verkaufsverbot eine Einschränkung für Touristen. Viele seien mit den Vorschriften nicht vertraut, was ihr Erlebnis beeinträchtigen könnte. Eine Aufhebung der Verbote könnte der Branche zugutekommen und gleichzeitig den Tourismus fördern.
„Touristen, die Brauereien oder Weingüter besuchen, können beispielsweise keine alkoholischen Souvenirs erwerben, wenn sie während des Verkaufsverbots ankommen“, erklärte Kawee.
Hinsichtlich des Verkaufs an Personen unter 20 Jahren betonte er, dass dies eine ethische Verpflichtung bleibe und Restaurants sich strikt an dieses Gesetz halten müssten. „Wenn Einzelhändler den Verkauf von Alkohol verantwortungsvoll handhaben, kann auch unabhängig von zeitlichen Beschränkungen verhindert werden, dass Minderjährige Zugang zu Alkohol erhalten“, so Kawee abschließend.
Wenn sich die thailändische Politik mehr beim sicheren Straßenverkehr als beim Alkoholverkaufsverbot zu bestimmten Zeiten engagieren würde, wäre den Menschen mehr gedient!