Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Dienstag

Foto: epa/David Arquimbau Sintes
Foto: epa/David Arquimbau Sintes

Boeing liefert im dritten Quartal 85 Verkehrsflugzeuge aus

CHICAGO: Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im dritten Quartal 85 Passagier- und Frachtjets an seine Kunden übergeben. Im bisherigen Jahresverlauf summieren sich die Auslieferungen damit auf 241 Maschinen, wie das Unternehmen am Dienstag in Chicago mitteilte. Damit liegt der US-Konzern deutlich hinter seinem europäischen Rivalen Airbus. Dieser kam in den ersten neun Monaten des Jahres auf 424 ausgelieferte Maschinen und lieferte allein im September 40 Stück aus.

Hauptgrund für Boeings Rückstand sind neben der Corona-Krise vor allem die lange geltenden Flugverbote für den Mittelstreckenjet 737 Max. Der Hersteller darf Maschinen des Typs erst seit November 2020 wieder ausliefern und fährt die Produktion nur langsam wieder hoch. Außerdem kann Boeing viele Langstreckenjets vom Typ 787 «Dreamliner» wegen technischer Mängel vorerst nicht ausliefern und hat die Produktion weiter gedrosselt. Allerdings holte der US-Konzern im laufenden Jahr nach Abzug von Stornierungen bisher Bestellungen über 302 Flugzeuge herein. Airbus kam netto nur auf 133 neu bestellte Maschinen.


American Airlines erwartet Gewinn im Sommerquartal

FORT WORTH: Die US-Fluggesellschaft American Airlines hat auch dank einer Erholung der Ticketnachfrage im dritten Quartal voraussichtlich schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem Strich dürfte ein Gewinn von 135 bis 190 Millionen US-Dollar (117 bis 164 Mio Euro) zusammenkommen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Fort Worth (Texas) mit. Dies verdankt die Airline aber auch den staatlichen Finanzhilfen zur Sicherung der Arbeitsplätze. Rechnet man diese Unterstützung heraus, wäre für das Sommerquartal ein Verlust von 620 bis 675 Millionen Dollar zu erwarten. Die American-Airlines-Aktie reagierte im vorbörslichen US-Handel mit einem Kursplus auf die Neuigkeiten.

Der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hatte American Airlines wie die gesamte Luftfahrtbranche im vergangenen Jahr in eine Existenzkrise gestürzt. Die US-Regierung griff den Unternehmen mit Geld unter die Arme, das diese nur für die Gehälter ihrer Mitarbeiter verwenden dürfen. Bei American Airlines summierten sich die Hilfen im dritten Quartal auf gut eine Milliarde Dollar vor Steuern.

Unterdessen berichtete das Unternehmen von einer starken Erholung der Nachfrage. Entsprechend habe American Airlines das Flugangebot so schnell hochgefahren wie nie zuvor. So lag die angebotene Kapazität im dritten Quartal noch 19,4 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019, der Umsatz sogar ein Viertel niedriger.


Billigflieger Easyjet erweitert Sitzplatzangebot

LUTON: Der britische Billigflieger Easyjet stockt aufgrund einer anziehenden Nachfrage das Sitzplatzangebot auf. Im ersten Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember soll die Kapazität bis zu 70 Prozent des Niveaus aus dem Jahr 2019 - also vor der Pandemie - betragen, teilte der Ryanair-Konkurrent am Dienstag mit. Die Ankündigung der britischen Regierung, Beschränkungen zu lockern oder abzuschaffen, treibe die Buchungen an. Die Nachfrage nach Wintersonnenzielen sei besonders stark. Easyjet erwartet, dass die Kapazität im Verlauf des Geschäftsjahres weiter steigen wird.

Im Geschäftsjahr 2020/21 (bis Ende September) rutschte das Unternehmen infolge der Pandemie noch tiefer in die roten Zahlen. Easyjet rechnet mit einem Vorsteuerverlust von 1,135 Milliarden bis 1,175 Milliarden Pfund (1,34 bis 1,38 Milliarden Euro). Im Vorjahr hatte die Gesellschaft ein Minus von 835 Millionen Pfund ausgewiesen.


USA: Mindestens zwei Tote nach Flugzeugabsturz auf Wohnhäuser

SAN DIEGO: Beim Absturz eines kleinen Flugzeugs auf zwei Wohnhäuser in einer Kleinstadt bei San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen seien am Montag in ein Krankenhaus eingeliefert worden, ihr Zustand sei unbekannt, schrieb die Stadtverwaltung von Santee auf Facebook. Auch ein Lieferwagen und ein Hydrant seien getroffen worden. Noch sei unbekannt, wie viele Menschen sich an Bord der zweimotorigen Cessna befunden hätten. In der unmittelbaren Nachbarschaft sei der Strom ausgeschaltet worden.

Laut Sender NBC 7 war unter den Opfern ein Mitarbeiter des Paketzustelldienstes UPS. Das Flugzeug sei auf dem Weg von Yuma in Arizona nach San Diego gewesen. Die Maschine habe Probleme gehabt, der Pilot habe versucht, auf einem Feld nahe einer Highschool zu landen. Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr von Santee, Justin Matsushita, sagte, er nicht sicher sei, ob es weitere Todesopfer gebe. Die Szenerie sei brutal. Mindestens zwei Häuser seien zerstört worden, die Einsatzkräfte hätten versucht, weitere Gebäude zu schützen. Zwei oder drei weitere Häuser seien aber beschädigt worden.

Auf Fotos war ein großer Brand mit starker Rauchentwicklung zu sehen. Ein aus der Luft aufgenommenes Video von Einsatzkräften zeigte ein Trümmerfeld aus zwei zerstörten Häuser, Löschschaum und dem zerbrochenen Flugzeugwrack. Dutzende Menschen standen um den Unfallort herum. Eine Anwohnerin erzählte NBC 7, sie habe den Absturz gehört: «Es fühlte sich an, als ob jemand in meine Garage gestürzt wäre», sagte Lili Patch.

Der Absturz in der Nähe war dem Sender zufolge nicht der erste in Santee. So wurden vor drei Jahren zwei Menschen und ein Hund getötet, als in der Stadt ein Flugzeug abstürzte.

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