Mit Howie und Jody in Action

​40 Jahre «Ein Colt für alle Fälle»  

Heather Thomas als Jody Banks und Lee Majors als Colt Seavers in einer Szene der Serie
Heather Thomas als Jody Banks und Lee Majors als Colt Seavers in einer Szene der Serie "40 Jahre "Ein Colt für alle Fälle" (undatierte Filmszene). Foto: Twentieth Century Fox Film

LOS ANGELES: Dieser Hollywood-Stuntman übernimmt gern Kopfgeldjäger-Jobs: Colt Seavers aus Los Angeles, gespielt von Lee Majors. Vor vier Jahrzehnten startete die legendäre Serie «Ein Colt für alle Fälle».

Bei Kindern und Jugendlichen der 80er Jahre hinterließ diese Fernsehserie mit Action- und Gewalt-Einlagen bleibenden Eindruck. Allein der Vorspann mit Stunt-Szenen und Jody, die im Bikini durch die Saloon-Tür tritt, ließ die Herzen vor allem vieler Jungs höher schlagen. Vor 40 Jahren (4.11.) begann in den USA die Ausstrahlung von «Ein Colt für alle Fälle».

In Deutschland strahlte das ZDF die Serie ab 1983 im Vorabendprogramm aus. Wie bei vielen damals eingekauften US-Produktionen bekam das deutsche Publikum aber nicht alle Episoden zu sehen. Nie zuvor gezeigte Folgen liefen diesen Sommer erstmals bei Sky auf Deutsch.

Im Original trug die von Glen A. Larson entwickelte Serie mit Lee Majors den Titel «The Fall Guy». Die Hauptfigur ist ein Stuntman, trägt gern gestreifte Polos oder karierte Hemden und schlägt sich zwischen Filmprojekten mit Jobs als Kopfgeldjäger durchs Leben. Wenn der Auftrag per Anruf reinkommt (natürlich am Festnetztelefon), sitzt Colt oft grad mal in der Badewanne und hat keine Lust.

Die Serie mit Majors («Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann») kam bis 1986 auf gut 90 Folgen. Fans mögen die rasante Erzählweise, die Klischee-Bösewichte, den Humor der Sorte «Trockener Kerl» und natürlich, wie Colts Pick-up oft diverse Hindernisse überspringt.

Der Autohersteller General Motors konnte dank Colt Seavers seinen 1980er GMC Sierra werbeträchtig in Szene setzen, musste aber immer neue Fahrzeuge als Ersatz stellen, weil so viele zu Bruch gingen.

Der Titelsong «Unknown Stuntman», von Lee Majors selbst gesungen und 1985 immerhin Platz 11 in den deutschen Charts, ist bis heute bei 40- bis 50-Jährigen ein Party-Klassiker. Textzeilen wie «cause I'm the unknown stuntman that makes Eastwood looks so fine» oder «that made Redford such a star» werden dann gern selbstverliebt mitgesungen (Ich bin der unbekannte Stuntman, der Clint Eastwood so gut aussehen lässt/...der Robert Redford zu solch einem Star gemacht hat).

Vor bald 25 Jahren, im Jahr 1987, erreichte Majors (heute 82 Jahre alt) in einer Umfrage des Gewis-Instituts im Auftrag der «Bild» Platz drei bei den beliebtesten Stars ausländischer Fernsehserien - hinter Karl Malden («Die Straßen von San Francisco») und «Kojak» Telly Savalas - gleichauf mit «Miami Vice»-Star Don Johnson und weit vor den Stars der Edel-Soaps «Dallas» und «Der Denver-Clan».

Im Inland lag damals Günter Pfitzmann («Praxis Bülowbogen») vor Thekla Carola Wied und Peter Weck («Ich heirate eine Familie»).

Worum genau ging es in «Ein Colt für alle Fälle»? Die Ausgangslage der Serie war recht konstruiert: Der Stuntman Colt Seavers arbeitet nebenbei als Kopfgeldjäger. Er spürt Verbrecher auf, die bis zur Gerichtsverhandlung gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurden und dann geflohen sind. Sein junger Cousin Howie Munson (Douglas Barr), ein etwas naiver Nachwuchs-Stuntman, ist stets mit dabei, was Colt anfangs eher die Augen rollen lässt. Der «Kleine» wird aber bald eine gute Hilfe und begleitet Colt oft im Pick-up-Truck. Ebenfalls unterstützt wird Colt von der coolen Stuntfrau Jody Banks (Heather Thomas), die - nun ja, ganz 80er - vor allem die sexy Blondine gibt.

Die Aufträge erhält Colt anfangs von «Big Jack» Samantha Jack (Jo Ann Pflug), dann von Terri Michaels (Markie Post) und schließlich von Pearl Sperling (Nedra Volz). Die Damen haben die Kaution gestellt und deshalb Interesse daran, die Flüchtigen aufzuspüren und zu schnappen.

Im Vorspann der ersten Staffel sprach Colts Stimme aus dem Off (Synchronstimme: Hans-Werner Bussinger) übrigens eine etwa einminütige Einleitung, die die Ausgangssituation erklärte. Er nannte sich dabei auch «einen der sympathischsten Draufgänger Amerikas».

Das lässt so manchen an eine andere 80er-Jahre-Serie denken, nämlich «Hart aber herzlich» (Original: «Hart to Hart») über ein Privatier-Paar, das in Kriminalfällen ermittelt.

Butler Max sprach in deren Intro stets die einleitenden Kultworte: «Das ist mein Boss: Jonathan Hart. Ein Selfmade-Millionär. Der hat Nerven. Das ist Mrs. Hart: eine traumhafte Frau. Einfach toll! Übrigens, ich heiße Max. Ich kümmere mich um die beiden - und das ist gar nicht so einfach. Denn ihr Hobby ist mörderisch.»

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