JUBA: Vor 15 Jahren erlangte der Südsudan die Unabhängigkeit. Seitdem hat das Land erneut Bürgerkrieg erlebt. Am Jahrestag starben 15 Menschen bei Angriffen.
Bei Angriffen auf Regierungseinrichtungen im südsudanesischen Bundesstaat Warrap sind 15 Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Die Angriffe erfolgten in der Nacht zu Donnerstag und damit am 15. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes. Angesichts weit verbreiteter Gewalt war zunächst unklar, ob die Angriffe auf Polizeireviere, Verwaltungsstellen und andere staatliche Einrichtungen einen politischen oder einen kriminellen Hintergrund hatten. Warrap ist der Heimatstaat des Präsidenten Salva Kiir.
Der Südsudan hatte sich nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg vom Sudan getrennt und am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit erlangt. Doch bereits zwei Jahre später kam es zu einem erneuten Bürgerkrieg, der 2018 mit einer Friedensvereinbarung über die Teilung der Macht zwischen Kiir und dem zum Vizepräsidenten ernannten Rivalen Riek Machar endete.
Die beiden Politiker, die einst gemeinsam für die Unabhängigkeit des Landes gekämpft hatten, vertreten die beiden größten ethnischen Gruppen, die Dinka und die Nuer. Seit Machar im vergangenen Jahr von Kiirs Sicherheitskräften unter Hausarrest gestellt wurde, haben sich die politischen Spannungen erneut verschärft.
Im Dezember soll im Südsudan erstmals seit der Unabhängigkeit gewählt werden. Die Wahlen waren in der Vergangenheit bereits zweimal angesetzt und wieder verschoben worden.
Der Südsudan gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, fast zwei Millionen durch bewaffnete Konflikte oder Wetterextreme aus ihren Dörfern geflohen. Das Land hat rund 12,8 Millionen Einwohner.