NIAMEY: In den frühen Morgenstunden kommt es am Flughafen in Nigers Hauptstadt Niamey zu Schüssen und Explosionen. Die Sicherheitskräfte reagieren schnell.
Im Niger haben unbekannte Gewalttäter nach Angaben eines Sicherheitsbeamten den internationalen Flughafen in der Hauptstadt Niamey angegriffen. Die schwer bewaffneten Angreifer seien in den frühen Morgenstunden auf das Gelände eingedrungen, hätten um sich geschossen und Explosionen ausgelöst, sagte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter des Diori Hamani Flughafens, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Deutschen Presse-Agentur.
Verteidigungs- und Sicherheitskräfte des westafrikanischen Sahel-Staats hätten das Flughafengebäude nach etwa einer Stunde wieder unter ihre Kontrolle bringen können, sagte er. Sie befänden sich weiterhin in höchster Alarmbereitschaft und hätten das Gebiet um den Flughafen abgeriegelt. Angaben zur Identität der Täter, Toten oder Verletzten gab es zunächst nicht.
Zweiter Angriff auf Flughafen 2026
Bereits Ende Januar hatte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS Sahel) den Flughafen in Niamey und die angrenzende Luftwaffenbasis angegriffen, auf der bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert waren. Nachdem Nigers amtierende Militärregierung die militärische Zusammenarbeit mit Deutschland und anderen westlichen Partnern beendet hat, sind heute auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht.
Der großteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 putschte sich das Militär an die Macht. Putschanführer General Abdourahamane Tiani, der eng mit Russland verbündet ist, ist mittlerweile ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.