12 Jahre für Wolfgang Ullrich

Konzert abgesagt

Pattayas neuer Hafen aus der Vogelperspektive: Der 803 Meter lange Pier hat 240 Millionen Baht gekostet. Der Anleger ist seit Monaten fertig und vor seiner Eröffnung bereits zu klein, um alle Boote, Kutter und Fähren aufzunehmen.
Pattayas neuer Hafen aus der Vogelperspektive: Der 803 Meter lange Pier hat 240 Millionen Baht gekostet. Der Anleger ist seit Monaten fertig und vor seiner Eröffnung bereits zu klein, um alle Boote, Kutter und Fähren aufzunehmen.

Der von deutschen Medien als „König von Pattaya“ gefeierte Wolfgang Ullrich wird sein „Reich“ vorerst nicht aufsuchen können. Das Landgericht München II hat ihn nach einem spektakulären Prozesszu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Verteidiger wollen Revision einlegen und in einer zweiten Verhandlung noch einmal auf Freispruch plädieren. Eher ist wahrscheinlich, dass der59-jährige Deutsche frühestens Ende dieses Jahrzehnts wieder thailändischen Boden betreten kann - wenn er denn darf. Noch steht sein Name auf der Liste der hier unerwünschten Personen.Allerdings hatte der Innenminister das im Dezember 1997 zu Unrecht veranlasst, wie im Vorjahr ein Bangkoker Gericht urteilte. Ullrich wird - gute Führung eingeschlossen - seine zwölf Jahrelängst nicht absitzen müssen. Neben der Münchner Untersuchungshaft wird ihm auch die Zeit in der Bangkoker Gefängniszelle angerechnet. Wegen der dortigen Haftbedingungen sogar doppelt, obwohler Privilegien gegenüber einheimischen Mitgefangenen genoss.


Der Rotary Club Jomtien-Pattaya hat sein für Freitag, 25. April, im Royal Cliff Beach Resort geplantes Wohltätigkeitskonzert abgesagt. Seine Entscheidung sieht das Präsidium der Rotarier alsvorbeugende Massnahme gegen eine mögliche Ausbreitung der hochansteckenden Lungenentzündung SARS. Der Rotary Club hatte das Bangkok Symphony Orchestra engagiert, der Erlös sollte der „OperationSmile“ zu Gute kommen. Das Konzert soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.


Tourism Forum abgesagt

Die erste von vier bedeutenden Konferenzen der Apec-Staaten in Thailand vor dem Gipfeltreffen der Regierungschefs im Oktober in Bangkok ist der Lungenkrankheit SARS zum Opfer gefallen. DreiTage hatten Delegierte der 21 Mitgliedsstaaten im Tagungszentrum des Royal Cliff Beach Resorts in Pattaya über die Förderung des Tourismus beraten wollen. Die Verantwortlichen hatten die Tagungabgesagt, weil unter den rund 250 eingeladenen Delegierten auch Vertreter der südchinesischen Provinz Guangdong sowie aus Hong Kong, Vietnam, Singapur und Kanada waren. Alle Regionen gelten alsRisikoländer. Neben den genannten Staaten gehören dem Asien-Pazifik-Wirtschaftsforum (Apec) Australien, Brunei, Chile, Indonesien, Japan, Südkorea, Malaysia, Mexiko, Neeseeland, PapuaNeuguinea, Peru, die Philippinen, Russland, Taiwan, die USA und Thailand an.

Pier bleibt verwaist

Die bereits für Mitte März angekündigte Eröffnung des neuen Piers am Strand Bali Hai ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die Besitzer der weit mehr als 1.000 Boote, die vor der Küste Pattayas operieren, haben sich durchgesetzt. Die Stadt musste ihren Plan, allen Schiffsbesitzern einen Liegeplatz im neuen Pattaya-Hafen zuzuweisen, erst einmal zu den Akten legen. DieBootsunternehmen werfen der Stadtverwaltung Fehlplanung vor: Bei hohem Wellengang könnten kleinere Boote am Pier nicht anlegen. Jetzt sollen Wellenbrecher Abhilfe schaffen.

Gebühren für Ferngespräche sollen sinken

Die Telephon Organization of Thailand (TOT) will ihre Gebühren für Ferngespräche um 30 bis 40 Prozent zurücknehmen. Der Grund: Das jetzt als TOT Corporation firmierende Unternehmen ist mitseinen Gebühren zwischen 3 und 18 Baht je Minute und Entfernung gegenüber den Mobilfunknetzbetreibern zu teuer. Ob AIS, DTAC oder Orange - deren Kunden telefonieren mit dem Handy über weite Entfernungen preiswerter als TOT-Kunden. Ein Beispiel: Im Festnetz kommt ein Gespräch von der Hauptstadt Bangkok in eine weit entfernte Provinz im Norden oder Süden des Landes auf 18 Baht proMinute. Handynutzer mit Prepaid-Karte zahlen gerade mal fünf Baht je Gesprächsminute.


Bartmaler und seine Werke

In der JND-Galerie an der Soi Day & Night 2 sind der Bartmaler Marco und seine Werke zu sehen. Der Deutsche ist weltweit der einzige Künstler, der mit seinem Bart malt.


Beach Party und Sport

Zu Wassersporttagen mit einem unterhaltsamen Programm lädt der Blue Lagoon Watersports Club am Samstag und Sonntag, 26. und 27. April, ein. Damit verbunden ist die 2. Windsurfing-Meisterschaftund der 1. Kiteboarding Jump-Wettbewerb. Der Blue Lagoon Watersports Club befindet sich nahe der Sukhumvit Road in Richtung Sattahip kurz vor dem Ambassador City Jomtien Hotel. Neben den beidenWettbewerben gibt’s eine Reihe weiterer Aktivitäten: Beach Party am Samstagabend, Spiel- und Spass für Kinder sowie Stände mit Wassersportausrüstung. Weitere Infos telefonisch unter 038.255.116und im Internet: www.bluelagoon.biz


Reiche regieren das Land

Ministerpräsident Thaksin Shinawatra, einer der reichsten Männer Thailands, hat wohlhabende Frauen und Männer in seine Regierung geholt. Während in Europa die Politiker eher aus dem Mittelstandund dem Beamtentum kommen, scheint der Weg in die thailändische Politik über ein pralles Bankkonto zu führen. Da seit Jahren jedes Regierungsmitglied seine Vermögensverhältnisse der NationalCounter Corruption Commission offenlegen muss, kennt die Öffentlichkeit den Reichtum ihrer Spitzenpolitiker. So hat z. B. Thailands „Saubermann“, der ehemalige Innen- und Justizminister undjetzige stellvertretende Ministerpräsident Purachai Piumsombun, Erfinder der „neuen gesellschaftlichen Ordnung“, mehr als 251 Millionen Baht deklariert. Seine Frau Somsri bringt es auf gut 52Millionen Baht. Dieser Reichtum verblasst gegenüber den Angaben eines weiteren Regierungsmitgliedes. Justizminister Pong- thep Thepkanchana wies zwar „nur“ etwas mehr als 237 Millionen Bahtaus, seine Frau Panida ist nach Angaben der Bangkok Post für 1,86 Milliarden Baht gut. Die vier Kinder des Justizministers bringen es gemeinsam auf weitere 9,7 Millionen Baht.


Busse bringen Staus und Ärger

Keine Lösungen

Ein alltägliches Stadtbild: In langer Reihe parken Reisebusse in der City.
Ein alltägliches Stadtbild: In langer Reihe parken Reisebusse in der City.

Busse im Gefolge des Massentourismus sind die Hauptursache für die verheerenden Zustände im Stadtkern. Waren es früher fast ausschliess-lich die blauen Baht-Taxis, so sorgen heute Hunderte von Reisebussen für Staus und Ärger.Vorrangig transportieren die Busse die wachsende Zahl asiatischer Touristen. Ziele der Chinesen aus der Volksrepublik, aus Taiwan, Hong Kong und Singapur sowieder Japaner und Koreaner sind Pattayas Strände und der Pier, Hotels an der Beach und Second Road, Einkaufszentren und Entertainment-Standorte. Da die Busfahrer an den Hauptverkehrsstrassenkeine Parkflächen finden, stoppen sie Mitten auf der Fahrbahn, um ihre Fahrgäste aussteigen zu lassen. Chaotisch wird’s jeden Abend, wenn Pattayas Touristen zu den Travestie-Shows der Cabarets Alcazar und Tiffany gebracht werden. Stop-and-Go-Verkehr und lange Autoschlagen sind die Folge. Die Stadt kennt das Problem, diskutiert es ständig, präsentiert Lösungen, die aber bald wiederverworfen werden oder in Vergessenheit geraten.


Gottesdienst in Pattaya

Pastor Hans A. Gerdts von der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Bangkok kommt wieder zu einem Gottesdienst nach Pattaya. Der Hamburger Seelsorger wird am Sonntag, 4. Mai, in derKapelle des Redemptorist Centers predigen. Es befindet sich an der Sukhumvit Road (von der Central Road in Fahrtrichtung Chonburi) zwischen dem A.C.C.-Center und der Soi 36. Derdeutschsprachige Gottesdienst beginnt um 16 Uhr. Weitere Infos bei Brigitte Pätzold (Tel.: 038.716.139).


Büfett auf der Terrasse

Der Schweizer Chefkoch Walter Thenisch und sein Team präsentieren neuerdings samstags ab 19 Uhr auf der Larn Thong Terrace des Royal Cliff Beach Resorts ein Büfett: internationale Speisen,Seefood und Barbecue für 850 Baht netto.


In Kürze

Entertainment: Eine aus Deutschland für fast 50 Millionen Baht importierte Maschine macht’s möglich: RS Promotion, zweitgrösster Unterhaltungskonzern des Landes, wird seine DVDs und CDspreiswerter anbieten. Mit Niedrigpeisen hofft das Unternehmen für den Kampf gegen Piraterie besser gerüstet zu können. Erst kürzlich hatten mehrere Anbieter ihre Verkaufspreise für VCDs von 165auf 130 Baht gesenkt.

Software: Produktpiraterie ist nicht nicht nur in Thailand gang und gäbe. Jedes dritte Computerprogramm in Deutschland ist eine Raubkopie. Dadurch gehen der Industrie nicht nurMilliarden durch die Lappen. Nach einer Studie der Business Software Alliance (BSA) werden auch mindestens 40.000 Jobs dadurch erst gar nicht geschaffen. Für Thailand hat die BSA ausgerechnet:Immer noch würden 77 Prozent der hier gehandelten Software Kopien sein.

Tauchsport: Die Asia Dive Expo (ADEX 2003) ist vom 9. bis 11. Mai im Bangkoker Queen Sirikit National Convention Center. Über 120 Unternehmen und Organisationen wollen sich und ihreAngebote präsentieren. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 50 Baht, Kinder zahlen 30 Baht. Der Freitag, 9. Mai, ist dem Fachpublikum vorbehalten.

Hotel: Drei staatliche Unternehmen, die Thai Airways International, die Krung Thai Bank und die Airports of Thailand Co., bauen gemeinsam am neuen Internationalen Flughafen Suvarnabhumidas Airport-Hotel. Die ersten 500 Zimmer sollen zur Eröffnung des Flughafens in 2005 bezugsfertig sein, weitere 100 sollen bis 2009 folgen. Das Hotel wird 2,78 Milliarden Baht kosten. Nochnicht beantwortet ist die Frage, welches Unternehmen die Komfort-Immobilie demnächst managen wird.


Arme Thais wetten am meisten

Einkommensschwache und ungebildete Thais machen in diesem Land mehr als die Hälfte aller Glücksspieler aus. Ein Fünftel ihres bescheidenen Verdienstes lassen diese Frauen und Männer amSpieltisch oder bei Wetten. Das hat eine Studie der Chulalongkorn Universität ergeben. Acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes, die Summe aller produzierter Güter und Dienstleistungen im Land,werden bei illegalen Wettbüros eingezahlt oder in Kasinos verspielt. 59 Prozent der Spieler haben die Grundschule besucht, 23 Prozent die Hauptschule, aber nur 10 Prozent ein College oder eineUniversität. Thais mit einem Einkommen von monatlich unter 5.000 Baht geben 20 Prozent für Glücksspiele aus, bei Leuten mit einem Einkommen von über 50.000 Baht liegt der Spielanteil bei nur 6Prozent. Ein Viertel aller Spieler ist in der Landwirtschaft beschäftigt.


Bank wird umbenannt

Die Aktionäre haben auf ihrer Hauptversammlung zugestimmt und den Weg freigemacht für die Umbenennung der Thai Farmers Bank. Künftig wird das renommierte Finanzinstitut auf Englisch als„Kasikornbank“ firmieren und an der Börse unter dem Kürzel „Kbank“ gehandelt. „Kasikornbank“ entspricht der thailändischen Bezeichnung dieser Bank.


Engere Zusammenarbeit vereinbart

Der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement
Der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement

Thai-deutsches Handelsvolumen erreichte im Vorjahr vier Milliarden Dollar

Thailand und Deutschland wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen und streben eine „strategische ökonomische Partnerschaft“ an. Der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (Foto) undder thailändische Vize-Regierungschef Somkit Jatusripitak unterzeichneten in der Hauptstadt Bangkok eine Vereinbarung über die Gründung eines deutsch-thailändischen Wirtschaftsausschusses. Diewirt- schaftliche Zusammenarbeit solle vor allem in der

Informationstechnologie (IT), in den Branchen Chemie und Pharmazie sowie bei Nahrungsmitteln und Kleidung vertieft werden, sagte Thailands Aussenminister Surakiart Sathirathia. Zudem sollendeutsche Unternehmen ermutigt werden, ihre Vertretungen in Südostasien in dem Königreich anzusiedeln. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern betrug den Angaben zufolge im vergangenen Jahrrund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,7 Milliarden Euro). Damit sei Deutschland Thailands siebtgrösster Handelspartner. Bei den Investitionen liege Deutschland unter den 15 EU-Staaten aufPlatz zwei.

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