RAYONG: Nach Berichten über ungewöhnlich dunkel gefärbtes Meerwasser und unangenehme Gerüche in der Pradu-Bucht hat das thailändische Industrieministerium die höchste Stufe der Umweltüberwachung angeordnet.
Auslöser waren Meldungen in sozialen Netzwerken, in denen Anwohner und Besucher von schwarzem Wasser sowie einem schwefelähnlichen Geruch im Bereich der Mündung des Chak-Mak-Kanals und der Pradu-Bucht berichteten.
Mitarbeiter des Department of Marine and Coastal Resources (DMCR) untersuchten das Gebiet am Sonntag (7. Juni 2026). Erste Messungen der Wasserqualität ergaben demnach normale Sauerstoffwerte und keine Hinweise auf eine akute Gefährdung der Meeresfauna.
Sedimente als Ursache vermutet
Nach Angaben der Behörde handelt es sich bei der betroffenen Bucht um ein teilweise geschlossenes Küstengewässer mit eingeschränktem Wasseraustausch. Feine Sedimente und organische Stoffe, die über mehrere Kanäle in die Bucht gelangen, hätten sich über einen langen Zeitraum am Meeresboden abgelagert. Bei starkem Monsunwind und rauer See könnten diese Ablagerungen aufgewirbelt und an die Wasseroberfläche transportiert werden, wodurch das Meerwasser dunkel und trüb erscheine.

Zudem könne die Zersetzung organischer Stoffe in sauerstoffarmen Sedimentschichten Schwefelwasserstoff freisetzen. Dieses Gas verursacht einen Geruch, der an faule Eier erinnert.
Obwohl bislang keine schwerwiegenden Schäden an Meerestieren festgestellt wurden, rechnen die Behörden mit vorübergehenden Auswirkungen auf bodenlebende und küstennahe Arten wie Muscheln, Krabben und andere wirbellose Meerestiere. Sedimente und organische Stoffe könnten deren Lebensräume bedecken und den Sauerstoffgehalt in Bodennähe verringern.
Weniger Sauerstoff am Meeresboden
Gleichzeitig überwachen die Fachbehörden nahegelegene Korallenriffe und Seegraswiesen, um mögliche ökologische Schäden frühzeitig zu erkennen und die betroffenen Küstengemeinden zu schützen.

Industrieminister Varawut Silpa-archa erklärte, dass die Hafenbehörde des Industriegebiets Map Ta Phut sowie das Environmental Monitoring and Control Center (EMCC) angewiesen worden seien, den Vorfall mit wissenschaftlichen Messverfahren umfassend zu untersuchen. Zudem müsse die Überwachung besonders sensibler Bereiche rund um die Uhr erfolgen. Gegen Betriebe, die unerlaubt Abwasser einleiten, sollen die strengsten gesetzlich vorgesehenen Maßnahmen verhängt werden.
Wasserqualität bleibt unauffällig
Laboruntersuchungen des EMCC ergaben nach Angaben der Behörden, dass die Meerwasserqualität weiterhin im normalen und sicheren Bereich liege. Die Messungen zeigten neutrale pH-Werte sowie hohe Sauerstoffkonzentrationen, die für Meereslebewesen geeignet seien. Zusätzliche Kontrollen hätten zudem keine Hinweise darauf ergeben, dass umliegende Fabriken Abwasser über die zulässigen Grenzwerte hinaus eingeleitet hätten.