Kakao-Station Nong Khai ist gestartet

Dank moderner Technik kann man fast an zwei Orten zur gleichen Zeit sein

In Nong Khai haben wir viel Platz für eine Setzlingsstation für Kakao. Junge Kakaopflanzen sind sehr gesucht. Fotos: hf
In Nong Khai haben wir viel Platz für eine Setzlingsstation für Kakao. Junge Kakaopflanzen sind sehr gesucht. Fotos: hf

Die Gänse in Pattaya halten mich immer noch enorm auf Trab. Heute Morgen sind wieder mindestens zwei geschlüpft, momentan haben wir 11 Junge: Es ist schwer, nicht den Überblick zu verlieren.

Und heute Abend werden wir denjenigen zwei Gänsen, die eben zu brüten angefangen haben, fremde Eier unterlegen und den Rest im Brutkasten auszubrüten versuchen. Da sollten dann für einmal die zwei Nester und der Brutkas­ten zur gleichen Zeit „reif“ werden, was die Übersicht enorm erleichtert und es nicht nötig macht, dass ich praktisch an zwei Orten gleichzeitig sein muss, wie in der gestressten vergangenen Woche…

Von Nong Khai nach Zurich und Pattaya

Ja eigentlich war ich in ganz wenigen Tagen in Nong Khai, Udon Thani, Zurich und Pattaya. Da ich mein Jahresvisum in Nong Khai erneuern musste, bin ich am vergangenen Mittwoch hochgeflogen: Mit der wunderbaren AirAsia nach Udon Thani, früh am Morgen. Früher, als ich noch lange schlafen konnte, hätte mich ein Flugtermin um 07.10 Uhr erheblich gestört, aber heutzutage finde ich das prima, weil man am Ankunftsort den ganzen Tag zur Verfügung hat.

Der Latte ist gut beim neuen „Zurich Bread“ am Flughafen von Udon Thani, allerdings auch etwas teuer.
Der Latte ist gut beim neuen „Zurich Bread“ am Flughafen von Udon Thani, allerdings auch etwas teuer.

Also gleich um 9 Uhr zur Bank, um den Bestätigungsbrief für die Immigration zu holen: Ging ganz speditiv, weil es keinen Andrang gab.

Dann schon bald auf der Immigration, wo man mich nach acht Jahren nun schon kennt. Die nötigen Unterlagen hatte ich alle mit dabei, außer ein paar Bilder, die mich vor dem Haus, im Schlafzimmer, am Computer etc. zeigen. Also flugs ein paar Bilder geschossen, dann nach längerem Herumkurven auch einen Photo-Shop gefunden, der noch Vergrößerungen macht.

Kakaosetzling-Station rasch angelegt

Dann wieder Immigration, doch der Chef, der unterschreiben kann, war in einer Sitzung: Shoppen. Nach einer halben Stunde ruft die Immigration an, der Chef hat jetzt Zeit. Das Jahresvisum war schon im Pass. Dann noch rasch „Multiple Entry“ gemacht: Ich war insgesamt etwa eine halbe Stunde auf der Immigration in Nong Khai, und alles war erledigt. Selten speditive und freundliche Beamte!

Dann konnte ich mich endlich dem „Gärtnerischen“ widmen: Per Bus hatte der Thai-Schwager 100 Kilo Kakaofrüchte hochgeschickt. 20 Kilo wollten wir fermentieren, was nötig ist, wenn man Schokolade herstellen will. Man öffnet die Samenbehälter – sie werden kompostiert – und gibt alle frischen Kakaobohnen, die von wenig süß-saurem Fruchtfleisch umgeben sind, in einen mit Bananenblättern ausgelegten Wäschekorb. Dann verschließt man das Ganze mit Blättern und stellt die Kiste an die Sonne.

Aus diesen Samenbehältern kommen dann die Kakaobohnen.
Aus diesen Samenbehältern kommen dann die Kakaobohnen.

Nun beginnt die Gärung, es entwickelt sich Hitze, Alkohol entsteht, morgens und abends werden die Bohnen durcheinander gemixt. Nach sechs Tagen nimmt man alle fermentierten Bohnen heraus und trocknet sie an der Sonne. Jetzt hat man einen Grundkakao, den man nur noch rösten muss.

Die restlichen 80 Kilo haben wir in Pflanztüten gegeben, daraus sollen Kakao-Setzlinge entstehen, die momentan sehr gefragt sind.

Dann noch einen Gartenbesucher in Nong Khai herumgeführt, der seit neun Jahren in Pattaya lebt und wie ich ursprünglich aus Zürich stammt.

Dann viel Rad gefahren und viel gekocht: Geschnetzeltes mit Rösti, Goulasch und Spareribs mit Spaghetti.

Und dann via Zurich zurück nach Pattaya: Auf dem Udon Thani International Airport wurde eben der Terminal B in Betrieb genommen, ich bin nun erstmals von dort abgeflogen. Und im Terminal B befindet sich eben ein Café das sich „Zurich Bread“ nennt.

Der Latte wäre bei Amazon, gleich daneben, wohl billiger gewesen, aber mit 120 Bath ist man bei „Zurich Bread“ doch noch nicht ganz auf Zürichs Preisniveau gelandet.

Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957@gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite www.discovery-garden.net oder Facebookseite.




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