Widerstand gegen Land Bridge wächst

Bauern drohen Regierung mit neuen Protesten

Protestgruppen aus Südthailand kündigen neuen Widerstand gegen das geplante Land-Bridge-Projekt an. Foto: Ki-generiert
Protestgruppen aus Südthailand kündigen neuen Widerstand gegen das geplante Land-Bridge-Projekt an. Foto: Ki-generiert

CHUMPHON/RANONG: Ein Netzwerk aus Landwirten und zivilgesellschaftlichen Gruppen im Süden Thailands hat angekündigt, seine Protestbewegung wiederzubeleben, falls die Regierung das geplante Land-Bridge-Projekt weiter vorantreibt. Nach Angaben der Initiatoren könnte das Vorhaben die nationale Souveränität gefährden, die Lebensgrundlagen der Bevölkerung beeinträchtigen und ausländischen Investoren zu weitreichende Nutzungsrechte an Grundstücken einräumen.

Thotsaphon Khwanrod, Vorsitzender des Thai Rubber and Oil Palm Farmers Network, erklärte, dass Vertreter von Bauern- und Bürgergruppen aus 15 südlichen Provinzen das sogenannte „Khuan Nong Hong Model“ wieder aktiviert hätten. Die Bewegung war ursprünglich aus den Protesten gegen den Preisverfall von Naturkautschuk im Jahr 2013 hervorgegangen.

200 Mitglieder koordinieren Proteste neu

Nach seinen Angaben trafen sich kürzlich rund 200 führende Mitglieder, um ihren Widerstand gegen den Southern Economic Corridor (SEC), das Land-Bridge-Projekt sowie gegen Pläne zu koordinieren, die ausländischen Investoren Grundstückspachten von bis zu 99 Jahren ermöglichen könnten.

Thotsaphon kündigte an, dass das Netzwerk die weiteren Schritte der Regierung genau beobachten werde. Sollte das Megaprojekt in einer Weise umgesetzt werden, die nach Auffassung der Beteiligten die Souveränität Thailands beeinträchtige, seien koordinierte Proteste in allen 15 beteiligten Provinzen vorgesehen.

Kritik an Folgen des Projekts nehmen zu

Nach Einschätzung der Organisation würde das Projekt erhebliche Auswirkungen auf Landwirtschaft, Fischerei, Umwelt und Tourismus haben. Zudem äußerten die Vertreter Zweifel an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Vorhabens.

Als besonders betroffen gelten die Provinzen Surat Thani, Nakhon Si Thammarat, Chumphon und Ranong, die das Kerngebiet der geplanten Land Bridge bilden. Sie zählen zu den wichtigsten Produktionsregionen für Naturkautschuk, Ölpalmen, Durian, Kaffee sowie für die Fischerei. Darüber hinaus warnte das Netzwerk vor möglichen indirekten Folgen für die benachbarte Tourismusprovinz Krabi.

Entwicklung nach regionalen Stärken

Thotsaphon betonte, dass das Netzwerk Investitionen grundsätzlich nicht ablehne. Stattdessen fordere man eine Entwicklung, die sich an den bestehenden wirtschaftlichen Stärken der Region orientiere, insbesondere an der Landwirtschaft, und gleichzeitig natürliche Ressourcen sowie bedeutende Tourismusgebiete schütze.

Die erneute Protestankündigung erfolgt trotz Bemühungen der Regierung, Bedenken gegen das Projekt auszuräumen. Vizeverkehrsminister Siripong Angkasakulkiat erklärte, dass sämtliche Aspekte des Vorhabens derzeit überprüft würden. Dazu gehörten Umweltfolgen, Auswirkungen auf die Bevölkerung sowie die Bedingungen für mögliche Grundstückskonzessionen.

Streit um Pachtdauer bleibt bestehen

Besonders umstritten bleibt die Laufzeit geplanter Grundstückspachten. Nachdem ein früherer Vorschlag mit einer Pachtdauer von 99 Jahren auf Kritik gestoßen war, überarbeitete die Regierung das Konzept. Vorgesehen ist nun zunächst eine Laufzeit von 50 Jahren mit der Möglichkeit einer einmaligen Verlängerung um weitere 49 Jahre, sofern Investoren festgelegte Auflagen erfüllen.

Auch die Regierungspartei Bhumjaithai wies Vorwürfe zurück, dass das Projekt ausländischen Investoren eine 99-jährige Pacht thailändischer Grundstücke ermögliche, Casinos legalisiere oder bereits Investitionen in Höhe von einer Billion Baht vorsehe. Nach Angaben der Partei seien bislang lediglich Mittel für Machbarkeitsstudien bewilligt worden. Das Vorhaben solle die wirtschaftliche Entwicklung des Südens fördern und dabei die Interessen der Bevölkerung berücksichtigen.

Die Land Bridge zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten der thailändischen Regierung.

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