BANGKOK: Das thailändische Wetteramt hat eine neue Unwetterwarnung herausgegeben. Vor allem der Nordosten und Süden müssen sich auf heftige Regenfälle einstellen. Im Norden dagegen sorgt kühle Luft für frische Morgenstunden.
Das thailändische Wetteramt (TMD) hat laut einem Bericht der Zeitung The Nation am Donnerstag vor anhaltenden Regenfällen und teils schweren Niederschlägen in mehreren Landesteilen gewarnt. Betroffen sind insbesondere 13 Provinzen im Nordosten und Süden. Gleichzeitig kündigt sich in den nördlichen Regionen ein deutlicher Temperaturrückgang an, während das wechselhafte Wetter landesweit für Gesundheitsrisiken sorgt.
Aktives Tiefdruckgebiet über Indochina
Nach Angaben der Meteorologen liegt derzeit ein aktives Tiefdrucksystem über der Halbinsel Annam und zieht feuchte Ostwinde nach Thailand. Gleichzeitig schwächt sich das Hochdruckgebiet über dem Norden ab. Das Zusammenspiel beider Systeme führt dazu, dass sich östliche und südöstliche Luftströmungen über dem Land treffen und großflächige Niederschläge auslösen.
Vor allem in den Regionen Nordost und Süd wird mit örtlich schweren Regenfällen gerechnet. In den Provinzen Roi Et, Maha Sarakham, Nakhon Ratchasima, Buriram, Surin, Sisaket, Kanchanaburi, Prachuap Khiri Khan, Chumphon, Surat Thani, Ranong, Phang Nga und Phuket mahnt das Wetteramt zu besonderer Vorsicht. Dort drohen Überschwemmungen und Erdrutsche – insbesondere in niedrig gelegenen oder steilen Gebieten.
Gefahr durch Überschwemmungen und Sturzfluten
Das TMD rät Anwohnern in gefährdeten Regionen, den Wetterverlauf aufmerksam zu verfolgen und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Besonders Landwirte sollten Ernten und Viehbestände schützen, da Sturzfluten und Staunässe erhebliche Schäden verursachen könnten.
Der anhaltende Monsuneinfluss hat außerdem zur Folge, dass die Niederschläge im Süden weiter zunehmen. Im oberen Golf von Thailand sowie in der nördlichen Andamanensee werden Wellenhöhen von bis zu zwei Metern erwartet, bei Gewittern auch darüber. Im unteren Golf und der südlichen Andamanensee sind die Wellen etwas niedriger, können jedoch bei Sturm ebenfalls über zwei Meter erreichen. Das Wetteramt rät allen Seefahrern, Gewittergebiete zu meiden und die See nur mit größter Vorsicht zu befahren.
Kühle Morgenstunden im Norden
Während der Süden und Nordosten mit Starkregen zu kämpfen haben, bringt der Norden kühle Temperaturen mit sich. In den Bergregionen können die Tiefstwerte bis auf acht Grad Celsius sinken. In den tiefer gelegenen Gebieten liegen die nächtlichen Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad, tagsüber erreichen sie maximal 34 Grad.
Auch in der Zentralregion und rund um Bangkok bleibt das Wetter wechselhaft mit vereinzelten Schauern. Die Luftfeuchtigkeit bleibt hoch, wodurch sich die Temperaturen trotz der Abkühlung drückend anfühlen.
Das Wetteramt mahnt die Bevölkerung im Norden und im oberen Süden, auf ihre Gesundheit zu achten. Der schnelle Wechsel zwischen kühler Morgenluft und feuchtwarmer Tageshitze kann das Immunsystem belasten. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Atemwegserkrankungen sollten auf entsprechende Kleidung achten und extreme Temperaturschwankungen vermeiden.
Regionale Wetterlage im Überblick
Im Nordosten werden Gewitter mit örtlich heftigem Regen in den Provinzen Khon Kaen, Maha Sarakham, Roi Et, Nakhon Ratchasima, Buriram, Surin, Sisaket und Ubon Ratchathani erwartet. Die Temperaturen liegen zwischen 21 und 33 Grad, in höheren Lagen teils deutlich darunter.
Die Zentralregion um Nakhon Sawan, Uthai Thani und Kanchanaburi bleibt bewölkt mit vereinzelten Schauern. Entlang der Ostküste, etwa in Rayong, Chanthaburi und Trat, treten ebenfalls Gewitter mit bis zu zwei Meter hohen Wellen auf. Im Süden, sowohl an der Ost- als auch an der Westküste, dominieren verbreitet Regen und Gewitter mit teils kräftigen Schauern.
Beginn der kühlen Jahreszeit
Mit dem Abschwächen des Hochdruckgebiets über Südchina und Nordthailand kündigt sich landesweit der Übergang zur sogenannten „kühlen Jahreszeit“ an. Diese Phase dauert in der Regel von November bis Februar und ist besonders im Norden von deutlichen Temperaturrückgängen geprägt. Der Wechsel zwischen Monsun und Hochdruckeinfluss kann jedoch immer wieder zu Unwettern führen – vor allem, wenn sich Tiefdrucksysteme über dem Südchinesischen Meer oder Indochina bilden.
In den vergangenen Jahren kam es in dieser Übergangsphase mehrfach zu schweren Überschwemmungen, insbesondere in den südlichen Küstenregionen. Experten raten daher, auch bei kurzfristigen Wetteränderungen aufmerksam zu bleiben und lokale Warnungen ernst zu nehmen.
Laut Statistik des thailändischen Innenministeriums zählen Überschwemmungen zu den häufigsten Naturkatastrophen des Landes. Zwischen 2015 und 2024 wurden jährlich durchschnittlich mehr als 200.000 Haushalte von Hochwasser betroffen. Besonders gefährdet sind Regionen entlang des Chao-Phraya-Flusses und der südlichen Küstenlinie. Durch den Klimawandel steigt die Häufigkeit extremer Niederschläge weiter an, was sowohl für Landwirtschaft als auch Infrastruktur wachsende Herausforderungen bedeutet.
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, aktuelle Warnungen der TMD zu verfolgen und bei Gefahrensituationen schnell zu handeln. Frühwarnsysteme sollen künftig ausgebaut werden, um auf lokale Unwetter noch besser reagieren zu können.