Volkswagen stellt Geschäftsbericht für 2018 vor

Foto: epa/Uwe Meinhold
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WOLFSBURG (dpa) - Volkswagen hat mit vielen Baustellen zu kämpfen: Die Dieselkrise und Sparprogramme sind nur zwei davon. Nach ordentlichen Geschäftszahlen für 2018 rechnet der Vorstand für 2019 mit mehr Gegenwind.

Die Dieselkrise, Probleme bei der Einführung des neuen Abgasprüfstandards WLTP und ein schwächelnder Markt in China haben Volkswagen im vergangenen Jahr stark getroffen. Am Dienstag (09.30 Uhr) legt das Unternehmen in Wolfsburg die detaillierten Ergebnisse für 2018 sowie den Geschäftsbericht vor. Die Eckdaten hatte der Konzern bereits veröffentlicht.

Die Zahlen sind in Anbetracht der vielen Probleme noch durchaus ordentlich. 2018 lieferte der Konzern trotz aller Schwierigkeiten 10,83 Millionen Fahrzeuge aus und damit mehr als jemals zuvor. Mit 12,15 Milliarden Euro stieg der Nachsteuergewinn um immerhin 6 Prozent. «Wir haben uns 2018 ordentlich geschlagen», hatte Vorstandschef Herbert Diess bei der Vorstellung der Zahlen Ende Februar gesagt und gleichzeitig gewarnt: «Der Gegenwind in wichtigen Märkten dürfte 2019 nochmals stärker werden.»

Zudem brodelt es schon wieder in Wolfsburg. Vergangene Woche ließ Großaktionär Wolfgang Porsche wissen, dass er die Kernmarke Volkswagen Pkw für reformbedürftig hält, sprach von Verkrustungen in Wolfsburg und griff damit den bei VW traditionell starken Betriebsrat frontal an. Die Äußerungen des mächtigen Aufsichtsratsmitglieds sorgten auf Arbeitnehmerseite für Befremden. Auch ein im «Handelsblatt» kolportiertes geplantes neues Sparprogramm mit möglicherweise rund 5000 wegfallenden Stellen missfiel dem Betriebsrat.

Damit droht ein neuer Knatsch zwischen VW-Chef Herbert Diess und Betriebsratsboss Bernd Osterloh. Der verwies auf «Managementfehler» vor allem beim Schlamassel rund um die WLTP-Einführung und forderte personelle Konsequenzen.

Die Dieselaffäre kostete VW im vergangenen Jahr erneut viel Geld - die Kosten im Zusammenhang mit der Softwaremanipulation bei Dieselmotoren kletterten vergangenes Jahr um weitere 3,2 Milliarden Euro auf rund 29 Milliarden Euro. Geld, das das Unternehmen an anderer Stelle gut gebrauchen könnte: Volkswagen will Milliarden in E-Antriebe stecken, um nicht von der Konkurrenz abgehängt zu werden.

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