Vier Tote bei israelischen Luftangriffen im Libanon

Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff im Südlibanon auf, aufgenommen von der israelischen Seite der Grenze in Obergaliläa. Foto: epa/Atef Safadi
Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff im Südlibanon auf, aufgenommen von der israelischen Seite der Grenze in Obergaliläa. Foto: epa/Atef Safadi

BEIRUT/TEL AVIV: Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch den Libanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort.

Trotz eines Rahmenabkommens der USA und des Irans über ein Kriegsende an allen Fronten läuft der Krieg im Libanon weiter. Dabei wurden bei einem israelischen Luftangriff im Raum der Stadt Nabatija am Dienstag mindestens vier Menschen getötet, wie die Staatsagentur NNA berichtete. Einige örtliche Medien berichteten von mindestens sechs Todesopfern.

Im Raum der Küstenstadt Tyrus habe es auch am Mittwoch erneut israelische Drohnenangriffe mit Verletzten gegeben, berichtete NNA. Zudem habe Israel mit Kampfflugzeugen und Artillerie das umkämpfte Gebiet um Nabatija angegriffen. Aus Sicherheitskreisen im Libanon hieß es, israelische Truppen rückten mit Panzern nahe der Stadt Bint Dschubail im Süden vor. NNA berichtete ebenfalls von zwei Panzern, einem Bulldozer und mehreren Militärfahrzeugen der israelischen Armee in dem Gebiet. Augenzeugen berichteten von Bodenkämpfen.

Israels Armee teilte am Dienstagabend mit, sie habe Ziele der Hisbollah-Miliz im südlichen Libanon angegriffen. Am Mittwoch erklärte die Armee, fünf Soldaten seien bei einem Drohnenangriff verletzt und daraufhin evakuiert worden.

UN-Truppen verzeichnen «umfangreiche militärische Aktivitäten»

Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres sagte in New York: «Trotz einer Verringerung der Intensität der Feindseligkeiten im Einsatzgebiet beobachten unsere Unifil-Friedenstruppen im Südlibanon weiterhin umfangreiche militärische Aktivitäten der israelischen Streitkräfte.» Dazu gehörten etwa Truppenbewegungen mit hoher Panzerdichte, großangelegte Pionier- und Sprengarbeiten sowie anhaltender logistischer Verkehr.

Auch die Hisbollah setzte ihre Angriffe fort. Der von der Miliz kontrollierte Fernsehsender Al-Manar berichtete, die Hisbollah habe mehr als zehn Raketen auf israelische Truppen im Libanon geschossen. Israels Armee teilte am Dienstagabend ebenfalls mit, sie habe mehrere Raketen der Hisbollah abgefangen, die auf Gebiete gezielt hätten, in denen israelische Truppen im Einsatz seien.

In dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah wurden im Libanon nach offiziellen Angaben seit Anfang März rund 3.800 Menschen getötet und 11.800 weitere verletzt. Die USA und der Iran - der wichtigste Unterstützer der Hisbollah - haben sich eigentlich auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs geeinigt, das auch den Libanon umfassen soll. Die israelischen Angriffe im Libanon scheinen seitdem etwas abgenommen zu haben, gehen aber weiter - wie auch der Beschuss durch die Hisbollah.

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