BEIRUT: Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah geraten auch immer wieder Blauhelmsoldaten in die Schusslinie. Erneut kommt es zu einem Vorfall mit Todesfolgen.
Ein Soldat der UN-Friedensmission Unifil im Libanon ist nach UN-Angaben bei einem Mörserangriff im Südlibanon gestorben. Der Soldat sei in den frühen Morgenstunden seinen Verletzungen erlegen, nachdem er zunächst in ein Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut geflogen worden war. Israel warf der Hisbollah-Miliz vor, für den Angriff verantwortlich zu sein.
Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge am späten Mittwochabend in der Nähe des Orts Mardsch Ujun im Südlibanon. Zwei weitere Blauhelme seien ebenfalls verletzt worden, hieß es.
UN-Generalsekretär António Guterres forderte ein Ende solcher Attacken. Sieben Blauhelme der Mission Unifil seien seit der jüngsten Eskalation im März getötet und zahlreiche weitere seien verletzt worden, teilte Guterres mit.
Unifil machte zunächst keine Angaben dazu, von welcher Seite aus der Angriff kam. Man habe eine Untersuchung zur Klärung des genauen Hergangs eingeleitet. Nach Angaben der Beobachtermission sei in Südlibanon zuletzt eine «zunehmend hohe Zahl» an Flugbahnen und Einschlägen registriert worden. Die Gewalt müsse beendet werden, forderte Unifil.
In einer Stellungnahme der israelischen Armee hieß es, Hisbollah-Mitglieder hätten die Mörsergranaten abgefeuert, die den Unifil-Posten getroffen und dabei den Blauhelmsoldaten getötet hätten. Eine Untersuchung der Flugbahn habe dies eindeutig ergeben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.
Im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah wurden im Libanon bereits mehrfach Unifil-Soldaten getötet und verletzt. In der Nacht haben Israel und der Libanon erneut einen Anlauf zur Umsetzung einer bisher kaum wirksamen Waffenruhe gestartet. Die Hisbollah äußerte sich bisher nicht dazu.