Libanon hält Treffen mit Netanjahu für verfrüht

​Beirut fordert erst stabile Waffenruhe im Grenzkonflikt

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam trifft zum EU-Außenministerrat in Luxemburg ein. Foto: epa/Olivier Hoslet
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam trifft zum EU-Außenministerrat in Luxemburg ein. Foto: epa/Olivier Hoslet

BEIRUT: Trotz Waffenruhe geht der Beschuss zwischen Israel und der Hisbollah täglich weiter. Ein baldiges Treffen mit Israels Regierungschef sieht die Regierung in Beirut derzeit nicht.

Libanons Regierung sieht aktuell ein Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu als verfrüht an. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam sagte vor Reportern, Gespräche auf hoher Ebene mit Israel seien verfrüht und erforderten umfassende Vorbereitungen. Der Libanon strebe keine Normalisierung der Beziehungen zu Israel an, sondern Frieden.

Der Libanon und Israel hatten kürzlich zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene abgehalten. Sie sollten die Basis für weitere Verhandlungen für die eigentlich verfeindeten Nachbarstaaten bilden. US-Präsident Donald Trump strebt zudem ein Treffen zwischen Netanjahu und Libanons Präsidenten Joseph Aoun an.

Im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz haben die libanesische und die israelische Regierung im Anschluss an die Gespräche eine Waffenruhe verkündet. Die libanesische Regierung ist keine Kriegspartei in dem Konflikt. Trotz der Waffenruhe geht der gegenseitige Beschuss weiter. Täglich werden im Libanon weiter Menschen getötet.

Voraussetzung für eine neue Verhandlungsrunde sei zunächst die Festigung der bestehenden Waffenruhe. Die Bedingungen für ein Treffen auf höchster Ebene seien derzeit noch nicht gegeben, sagte Salam.

Israel ist weiterhin mit Truppen im Südlibanon präsent und fordert eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah. Als Mindestforderung nannte Salam einen Zeitplan für den Abzug israelischer Truppen. Zudem kündigte er an, die Regierung wolle ihre Pläne weiter ausarbeiten, sämtliche Waffen unter staatliche Kontrolle zu stellen.

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