Umbau bei Wise in Thailand

Neue Regeln für Fremdwährungen ab August 2026

Die neuen Spielregeln im Zahlungsverkehr betreffen alle thailändischen Kontoprofile.  Foto: Der Farang (ai)
Die neuen Spielregeln im Zahlungsverkehr betreffen alle thailändischen Kontoprofile. Foto: Der Farang (ai)

BANGKOK: Der internationale Zahlungsdienstleister Wise strukturiert sein Geschäft in Südost­asien grundlegend um. Für Kunden mit einer thailändischen Adresse im Wise-Profil markiert der 3. August 2026 einen wichtigen Stichtag: Bis dahin werden die Konten schrittweise auf die neu gegründete Wise Payments (Thailand) Limited migriert.

Dieser Schritt erfolgt auf Basis von der Bank of Thailand (BOT) neu erteilter Lizenzen für Zahlungsverkehr und E-Money. Während diese lokale Integration für viele Residenten eine lang ersehnte Funktion bringt, erfordert der Wechsel unter das thailändische Bankenrecht andernorts Kompromisse.

Offizielle Karte kommt nach Thailand

Die größte Neuerung betrifft die Wise-Debitkarte: Bisher war deren Bestellung für Nutzer mit einem thailändisch registrierten Konto nicht möglich. Ab dem 3. August 2026 können sowohl physische Plastikkarten als auch digitale Karten direkt an Adressen in Thailand geordert werden. Wer eine alte Karte besitzt, die im Spätsommer deaktiviert wird, erhält ein Angebot für kostenlosen Austausch. Zudem integriert Wise die populäre PromptPay-Funktion per QR-Code-Scan direkt in die App – damit lässt sich an fast jeder Kasse bargeldlos bezahlen.

Für Aktivierung und Bestellung greifen die thailändischen Sicherheitsstandards. Ausländische Residenten benötigen einen gültigen Reisepass, einen Adressnachweis sowie ein Langzeitvisum (DTV, Retirement O-A/O-X, LTR oder Work Permit).

Automatisch Baht bei Drittzahlungen

Doch die neue Lizenz hat auch ihre Schattenseiten, insbesondere für die gewohnte Flexibilität bei Fremdwährungen. Viele Nutzer verwendeten Wise bisher als Währungs-Depot, um Euro, Schweizer Franken oder US-Dollar zu empfangen und zu einem günstigen Kurs zu halten. Unter der neuen Regulierung entfällt diese Möglichkeit für Zahlungseingänge von Dritten: Überweist ein Arbeitgeber, ein Unternehmen oder eine Privatperson Fremdwährung auf die Wise-Bankverbindung, wird der Betrag automatisch zum aktuellen Devisenmittelkurs in Baht (THB) umgerechnet und dem Baht-Guthaben gutgeschrieben.

Wichtige Differenzierung: Das Halten von Fremdwährungen bleibt gestattet, sofern das Geld vom eigenen, namensgleichen Bankkonto des Kontoinhabers eingezahlt wird. Die Zwangsabrechnung betrifft ausschließlich Zahlungen von Dritten.

Neue Routen und höhere Gebühren

Auch die Gebührenstruktur bei Transfers zwischen verschiedenen Währungen ändert sich systembedingt. Möchte ein Nutzer Guthaben zwischen zwei Nicht-Baht-Währungen bewegen – etwa von Euro in US-Dollar –, erlaubt die Bank of Thailand keinen direkten Tausch mehr. Jede Transaktion muss zwingend über die Landeswährung abgewickelt werden, was doppelte Umrechnungsgebühren verursacht. Zudem greifen strikte Limits: Umtausch von Baht in Fremdwährungen maximal 750.000 THB pro Tag, Auslandstransfers maximal 800.000 THB täglich.

Aus für Bargeld an thailändischen ATMs

Der Fokus der neuen Wise-Karte liegt klar auf bargeldlosem Zahlungsverkehr – mit einer einschneidenden Konsequenz: Bargeldabhebungen an ATMs innerhalb Thailands sind regulatorisch nicht möglich. Nutzer sind im Inland auf Kartenzahlung oder die integrierte PromptPay-Funktion angewiesen. Wer ins Ausland reist – nach Europa, Singapur oder in Nachbarländer –, kann dort wie gewohnt im Geschäft bezahlen und an ausländischen Automaten Fremdwährung abheben; das Guthaben wird vom Baht-Konto abgebucht.

Wichtige Entwarnung: Diese ATM-Sperre betrifft ausschließlich Karten unter der neuen thailändischen Lizenz. Wer sein Wise-Konto legal auf eine Auslandsadresse (z. B. Schweiz, Deutschland oder Österreich) registriert hat, kann mit dieser Karte wie gewohnt an allen thailändischen Geldautomaten Baht abheben.

Legale Optionen für Residenten

Für Residenten, die Wise primär für Inlandszahlungen nutzen, bringt die offizielle Karte samt PromptPay-Einbindung echten Komfort. Wer jedoch auf die klassischen, uneingeschränkten Multi-Währungs-Funktionen und den flexiblen Fremdwährungsempfang ohne Zwangswechselkurse angewiesen ist, muss umdenken.

Der einzige rechtlich einwandfreie Ausweg: das Wise-Konto unter europäischer oder schweizerischer Regulierung führen – möglich, sofern im Heimatland ein nachweisbarer Wohnsitz oder eine eigene Immobilie (Ferienhaus oder Eigentumswohnung) als Vertragsadresse hinterlegt und durch Grundsteuerabrechnungen oder Energierechnungen verifiziert werden kann. Konten unter europäischem Recht sind von den Restriktionen der Bank of Thailand gänzlich ausgenommen.

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