Ukrainekrieg: Neueste Meldungen am Freitag

Foto: epa/dpa Fotomontage
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Kiew: Russischer Drohnen-Stützpunkt zerstört

KIEW: Immer wieder startet Russland Drohnenangriffe gegen die Ukraine. Jetzt hat die ukrainische Armee einen dieser Drohnen-Startpunkte nach eigener Darstellung zerstört.

Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigener Darstellung einen russischen Drohnen-Stützpunkt zerstört. Dieser Stützpunkt in der Nähe der Ortschaft Elisawetowka in der Region Kursk sei zur Endmontage und zum Start von Drohnen genutzt worden, teilte der Generalstab in Kiew mit. Die unbemannten Flugkörper seien wiederholt gegen ukrainische Truppen eingesetzt worden, die Teile der westrussischen Region Kursk kontrollieren.

Der Präzisionsangriff vom Donnerstag gehöre zu den «systematischen Maßnahmen» der ukrainischen Streitkräfte zur Schwächung des russischen militärischen Potenzials. Die Ukraine greift seit einiger Zeit verstärkt militärische und logistische Ziele auf russischem Staatsgebiet an, um damit vor allem die Versorgung der russischen Streitkräfte mit Waffen, Munition und Treibstoff zu unterbrechen.

Die ukrainische Generalität veröffentlichte neben der Mitteilung auf Facebook auch ein mutmaßliches Video des Angriffs. Darauf sind mehrere Einschläge in einem verschneiten Waldstück zu sehen, mit anschließenden dichten Rauchwolken über dem Gebiet. Die Aufnahmen und Darstellung konnten nicht unabhängig überprüft werden.


Selenskyj trifft US-amerikanische Senatoren

MÜNCHEN: Mit dem Machtwechsel in Washington schwindet die Bereitschaft der USA die Ukraine weiter zu unterstützen. Bei Gesprächen mit US-Senatoren versuchte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dem entgegenzuwirken.

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit anderthalb Dutzend US-Senatoren beider Parteien über die Fortsetzung der Zusammenarbeit geführt. Bei dem Treffen seien sowohl Rüstungskooperationen als auch wirtschaftliche Projekte wie die Ausbeutung von Vorkommen seltener Erden und anderer Rohstoffe besprochen worden, teilte das Präsidentenbüro in Kiew mit.

Selenskyj habe dabei erneut seine Friedensbereitschaft unterstrichen und an eine gemeinsame Position der USA, der Ukraine und anderer europäischer Staaten gegenüber Russland appelliert. Thematisiert worden seien auch stärkere Sanktionen gegen Moskau und die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte durch Kiew.

Die Ukraine wehrt sich seit fast drei Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Die USA waren bisher der größte Waffenlieferant für das osteuropäische Land.


Ukraine erhält Leichen von 757 Soldaten

KIEW: Eine Kolonne von Lastwagen des Roten Kreuzes bringt die Leichen von 757 ukrainischen Soldaten in die Ukraine, um ihre Bestattung in heimischer Erde zu ermöglichen.

Russland hat der Ukraine die Leichen von 757 ukrainischen Soldaten übergeben. Aus einer Mitteilung des ukrainischen Koordinationsstabs für Kriegsgefangene geht hervor, dass die Leichen unter Aufsicht von Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes in mehreren Kühlwagen an nicht genannter Stelle in die Ukraine gebracht wurden. Die Identität der Toten solle in Kürze von Experten des Innenministeriums festgestellt werden.

Die ukrainischen Soldaten waren an verschiedenen Frontabschnitten im Osten der Ukraine gefallen. Unter den genannten Orten waren die nach monatelangen Kämpfen eroberten Siedlungen Bachmut, Wuhledar und Kurachowe.

Die russische Seite erhielt Medienberichten zufolge 45 Leichen zurück. Die Differenz ist den ständigen Geländegewinnen der russischen Seite geschuldet, wodurch kaum Überreste russischer Soldaten in ukrainisch kontrollierten Gebieten bleiben. Seit knapp drei Jahren wehrt sich die Ukraine gegen eine russische Invasion.


Chinas Außenminister: Können nicht auf russisches Gas verzichten

MÜNCHEN: China sieht Hoffnungen für eine Friedenslösung in der Ukraine. Bei den Details hält der Vertreter Pekings das Blatt verdeckt. Es werde aber keinen Druck auf Russland geben.

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs begrüßt. Zugleich machte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) klar, dass sein Land keinen wirtschaftlichen Druck auf Russland aufbauen werde, indem es Gaslieferungen von dort beschränke.

«Wenn China kein Gas von Russland kauft, welches Land kann mit ausreichend viel Gas die Bedürfnisse des chinesischen Volkes erfüllen», fragte er. Zudem werde diese Politisierung genutzt, um China unten zu halten. «Das dürfen wir nicht passieren lassen. Wir müssen unserem Volk gegenüber verantwortlich sein», sagte er.

Der Außenminister bezeichnete die Beziehungen zu Russland als «strategische Partnerschaft basierend auf gegenseitigem Vertrauen». Es habe in der gemeinsamen Geschichte Irrungen und Wirrungen gegeben, aus den Lehren gezogen worden seien.


Von der Leyen richtet Appelle an Trump und Putin

MÜNCHEN: Der Kurswechsel in der US-Ukraine-Politik ist bei der Münchner Sicherheitskonferenz eines der Topthemen. Die EU-Kommissionschefin sieht große Gefahren.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt US-Präsident Donald Trump vor großen Zugeständnissen in den geplanten Ukraine-Verhandlungen mit Kreml-Chef Wladimir Putin. «Eine geschlagene Ukraine würde Europa schwächen, aber sie würde auch die Vereinigten Staaten schwächen», sagte von der Leyen bei der Münchner Sicherheitskonferenz. So könnten unter anderem die Probleme im indopazifischen Raum zunehmen.

«Autoritäre Regime auf der ganzen Welt beobachten genau, ob man ungestraft davonkommt, wenn man Nachbarn überfällt und internationale Grenzen verletzt oder ob es eine echte Abschreckung gibt», sagte sie. Deshalb sei es nun so wichtig, das Richtige zu tun.

An die Adresse von Putin gerichtet, sagte von der Leyen: «Es ist an ihm zu beweisen, dass er den Krieg nicht verlängern will. Es ist an ihm zu zeigen, dass er sein Ziel aufgegeben hat, die Ukraine zu vernichten.» Der ukrainische Präsident Wolodymr Selenskyj sei unter allerschwierigsten Umständen bereit, auf einen Frieden hinzuarbeiten.


Moskau hält sich zu angeblichem US-Treffen in München bedeckt

MOSKAU: Die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Ukrainekriegs laufen. Angeblich sollen sich Vertreter Russlands und der USA in München treffen - der Kreml hält sich bedeckt.

Die russische Regierung lässt zunächst offen, ob es am Rande der Sicherheitskonferenz in München zu einem Treffen von Vertretern der USA und Russland kommen könnte. «Bisher haben wir dazu nichts zu sagen», erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Sicher ist allerdings, dass Russland nicht offiziell an der MSC teilnimmt, es sind keine Vertreter des Landes eingeladen.

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, dass die Konferenz für Verhandlungen genutzt werde. Dabei würden sich ranghohe Vertreter der USA, Russland und der Ukraine treffen, hatte er behauptet. Eine Bestätigung Russlands gibt es dafür bislang nicht. MSC-Chef Christoph Heusgen sagte dazu: «Wir wissen davon auch nicht. Wir haben eine Reihe von Russen, aber das sind Oppositionspolitiker.» Auch dies gilt aber nur für den offiziellen Teil der Sicherheitskonferenz.

Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte derweil bei einem Pressegespräch, Moskau werde seit mehreren Jahren schon nicht zur MSC eingeladen. «Dies ist eine politische, eine merkwürdige Entscheidung», die aber zur Folge habe, das auch in diesem Jahr keine offiziellen Vertreter dort sein würden. «Das kann ich ihnen versichern», sagte Sacharowa.


London: Ukraine auf «unumkehrbaren Weg» in die Nato

LONDON: Der britische Premierminister Keir Starmer sichert der Ukraine Unterstützung auf dem Weg in die Nato zu. Damit geht der Regierungschef erstmals auf Konfrontationskurs zu Donald Trump.

Großbritannien sieht die Ukraine entgegen den Aussagen von US-Präsident Donald Trump auf einem «unumkehrbaren Weg» in die Nato. Das habe Premierminister Keir Starmer dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat versichert, teilte die britische Regierung mit. Starmer habe die Unterstützung für die Ukraine bekräftigt - «so lange, wie sie nötig ist».

Trump hatte am Mittwoch sowohl mit Kremlchef Wladimir Putin als auch mit Selenskyj telefoniert. Kurz vor Bekanntwerden der Gespräche hatte der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth einen Nato-Beitritt der Ukraine als unrealistisches Szenario bezeichnet. Trump betonte am Donnerstag, dass ein Nato-Beitritt der Ukraine nicht Teil einer möglichen Friedenslösung sein könne, da Russland dies «niemals akzeptieren würde».

Starmer habe in dem Telefonat mit Selenskyj «unmissverständlich» klargestellt, dass es seiner Ansicht nach keine Gespräche über die Ukraine ohne die Ukraine geben könne. Der Premierminister habe die Zusage Großbritanniens bekräftigt, die Ukraine auf einem unumkehrbaren Weg in die Nato zu führen, wie es von den Alliierten im vergangenen Jahr vereinbart worden sei.


Steinmeier und Baerbock treffen US-Vizepräsident Vance

MÜNCHEN: Der Stellvertreter von US-Präsident Trump ist heute die Hauptfigur bei der Sicherheitskonferenz in München. Beim Gespräch mit dem Bundespräsidenten dürfte es um die Ukraine gehen. Aber nicht nur.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) mit US-Vizepräsident J.D. Vance zusammengekommen. An dem Gespräch nahmen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) teil. Es sollte auch einen Teil geben, bei dem Steinmeier und Vance unter vier Augen miteinander reden. An dem Treffen nahm auch Trumps Sondergesandter Richard Grenell teil, der ehemalige US-Botschafter in Deutschland.

Am frühen Nachmittag ist am Rande der MSC eine Unterredung von Vance mit dem Unions-Kanzlerkandidaten und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz geplant. Kanzler Olaf Scholz (SPD) wird dagegen erst am Samstag in München erwartet - wenn der Stellvertreter von US-Präsident Donald Trump bereits abgereist ist.

Die Rede von Vance am Nachmittag (14.30 Uhr) auf der Hauptbühne im Hotel Bayerischer Hof steht im Zentrum des ersten MSC-Tages. Vance ist nach München gekommen, um den europäischen Bündnispartnern den außen- und sicherheitspolitischen Kurs der neuen US-Regierung zu erläutern. Kurz vor der Konferenz hatte Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und Gespräche über einen Frieden in der Ukraine angekündigt.


Heusgen: MSC weiß nichts über russische Delegation

MÜNCHEN: Kommt es am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu einer Überraschung? Der US-Präsident kündigt ein Treffen mit ranghohen Vertretern Russlands an.

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), Christoph Heusgen, hat keine Kenntnis über eine mögliche Anreise russischer Unterhändler nach München. «Wir wissen davon auch nicht. Wir haben eine Reihe von Russen, aber das sind Oppositionspolitiker», sagte Heusgen im ARD-«Morgenmagazin».

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag gesagt, es werde in München ein Treffen mit «hochrangigen Vertretern aus Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten» geben, ohne Details zu nennen. Bisher ist Russland aber gar nicht zur Sicherheitskonferenz (MSC) eingeladen.

«Wir wissen von der Bundesregierung, dass da keine Visen nachgefragt worden sind beziehungsweise keine Visen ausgestellt worden sind. Also wir wissen nichts davon», sagte Heusgen. Und: «Jedenfalls auf dem Gelände der Münchner Sicherheitskonferenz hier im Bayerischen Hof wird es ein solches Treffen nicht geben.»


Finnische Außenministerin: Kein Frieden mit Putin in Sicht

BERLIN: Die finnische Außenministerin warnt vor Putin. Dieser habe kein Interesse an einem Frieden in der Ukraine. Für Europa fordert sie eine starke Rolle.

Die finnische Außenministerin Elina Valtonen sieht trotz der US-Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine keine Chance auf ein schnelles Ende des Kriegs in dem von Russland angegriffenen Land. «Ich habe wenig Vertrauen, dass sich (Kremlchef Wladimir) Putin an einen amerikanischen Friedensplan halten würde», sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Nach allem, was die Russen in den letzten 15 Jahren getan haben, wie sie auch heute die Ukraine mit Angriffen überziehen und einen perfiden hybriden Krieg gegen Europa führen, ist Frieden mit Russland in weiter Ferne.»

Valtonen sagte weiter: «Solange Moskau weiterhin auf Kriegswirtschaft setzt und politische Ziele verfolgt, die weit über die Ukraine hinausgehen, können wir Verhandlungen nicht auf die Ukraine beschränken und den Russen nicht vertrauen.» Russland in seiner heutigen Form sei eine Bedrohung, nicht nur für die Ukraine und ganz Europa, sondern für das gesamte transatlantische Bündnis. «Jeder Friedensplan scheitert derzeit am russischen Präsidenten Wladimir Putin. Mit seinen Worten und Taten macht er jeden Tag deutlich, dass er keinen Frieden will.»

Die finnische Außenministerin forderte, dass die Europäer bei Verhandlungen mit am Tisch sitzen. «In dieser wichtigen Frage ist es sogar dringender denn je, mit unseren Partnern in den USA Klartext zu reden. (US-Präsident Donald) Trump und sein Team müssen verstehen, dass es bei den Verhandlungen mit Russland nicht allein um die Ukraine geht, sondern um die Sicherheitsarchitektur ganz Europas.»


«de Volkskrant»: Trumps Alleingang peinlich für Selenskyj und EU

AMSTERDAM: Zur Anbahnung von Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges bei einem Telefonat von Donald Trump mit Wladimir Putin heißt es am Freitag in der niederländischen Zeitung «de Volkskrant»:

«Über das Telefongespräch zwischen den beiden Staatschefs war niemand in der EU vom Weißen Haus vorab informiert worden. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj wusste nichts. Das sei nicht verwunderlich, meint ein EU-Diplomat: «Auch zu Hause informiert Trump kaum jemanden über seine Pläne.»

Peinlich ist es dennoch. Vor allem für Selenskyj, der sich möglicherweise bald mit einem Friedensabkommen konfrontiert sieht, bei dem er Gebiete an Russland abtreten muss. Washington hat Kiew bereits mitgeteilt, dass eine Rückkehr zu den alten Landgrenzen eine Illusion ist. Dass Russland damit für seine Aggression belohnt wird, hält Trump wahrscheinlich für nebensächlich.

Trumps Alleingang bringt auch die Europäische Union in eine Zwickmühle. Die EU-Länder hatten stets versprochen, Kiew so lange wie nötig zu unterstützen. Und dass ein Friedensabkommen für die Ukraine nur mit der Ukraine ausgearbeitet werden kann. Deshalb sollten sowohl Kiew als auch die EU mit am Verhandlungstisch sitzen.»


«The Guardian»: Trump lässt die Ukraine fallen

LONDON: Zu den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Ukraine-Krieges meint der Londoner «Guardian» am Freitag:

«Was auch immer die Ukraine in der Öffentlichkeit sagen mag, sie hat verstanden, dass eine Nato-Mitgliedschaft nie unmittelbar bevorstand. Und sicherlich hat man mit einigen territorialen Zugeständnissen gerechnet, auch wenn das nach so vielen Opfern bitter ist. Aber Donald Trump hat russischen Forderungen nachgegeben, noch bevor er den Verhandlungstisch überhaupt erreicht hat. Das klingt eher nach der Kunst der Kapitulation als nach der Kunst des Geschäftemachens. (...)

Angesichts von Befürchtungen, dass Europa von seiner wichtigen Unterstützung für Kiew abrückt, sind die energischen Reaktionen der europäischen Länder, einschließlich Großbritanniens, gegenüber den USA zu begrüßen. Sie haben recht, wenn sie darauf bestehen, dass sie ebenso wie die Ukraine Teil jeglicher Verhandlungen sein müssen, und wenn sie Engagement für die Souveränität und territoriale Integrität des Landes bekräftigen sowie ihre Bereitschaft bekunden, die Unterstützung zu verstärken. Trump lässt die Ukraine fallen. Es wäre ebenso falsch wie leichtsinnig, wenn andere diesem Beispiel folgen würden.»

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