Ukrainekrieg: Meldungen am Montag

Foto: epa/dpa Fotomontage
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Selenskyj: EU-Beitrittsverhandlungen haben Signalwirkung

CHISINAU: Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und der Republik Moldau gestartet. In Kiew ist die Euphorie groß. Präsident Selenskyj verkündet noch eine weitere diplomatische Initiative.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU gelobt. «Die Eröffnung des ersten Clusters in den EU-Beitrittsverhandlungen Moldaus und der Ukraine senden das klare Signal, dass Europas Fortschritt nicht gestoppt werden kann», sagte Selenskyj in einem auf seinen sozialen Netzwerken verbreiteten Video. Beide Länder hätten hart daraufhin gearbeitet, kooperierten miteinander und würden den Beitritt am Ende auch gemeinsam schaffen, sagte der Ukrainer bei einem Zwischenstopp in der moldauischen Hauptstadt Chisinau kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel.

Nach Darstellung Selenskyjs ist die Beschleunigung der Beitrittsgespräche auch die passende Antwort der Europäer auf den seit mehr als vier Jahre währenden russischen Angriffskrieg gegen sein Land. «Das ist die politische Entscheidung, die Europa heute braucht.»

Zugleich kündigte Selenskyj eine neue diplomatische Initiative zur Erreichung eines Friedens an. Den Vorschlag, sich beim G7-Gipfel in Frankreich zu treffen, um über ein Ende des Kriegs zu reden, habe Kremlchef Wladimir Putin ignoriert, sagte er. Daher habe er - Selenskyj - mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen, ein solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag machte, dürfte es diesem auch deutlich schwerer fallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskyj. «Wir werden sehen, was dabei herauskommt.» Sollte Russland auch diese Offerte ablehnen, sei weiterer Druck auf Moskau nötig, forderte der ukrainische Staatschef.


EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine

LUXEMBURG: Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen.

Vertreter beider Seiten starteten am Abend in Luxemburg offiziell die Gespräche zum ersten Themenblock, wie ein Sprecher des Rates der Mitgliedstaaten der Deutschen Presse-Agentur sagte.


Russischer Mittelstreckenbomber über Sibirien abgestürzt

IRKUTSK: Russland nutzt seine Bomberflotte, um die benachbarte Ukraine aus der Luft anzugreifen. Nun ist eine der wertvollen Maschinen verunglückt.

Ein Mittelstreckenbomber der russischen Luftwaffe ist offiziellen Angaben nach bei einem Trainingsflug in Sibirien abgestürzt. Die Besatzung der Tu-22M3 habe sich per Schleudersitz retten können, teilte das Verteidigungsministerium russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. «Gefahr für Leib und Leben der Piloten besteht nicht. Am Boden gibt es keine Zerstörungen», heißt es in der Mitteilung. Der Bomber war demnach ohne Raketen unterwegs.

Den offiziellen Angaben nach stürzte die Maschine beim Landeversuch nahe der Ortschaft Kamenka im Baikalgebiet Irkutsk ab.

Die Tupolew Tu-22M3 gehört zu den strategischen Luftstreitkräften Russlands und kann theoretisch auch Raketen mit Atomsprengköpfen abfeuern. Moskau setzt die Bomber in seinem Krieg gegen die Ukraine ein, um aus großer Entfernung Marschflugkörper auf das Nachbarland abzuschießen. Die Ukraine hat daher bereits mehrfach versucht, Exemplare dieses Flugzeugs zu zerstören - und war dabei eigenen Angaben nach auch schon erfolgreich.

Nach Expertenschätzungen gibt es noch etwa 60 Flugzeuge des Typs in Russland - jeder einzelne Verlust wiegt daher schwer. Offiziell gibt es allerdings keine genauen Angaben zur Anzahl.


EU-Ratschef: G7-Gipfel tagt in entscheidendem Moment

ÉVIAN: Der Ukraine-Krieg dauert länger als der Erste Weltkrieg. Kann der G7-Gipfel mit Trump und Selenskyj Friedensbemühungen voranbringen?

EU-Ratschef António Costa hat das G7-Treffen mit US-Präsident Donald Trump als möglicherweise wegweisend in den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bezeichnet. «Die Geschlossenheit und Entschlossenheit der G7 sind entscheidend, um dazu beizutragen, diesen Krieg zu beenden und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen», sagte er kurz vor dem Beginn des G7-Treffens führender westlicher Demokratien in Évian in Frankreich.

Grundsätzlich gelte, dass der Gipfel zu einem entscheidenden Zeitpunkt stattfinde, denn niemand könne die aktuellen Herausforderungen allein bewältigen. «Die Entscheidungen, die wir hier treffen, werden ein klares Signal für unsere Bereitschaft senden, zu handeln, zusammenzuarbeiten und die Prinzipien zu verteidigen, die der globalen Stabilität zugrunde liegen», sagte Costa.

Zu den geplanten Gesprächen über den Ukraine-Krieg ergänzte der frühere portugiesische Regierungschef, es sei bedeutend, dass auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als Gast an den Diskussionen teilnehme. «Dieser Konflikt dauert inzwischen länger als der Erste Weltkrieg», sagte er. Die menschlichen Kosten seien immens und würden weiter ansteigen.


Wadephul verurteilt russische Angriffe als «ruchlose Attacken»

LUXEMBURG: Bei einem russischen Luftschlag auf Kiew gerät die Hauptkirche des Höhlenklosters in Brand. Sie zählt zum Weltkulturerbe. Außenminister Wadephul sieht sich in der Einschätzung von Moskau bestätigt.

Außenminister Johann Wadephul hat die nächtlichen russischen Luftangriffe auf die Ukraine scharf verurteilt. Der CDU-Politiker sprach von «ruchlosen Attacken», die sich unter anderem gegen europäische Kulturgüter von unschätzbarem Wert gerichtet hätten. «Das zeigt: Eine echte Bereitschaft besteht auf russischer Seite bisher nicht, in Verhandlungen einzutreten», ergänzte der CDU-Politiker mit Blick auf Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme von Gesprächen über einen Waffenstillstand. Deswegen werde man die Ukraine weiter unterstützen und die Sanktionspolitik gegen Russland fortsetzen.

Während einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine war zuvor auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten. «Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters», schrieb der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Moskau wies die Schuld von sich: Nach nicht überprüfbaren Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde das Höhlenkloster in Kiew von einer Patriot-Rakete der ukrainischen Flugabwehr getroffen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte zu den jüngsten Angriffen auf Zivilisten: «Das sind alles Kriegsverbrechen, die Russland begeht.»

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