Ukrainekrieg: Meldungen am Donnerstag

Foto: epa/Fotomontage
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Lage für ukrainische Truppen bei Kostjantyniwka kritisch

KOSTJANTYNIWKA: Russische Truppen rücken vor: In Kostjantyniwka droht die Einkesselung, Nachschub und Evakuierungen werden zum Risiko. Wie lange hält die Stadt noch stand?

Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. «Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist», sagte Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Die russische Armee versuche die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. «Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert».

Ukrainische Lagekarten bestätigen die Umfassung der stark zerstörten Industriestadt von drei Seiten. Zuvor hatten auch andere ukrainische Militärs die Lage als sehr schwierig geschildert.

Die Führung in Kiew sprach zuletzt vor allem international davon, den russischen Vormarsch aufgehalten und Gebiete zurückerobert zu haben. Doch selbst ukrainische Karten zeigen ein Vorrücken russischer Truppen, wenn auch langsamer als noch in den Wintermonaten. Beobachter gehen davon aus, dass Kostjantyniwka noch in den Sommermonaten fallen könnte. Von den größeren Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle.


Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom

ENERHODAR: Immer wieder kommt es im Ukraine-Krieg zu Störungen im Ablauf des Atomkraftwerks Saporischschja. In dieser Nacht blieb die Anlage ohne Stromversorgung von außen. Was ist die Folge?

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilte die Kraftwerksleitung mit. Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten.

«De Nacht verlief in Enerhodar und dem Umkreis des Atomkraftwerks Saporischschja relativ ruhig», sagte die von Moskau eingesetzte Kommunikationsleiterin des AKW, Jewgenija Jaschina, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Es habe nur vereinzelt Drohnenbeschuss gegeben. Allerdings sei die gesamte Stadt ohne Stromversorgung.

Russland hat das AKW in den ersten Kriegstagen 2022 erobert und hält es seither besetzt. Wegen der Kriegshandlungen wurde die Nuklearanlage heruntergefahren. Beide Seiten warfen einander in der Vergangenheit mehrfach vor, die atomare Sicherheit durch Kriegshandlungen im Umfeld des Kernkraftwerks zu gefährden. Die Internationale Atombehörde hat Beobachter im Kraftwerk stationiert und die Kriegsparteien zur Zurückhaltung aufgerufen.

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