USA feiern Durchbruch im Gaza-Konflikt

Trump als Friedensmacher: wie ihm das gelang

US-Präsident Donald Trump spricht in der Knesset in Jerusalem neben Parlamentspräsident Amir Ohana und Israels Staatschef Isaac Herzog. Foto: epa/Jalaa Marey
US-Präsident Donald Trump spricht in der Knesset in Jerusalem neben Parlamentspräsident Amir Ohana und Israels Staatschef Isaac Herzog. Foto: epa/Jalaa Marey

SCHARM EL SCHEICH: US-Präsident Donald Trump inszeniert sich als Architekt des Nahost-Friedens. Nach der Freilassung der letzten Geiseln und einer Zeremonie in Ägypten gilt sein Plan als historischer Erfolg. Doch Beobachter warnen vor Illusionen, die zweite Phase wird entscheidend.

Trump hatte schon früh die Einigung zwischen Israel und der Hamas verkündet – und wurde in Israel mit minutenlangem Applaus empfangen. Bei seiner Rede im Parlament in Jerusalem sprach er vom Ende des Krieges und vom Beginn einer „neuen Ära der Harmonie“. Wenige Stunden später reiste er nach Scharm el Scheich, wo die Waffenruhe von den Vermittlerstaaten feierlich besiegelt wurde.

An seiner Seite: Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Jordaniens König Abdullah II. nahmen teil. Der genaue Inhalt des von Trump entworfenen 20-Punkte-Plans bleibt geheim, soll aber langfristige Regelungen zu Sicherheit, Wiederaufbau und Regierungsstruktur des Gazastreifens enthalten.

Trumps unkonventioneller Ansatz

Den Erfolg schreibt Trump vor allem seinem unorthodoxen Team zu. Statt erfahrener Diplomaten setzte er auf den Immobilienunternehmer Steve Witkoff und seinen Schwiegersohn Jared Kushner. Beide hätten – so US-Medien – „mit Deals statt mit Diplomatie“ verhandelt. Kritiker werfen Kushner wirtschaftliche Eigeninteressen vor, doch Trump betont, das Duo habe „Vertrauen auf beiden Seiten“. Das Magazin „The Atlantic“ beschreibt die Gespräche als „familiäre Verhandlungen, die alte Regeln brachen und doch Ergebnisse brachten“.

Druck auf Israel und Hamas

Trumps Administration nutzte ökonomischen und politischen Druck, um Bewegung in festgefahrene Fronten zu bringen. Katar und die Türkei drohten der Hamas laut „Wall Street Journal“ mit dem Ende ihres politischen Schutzes, während Ägypten die Vermittlung an Bedingungen knüpfte. Zugleich mahnte Trump Israels Regierung, mit Angriffen und Siedlungspolitik die Weltmeinung nicht weiter zu verlieren. Sein öffentliches Mahnen an Premier Netanjahu gilt Beobachtern als Schlüssel für den Durchbruch.

Friedensgipfel mit Pannen

In Scharm el Scheich wurde Trump mit Plakaten empfangen, die ihn neben al-Sisi als „Friedensbringer“ zeigten. Doch während die Zeremonie weltweit Schlagzeilen machte, mussten zahlreiche Staatsgäste warten – Trumps Auftritt in Jerusalem hatte sich um Stunden verzögert. Der US-Präsident erklärte schließlich, Phase Zwei seines Plans sei bereits im Gange. Doch entscheidende Fragen – Entwaffnung der Hamas, Abzug der israelischen Armee, Rolle internationaler Truppen – bleiben offen. Viele Beobachter sehen den Triumph eher als Etappensieg.

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Ingo Kerp 14.10.25 14:40
Die israel. Geiseln sind frei und die Hamas Kämpfer sind ausgetauscht. Ohne Frage ein großer Erfolg, auf Grund der militärischen Androhung der derzeit groeßten Militärmacht, den USA. Damit ist aber auch zugleich das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Hamas hat bereits bekannt gegeben, daß sie die Waffen nicht niederlegen wird, was ein ganz einscheidender Punkt im Vertrag war und der für die israel. Regierung der Aufhänger ist, überhaupt weiter zu verhandeln. Mit anderen Worten, alles fängt wieder bei Null an.

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