Trump feiert Gaza-Friedensplan in Ägypten

Über 20 Staats- und Regierungschefs beim Gipfel in Scharm el-Scheich

Fahrzeuge des Internationalen Roten Kreuzes stehen bereit, während Kämpfer der Hamas Geiseln an Vertreter des IKRK übergeben. Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
Fahrzeuge des Internationalen Roten Kreuzes stehen bereit, während Kämpfer der Hamas Geiseln an Vertreter des IKRK übergeben. Foto: Abed Rahim Khatib/dpa



KAIRO: Nach zwei Jahren Krieg im Gazastreifen soll am Montag in Ägypten ein neues Kapitel beginnen. US-Präsident Donald Trump und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi laden zu einem Friedensgipfel im Badeort Scharm el-Scheich. Israel bereitet sich zeitgleich auf die Übergabe der letzten lebenden Geiseln vor. Während in Gaza Hunderttausende in ihre zerstörten Wohngebiete zurückkehren, hoffen viele auf einen dauerhaften Frieden.

Trump und al-Sisi wollen in Ägypten den von beiden initiierten Gaza-Friedensplan offiziell unterzeichnen. Israel und die Hamas hatten dem Abkommen Ende der Woche zugestimmt. Nach Informationen aus Hamas-Kreisen sollen die noch lebenden Geiseln – insgesamt 20 von ursprünglich 48 Verschleppten – am Montagmorgen an Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben werden. Auch die sterblichen Überreste von 27 weiteren Geiseln sowie eines 2014 getöteten israelischen Soldaten sollen übergeben werden. Israel hat laut Premierminister Benjamin Netanjahu alle Vorbereitungen getroffen. Eine 72 Stunden lange Frist für die Freilassung endet am Montagmittag.

Gipfeltreffen in Scharm el-Scheich

Zum Gipfel in Scharm el-Scheich werden mehr als 20 Staats- und Regierungschefs erwartet. Neben Trump und al-Sisi haben unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres, EU-Ratspräsident António Costa, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzler Friedrich Merz, Großbritanniens Premierminister Keir Starmer, Jordaniens König Abdullah II., Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif ihre Teilnahme zugesagt.

Hamas-Vertreter werden nicht teilnehmen, auch Netanjahus Anwesenheit gilt als unwahrscheinlich. Ziel des Treffens ist laut ägyptischem Präsidialamt, den Krieg im Gazastreifen endgültig zu beenden und die Grundlage für eine langfristige Friedensordnung in der Region zu schaffen.

Rückkehr und Verzweiflung im Gazastreifen

Seit Beginn der Waffenruhe am Freitag sind nach palästinensischen Angaben mehr als 300.000 Menschen in den Norden Gazas zurückgekehrt. Viele von ihnen finden ihre Häuser in Trümmern vor. Israel erlaubt nun den verstärkten Import von Hilfsgütern – täglich sollen etwa 600 Lastwagen mit Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe in das Gebiet einfahren. Laut den Vereinten Nationen ist dies das Minimum, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen.

Trotz der Waffenruhe gibt es Berichte über neue Gewalt zwischen Hamas-Mitgliedern und bewaffneten Clans. Beobachter warnen, dass gezielte Tötungen und Racheakte anhalten könnten. Ob das Abkommen zu einem dauerhaften Frieden führt, ist ungewiss – die Entwaffnung der Hamas und der Abzug israelischer Truppen bleiben zentrale Streitpunkte. Die Hamas erkennt Israel weiterhin nicht an, während Netanjahu und seine Regierung auf eine vollständige Zerschlagung der Organisation drängen.

Trump sucht symbolischen Erfolg

Trump reist am Montag zunächst nach Israel, trifft dort Angehörige der Geiseln und spricht im Parlament, bevor er zur Zeremonie nach Ägypten weiterfliegt. Bei dem Gipfel will er die Unterzeichnung seines 20-Punkte-Friedensplans als historischen Erfolg präsentieren.

Sein Sondergesandter Steve Witkoff erklärte bereits bei einer Großkundgebung in Tel Aviv, man sei „Präsident Trump zu tiefstem Dank verpflichtet“. Hunderttausende jubelten dem US-Präsidenten zu, während Israels Premier Netanjahu bei Teilen der Menge auf Ablehnung stieß. Viele Angehörige der Geiseln werfen ihm vor, politische Interessen über das Schicksal der Verschleppten gestellt zu haben.

Trump will nach der Zeremonie am Montagabend in die USA zurückkehren – mit der Hoffnung, einen ersten Schritt zu einem „ewigen Frieden“ im Nahen Osten eingeleitet zu haben.

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