Trump ermahnt Nato-Verbündete

«Etwas zögerlich»: Rutte kritisiert einzelne Nato-Länder

Donald Trump verfolgt ein Briefing zur Lage im Iran, während John Ratcliffe im Weißen Haus die Medien informiert. Foto: epa/Yuri Gripas / Pool
Donald Trump verfolgt ein Briefing zur Lage im Iran, während John Ratcliffe im Weißen Haus die Medien informiert. Foto: epa/Yuri Gripas / Pool

WASHINGTON: Kaum ein Tag vergeht, an dem Trump und seine Regierung nicht gegen die Nato schießen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist nun auf heiklem Besuch in Washington – und kritisiert eigene Bündnispartner.

Rutte bemängelte eine in Teilen zu zögerliche Reaktion der Nato-Staaten auf den Krieg im Iran. „In Bezug auf die logistische und sonstige Unterstützung der Vereinigten Staaten reagierten einige Verbündete – gelinde gesagt – etwas zögerlich“, sagte er in Washington. Welche Länder er meinte, ließ der Niederländer offen, räumte aber ein, dass viele vom Angriff überrascht gewesen seien.

US-Präsident Donald Trump hatte das Bündnis mehrfach scharf kritisiert, weil es sich seiner Ansicht nach nicht aktiv genug am Iran-Krieg beteilige. Streitpunkte waren die Nutzung von Militärstützpunkten sowie eine Mission zur Öffnung der Straße von Hormus. Trump attackierte vor allem Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich.

„Ich konnte Trumps Enttäuschung spüren“

Am Vortag traf Rutte Trump im Weißen Haus. Das Gespräch verlief laut Rutte „hart, aber offen“. Er habe Trumps Enttäuschung gespürt, „dass seiner Ansicht nach zu viele Verbündete nicht hinter ihm stehen“. Zugleich betonte Rutte, die überwältigende Mehrheit der Europäer unterstütze die USA. „Manchmal braucht es ein paar Tage, aber das Bündnis steht bereit, sowohl Europa als auch die USA zu verteidigen.“

Als Zeichen für das Engagement der Nato wertete Rutte die Mission zur Öffnung der Straße von Hormus. Unter britischer Führung hätten sich 34 Nationen bereiterklärt, an einer Lösung zu arbeiten. „Wenn die Nato helfen kann, steht sie bereit“, sagte Rutte.

Trump legt nach und droht indirekt

Nach dem Treffen verschärfte Trump seine Kritik. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen.“ Zudem griff er den alten Streit um Grönland erneut auf und nannte die Insel „ein großes, schlecht verwaltetes Stück Eis“. Grönland gehört zum Gebiet des Nato-Partners Dänemark – und war ein früheres Objekt seiner Expansionsfantasien.

Trump hatte die Verbündeten aufgefordert, die Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen, doch viele Länder hielten sich wegen der laufenden Kampfhandlungen zurück. Der Iran hatte die Meerenge Anfang März als Reaktion auf Angriffe der USA und Israels blockiert, was die Weltmarktpreise für Öl und Gas stark steigen ließ.

Droht ein Austritt der USA aus der Nato?

Trumps Kritik an der mangelnden Unterstützung der Nato-Partner hat erneut Befürchtungen über einen möglichen US-Austritt ausgelöst. Allerdings müsste der Senat mit Zweidrittelmehrheit zustimmen – was als höchst unwahrscheinlich gilt. Rutte erklärte nach dem Treffen mit Trump gegenüber CNN, der Präsident sei „klar enttäuscht“ über das transatlantische Bündnis, die Diskussion jedoch „sehr offen zwischen zwei Freunden“ verlaufen.

Streit um Grönland flammt wieder auf

Anfang des Jahres hatte Trump erneut Interesse an einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gezeigt – notfalls auch gewaltsam. Nach heftiger Kritik aus Europa sah er davon ab, beharrte jedoch auf weiteren Verhandlungen. Die Nato verstärkte daraufhin ihre militärische Präsenz in der Arktis.

Dänemark und die Regierung des weitgehend autonomen Grönlands lehnen eine US-Übernahme strikt ab. Sie warnten, dass eine Annexion das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses bedeuten könnte. Trump hatte sein Vorgehen mit der Behauptung gerechtfertigt, Grönland müsse vor Russland und China geschützt werden. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt, etwa sechsmal so groß wie Deutschland und hat rund 57.000 Einwohner.

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Charly Otto 10.04.26 15:40
Trump und Netanjahu stürzen die halbe Welt mit Ihrem Überfall auf den Iran in Elend und Angst, und schreien dann, wenn sich der Iran wehrt, händeringend um Hilfe bei Ihren Kriegsverbrechen und Verstößen gegen das Völkerrecht. der Iran ist eben kein Venezuela Herr Trump. Und die Gier nach Macht und Öl sollte niemals ein Grund sein, ein Land mit falschen Anschuldigungen zu denunzieren und zu überfallen.
Überhaupt, mit was für einer Niveaulosen Rhetorik sich Trump äussert... Der will ein Politiker sein? Das ist das absolut letzte. Die Bevölkerungder USA kann richtig stolz auf diesen durchgeknallten Polemiker sein, Respekt, darf und kann er sich aber nicht durch solche Auftritte versprechen
Hartmut Wirth 10.04.26 15:35
Nato
Ei der Daus.

Da zettelt Uncle Sam zusammen mit Israel einen Krieg mit dem Iran an und bekommt den Arsch ordentlich versohlt, weil er den Iran unterschatzt hat.

Und was schreit der "machtigste Mann" der Welt dann? Er sucht die Hilfe der Nato-Oartner, die er zuvor noch masdiv beleidigt und angegriffen hat. Dabei wird von ihm aber völlig vergessen, dass das Bündnis ein Verteidigungs- und kein Angriffbündnis war.

Mit diesem Krieg haben die Nato-Stasten nichts zu tun! Und somit ist deren Haltung hinsichtlich einer "Kriegsbeteiligung" nur logisch.

Die gesamte Regierungszeit von Trump besteht doch nur aus Drohungen, Erpressung und Krieg. Was soll man da anderes erwarten?

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