EU-Abgeordnete fordern Unabhängigkeit von Nato

NATO/OTAN Logo. Foto: Wikepedia/Imalipusram
NATO/OTAN Logo. Foto: Wikepedia/Imalipusram

BRÜSSEL: Kann sich Europa in Verteidigungsfragen noch auf die Nato verlassen? Eine neue Gruppe von Europaabgeordneten beantwortet die Frage mit einem klaren Nein - und fordert die Hauptstädte zum Handeln auf.

Ein neues parteiübergreifendes Bündnis von EU-Abgeordneten hat zum Europatag an diesem Samstag den schnellen Aufbau einer europäischen Verteidigungsunion angemahnt. «Sich beim Schutz Europas allein auf die Vereinigten Staaten zu verlassen, ist ein gefährliches Glücksspiel», heißt es in einer Erklärung, die unter anderen die deutschen Parlamentarier Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Michael Gahler (CDU) und Tobias Cremer (SPD) unterzeichneten. Es brauche Strukturen, die im Ernstfall auch ein Handeln ohne die US-dominierte Nato ermöglichten. Dazu gehörten entsprechende Kommandostrukturen und eine schnelle Eingreiftruppe.

Kritik üben die Politiker am bisherigen Kurs der Regierungen der EU-Staaten. Obwohl diese immer wieder den politischen Willen zu einer Stärkung der militärischen Fähigkeiten betonten, fehle es an echter Entschlossenheit, heißt es in dem Text. So blockierten etwa kurzfristige nationale Interessen weiterhin echten Fortschritt bei der Beschaffung von Verteidigungsausrüstung. Eine gemeinsame Beschaffung könne jährlich bis zu 100 Milliarden Euro einsparen.

Heikle Atomwaffen-Frage bislang kein Thema

Das politisch heikle Thema nukleare Abschreckung wird in der Erklärung unterdessen nicht erwähnt. Der deutsche EU-Politiker Lukas Sieper von der Partei des Fortschritts (PDF) zeigte sich bei der Vorstellung allerdings überzeugt, dass es von dem neuen Abgeordnetenbündnis in Zukunft auch aufgegriffen wird.

Atomwaffen sollten zwar global abgeschafft werden, sagte Sieper. Solange aber Mächtige mit bösen Absichten darüber verfügten, sollte man sie besser auch selbst haben. «Und wenn, dann besser die EU als ein Mitgliedstaat», fügte er hinzu. Sieper gehört dem Bündnis ebenso an wie die grüne Außenpolitikerin Hannah Neumann und mehrere Dutzend andere Abgeordnete aus Deutschland und weiteren EU-Staaten.

Der Europatag erinnert an die Schuman-Erklärung vom 9. Mai 1950. Frankreichs Außenminister Robert Schuman schlug damals vor, die Kohle- und Stahlproduktion zusammenzulegen, um neue Kriege zu verhindern. Die Erklärung gilt als Startpunkt der europäischen Einigung und wichtiger Wegbereiter der heutigen EU.

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Thomas Sylten 11.05.26 15:20
So ist es, Herr Schwake -
selten aber doch gibt es Schnittpunkte in unseren Überlegungen. Und Sie sehen: Auch "Linke" können vernünftig -
nur eine Frage bleibt mir: Wozu bräuchte Europa zwei Atom-Uboote im Pazifik?
Rolf W. Schwake 10.05.26 14:01
Europa muß eins werden ...
... denn nur gemeinsam sind wir stark! Zu allererst wäre erforderlich, Entscheidungen in der EU mit qualifizierten Mehrheiten zu fällen und sich von der Einstimmigkeit zu trennen, denn diese ist undemokratisch und vor allem kontraproduktiv: Eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik, eine gemeinsame Armee mit mehreren "schnellen Eingreifbrigaden", zwölf Atom-U-Boote mit atomaren Langstreckenraketen (4 in Wartung, 4 in Training, jeweils 2 in Atlantik und Pazifik im Einsatz), 36 Jagd-U-Boote, vor allem Unanhängigkeit von außereuropäischen Waffenlieferungen pp wären das Mindestmaß aller Dinge!
Die aktuelle Lage zeigt wieder einmal, daß nicht die Quantität von Waffen von Bedeutung ist, sondern nur die Qualität in abschreckender Anzahl.
Europa muß genügend Abschreckung erzeugen, um in Frieden leben zu können - wir dürfen uns bei dem Machthunger diverser autokratischer Länder nicht auf vage Schutzzusagen verlassen!
Europa hat das Know How, die wirtschaftlichen Fähigkeiten und Ressourcen, das zu schaffen! Wir müssen es nur wollen!
Hoffen wir, daß dazu nicht ein Bürgerkrieg nach gut 80jährigem des Bestehens wie in den USA notwendig ist. Die Folgen der modernen Waffennutzung sollten selbst den uneinsichtigsten Politiker überzeugen, daß das wehrhafte Europa als geeinter demokratischer Bundesstaat mit seinen Nationalstaaten Garant des Friedens werden muß - inklusive GB, Norwegen, Ukraine pp!
NOCHMALS: NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK GENUG, UM IN FRIEDEN UND FREIHEIT ZU ÜBERLEBEN!

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