Nato startet Großmanöver Baltops

6.000 Soldaten üben Sicherung der Ostsee

NATO-Sitzung des Nordatlantikrates im Hauptquartier in Brüssel. Foto: epa/Olivier Hoslet
NATO-Sitzung des Nordatlantikrates im Hauptquartier in Brüssel. Foto: epa/Olivier Hoslet

GDYNIA: Mehr als 6.000 Soldaten aus 15 Ländern proben bei Baltops in der Ostsee den Ernstfall. Im Fokus: Sicherung des Seeverkehrs und Abschreckung.

Das zweiwöchige Nato-Marine-Manöver Baltops startet vom polnischen Gdynia aus in der Ostsee. An der Großübung im Ostseeraum nehmen mehr als 30 Einheiten aus 15 Nationen teil, rund 6.000 Soldatinnen und Soldaten sind beteiligt, wie die Marine mitteilte.

Das 55. Baltops-Manöver wird erneut von der US Navy angeführt und endet am 28. Juni in Kiel.

Von deutscher Seite aus sind die Fregatte «Sachsen-Anhalt», die Korvetten «Braunschweig» und «Erfurt», das U-Boot «U 34» sowie ein Seefernaufklärer daran beteiligt. Alle Baltops-Einheiten erhöhten die Präsenz der Nato im Seegebiet, sagte Konteradmiral Stephan Haisch.

«Dabei werden Schiffe, Boote und Marineflieger sowie unbemannte Systeme im Einsatz sein.»

Robuste Abschreckung

Schwerpunkt des Großmanövers ist die Sicherung des freien Seeverkehrs in der Ostsee.

Außerdem geht es laut Marine um robuste Abschreckung. Die Ostsee gilt auch angesichts des andauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine als strategisch wichtiges Meer. Russland ist als einziger der neun Ostseeanrainerstaaten kein Nato-Mitglied.

Die Geschichte von Baltops geht zurück bis in den Kalten Krieg. Nach Angaben der Marine fuhr der US-Flugzeugträger «Intrepid» im Mai 1971 zusammen mit drei Zerstörern in die Ostsee, um seine Fähigkeiten zu demonstrieren.

Der Verband habe sich damals bis auf 20 Seemeilen (entspricht etwa 37 Kilometern) der sowjetischen Küste genähert und sei damals rund um die Uhr von sowjetischen Aufklärungsflugzeugen beobachtet worden.

Nato-Flottenverbände sollten demnach in die Ostsee vordringen können, während gegnerischen Kriegsschiffen der umgekehrte Weg in die Nordsee und damit in den Atlantik verwehrt bleiben sollte.

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