BANGKOK: In Thailand beginnt am heutigen Freitag (15. Mai 2026) offiziell die Regenzeit. Nach Angaben des Thailändischen Meteorologischen Amts (TMD) wird in diesem Jahr jedoch insgesamt mit geringeren Niederschlagsmengen als üblich gerechnet. Die Behörde erklärte am Donnerstag (14. Mai 2026), dass die Regenzeit offiziell beginnt, sobald mehrere meteorologische Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind.
Dazu zählen anhaltende Niederschläge in mehr als 60 Prozent der Regionen Nord-, Nordost-, Zentral- und Ostthailands, eine Umstellung der bodennahen Winde auf südwestliche Richtungen sowie östliche Höhenwinde in höheren Luftschichten. Dies erklärte die TMD-Generaldirektorin Sukanyanee Yawinchan.
Weniger Regen als im Durchschnitt
Nach aktuellen Prognosen soll die Regenzeit in den nördlichen Landesteilen bis etwa Mitte Oktober andauern. Im Südosten werden Niederschläge dagegen voraussichtlich bis Dezember auftreten. Insgesamt erwartet der Wetterdienst für die diesjährige Saison rund zehn Prozent weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt.
Bis Mitte Juni soll die Häufigkeit der Niederschläge zunächst zunehmen. Besonders betroffen seien die östlichen Landesteile sowie der Südwesten entlang der Andamanensee. Von Ende Juni bis in den Juli hinein rechnen Meteorologen jedoch mit einer vorübergehenden Abschwächung der Regenfälle und einer kurzen Trockenperiode. Erst im August und September werde wieder mit intensiveren Niederschlägen gerechnet.
Warnung vor Starkregen und Fluten
Vor allem in dieser späteren Phase der Regenzeit warnen die Behörden vor möglichen Starkregenereignissen, Sturzfluten, Waldabfluss und über die Ufer tretenden Flüssen. Zudem könnten sich im August und September ein bis zwei Tropenstürme Thailand nähern, die insbesondere den Norden und Nordosten des Landes beeinflussen dürften.
Der Wetterdienst beobachtet nach eigenen Angaben weiterhin die Entwicklung des Klimaphänomens El Niño. Derzeit befinde sich das Muster noch in einem neutralen Zustand. Allerdings bestehe die Möglichkeit, dass sich in der zweiten Jahreshälfte ein stärkerer El Niño entwickelt. Wissenschaftler warnen bereits vor einem möglichen „Super El Niño“, der in Südostasien insbesondere trockenere Wetterbedingungen verursachen könnte.
Zur besseren Überwachung möglicher Unwetterlagen wurde zudem ein neues Beobachtungszentrum für Starkregen und starke Winde in der Andamanensee eingerichtet.