KABUL: Die Taliban in Afghanistan haben nach der Erdbebenserie am Wochenende den Opfern einen Wiederaufbau versprochen. Dies kündigte der stellvertretende Regierungschef Abdul Ghani Baradar bei seinem Besuch in den Katastrophengebieten an, wie das Gouverneursbüro in der Provinzhauptstadt Herat am Dienstag mitteilte. Baradar rief seine Regierung dazu auf, Spenden an die Erdbebenopfer zu verteilen. Afghanistan leidet seit der Machtübernahme der Taliban im Sommer 2021 unter einer Wirtschaftskrise und ist wegen der repressiven Politik international isoliert.
Am Samstagmorgen hatten mehrere Erdbeben die Bewohner der afghanischen Grenzprovinz Herat nahe dem Iran aufgeschreckt. Innerhalb von nur wenigen Stunden bebte die Erde neun Mal, mehr als ein Dutzend Dörfer wurden weitgehend zerstört. Militär und Rettungsdienste eilten in die Katastrophengebiete. Die beiden schwersten Beben hatten laut der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,3. Laut dem afghanischen Sender Tolonews kamen bisher mindestens 2400 Menschen ums Leben, das UN-Nothilfebüro OCHA sprach von mehr als 1000 Toten.