Polizei auf Kos zerschlägt großen Schleuserring

Archivbild: epa/Stefanos Rapanis
Archivbild: epa/Stefanos Rapanis

ATHEN (dpa) - Der Polizei auf der griechischen Touristeninsel Kos ist ein Schlag gegen eine internationale Schleuserbande gelungen. Die Schleuser - zwei Griechen und vier Ausländer - sollen in den Sommermonaten im großen Stil per Fähre Migranten vom griechischen Festland nach Kos gebracht haben. Dort erhielten die Menschen gefälschte Reisedokumente, mit denen sie auf Charterflügen nach Westeuropa reisen konnten.

Unter den mutmaßlichen Schleusern sei auch ein griechischer Polizist gewesen, der am Flughafen von Kos arbeitete und die Schleusung der Migranten erleichterte, teilte die griechische Polizei am Dienstag mit. Es werde nach weiteren Mitgliedern gefahndet.

Die Schleuserbande sei seit mindestens 15 Monaten aktiv gewesen. Ihre Mitglieder kassierten pro Kopf zwischen 4.500 Euro und 6.000 Euro für die Flüge gen Westen Europas.

Die Schleuser rieten den Migranten, sich als Touristen anzuziehen. Die Frauen sollten sich gut schminken und mit Männern auftreten, als seien sie Paare auf der Urlaubsreise, wie die Polizei mitteilte.

Wie viele Menschen auf diese Weise nach West- und Mitteleuropa gelangt sind, blieb zunächst unklar. Die Ermittlungen dauern an. Zurzeit befinden sich in Griechenland mehr als 80.000 Migranten aus verschiedenen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas, die Asyl beantragt haben. Ein großer Teil von ihnen sucht immer wieder Wege, in andere EU-Staaten weiterzureisen.

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