Indiens Aussagen über Anspruch auf Kaschmir verurteilt

Foto: epa/Farooq Khan
Foto: epa/Farooq Khan

ISLAMABAD (dpa) - Pakistan hat Aussagen Indiens über einen Anspruch Neu Delhis auf den pakistanisch-kontrollierten Teil der umstrittenen Region Kaschmir scharf verurteilt. Islamabad lehne nachdrücklich «die aufrührerischen und verantwortungslosen Äußerungen» des indischen Außenministers ab, hieß es in einer in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Erklärung des pakistanischen Außenministeriums. Gleichzeitig forderte Islamabad die internationale Gemeinschaft auf, die «aggressive Haltung» Indiens zur Kenntnis zu nehmen.

Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Neu Delhi gesagt: «Das von Pakistan besetzte Kaschmir ist Teil Indiens und wir rechnen damit, eines Tages die Rechtshoheit darüber zu haben.» Diese Position vertritt Indien schon lange.

Seit Britisch-Indien vor mehr als 70 Jahren unabhängig und geteilt wurde, streiten Indien und Pakistan um die Kaschmir-Region. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil, ein weiterer gehört zu China. Indien und Pakistan führten bereits zwei Kriege um Kaschmir.

Mit den Aussagen verschärfte Jaishankar die jüngsten Spannungen zwischen den beiden Erzfeinden erneut. Diese waren zuletzt eskaliert, nachdem Neu Delhi der von ihm kontrollierte Kaschmir-Region Anfang Augst einen Sonderstatus entzogen hatte, der der Region weitgehende Autonomierechte verliehen hatte. Damit will Indien das mehrheitlich von Muslimen bewohnte Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Pakistan bezeichnete die Entscheidung als «illegal» und erklärte, Indiens Vorgehen gegen Proteste im indisch-kontrollierten Teil Kaschmirs würde mehr Muslime der Welt in den Extremismus treiben.

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