Experten: Großstädte halten Frist für Wärmeplanung ein
HALLE: Die Kommunen in Deutschland sind in Sachen Wärmeplanung auf einem guten Weg. «Die großen Kommunen in Deutschland werden es bis Mitte 2026 wirklich schaffen, ihre Wärmepläne abzuschließen. Das ist eine riesige Neuigkeit», sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle, Robert Brückmann. Die insgesamt 80 Städte mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern machen jedoch nur einen kleinen Teil aller Kommunen aus, die in den kommenden Jahren gesetzlich eine Wärmeplanung vorweisen müssen.
Rheinmetall will Lenkflugkörper mit Südkoreanern fertigen
PARIS: Zur Abwehr von Gleitbomben und anderen feindlichen Flugkörpern arbeitet Deutschlands größte Waffenschmiede Rheinmetall künftig eng mit einem südkoreanischen Rüstungsunternehmen zusammen. Man wolle ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Firma LIG Defence & Aerospace aus Yongin gründen und daran die Mehrheit halten, teilte Rheinmetall auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris mit. Das Joint Venture soll Lenkflugkörper bauen, um damit etwa Gleitbomben recht kostengünstig zu zerstören:
Eon-Chef: Komplettschutz der Stromnetze nicht möglich
BERLIN/ESSEN: Ein kompletter Schutz der Stromnetze vor Angriffen ist nach Ansicht von Eon-Chef Leonhard Birnbaum nicht möglich. «Wir können unsere Anlagen sicherer, aber nicht komplett unangreifbar machen», sagte Birnbaum in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir können es schwerer machen, und wir können uns besser dafür aufstellen, schnell wiederherzustellen, wenn der Schaden geschehen ist», sagte er. «Aber wir können Angriffe nicht unmöglich machen.»
Merz-Beauftragter Blessing sieht Ernüchterung über Standort
FRANKFURT/MAIN: Gut ein Jahr nach Antritt der Bundesregierung sieht der Investitionsbeauftragte von Kanzler Friedrich Merz, Martin Blessing, eine Enttäuschung bei Investoren. «Es ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten, das will ich gar nicht bestreiten», sagte der frühere Commerzbank-Chef dem «Handelsblatt.» «Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und den höheren Verteidigungsausgaben haben wir entscheidende Weichen gestellt, aber es wirkt nicht von heute auf morgen.» Die meisten Investoren verstünden aber, dass Veränderung ein langwieriger Prozess sei und kein Ereignis.
Daimler Truck setzt auf Militärgeschäft für neues Wachstum
LEINFELDEN-ECHTERDINGEN: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck treibt seine Aktivitäten im Verteidigungsbereich voran. Der Konzern bündelt seine weltweiten Aktivitäten unter der neuen Dachmarke Daimler Truck Defence und richtet sein Geschäft auf globales Wachstum aus, wie das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mitteilte. Daimler Truck sehe im Geschäft mit der Verteidigung einen Wachstumstreiber. Ziel sei es, bis 2028 hier einen Umsatz von einer Milliarde Euro zu erreichen. Zum Vergleich: 2025 lag der Umsatz des Konzerns insgesamt bei 49,5 Milliarden Euro.
Routerhersteller fordern Kontrolle importierter Geräte
MÜNCHEN/BERLIN: Routerhersteller fordern scharfe Kontrollen importierter Internet-Netzwerkgeräte in Europa. Vorbild sollen die gegen chinesische Erzeugnisse gerichteten Sicherheitsvorschriften der EU für den 5G-Mobilfunk sein. «Router und Netzwerkgeräte müssen von der Politik ebenso stringent geschützt werden wie 5G-Netze», heißt es in der Mitteilung des neu gegründeten Safenet-Verbands. Beteiligt sind die deutschen Unternehmen Fritz, Devolo, Lancom und TDT sowie Teltonika aus Litauen.
Bundesbankchef warnt vor verfrühter Hoffnung nach Iran-Deal
FRANKFURT/MAIN: Nach dem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA dämpft Bundesbankpräsident Joachim Nagel die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung bei der Inflation und auf den Ölmärkten. Zwar zeichne sich nun ein Waffenstillstand und eine Öffnung der Straße von Hormus ab, sagte Nagel in Frankfurt. Doch es werde Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert. Der Preisdruck in der Wirtschaft könne zudem nochmals steigen, wenn fiskalpolitische Maßnahmen wie etwa der Tankrabatt zur Senkung der Energiepreise ausliefen.
Neue Rechte für Fluggäste? Das soll sich ändern
BRÜSSEL/STRAßBURG: Nach jahrelangen Verhandlungen um Fluggastrechte in der EU ist klar: Es bleibt bei den bisherigen Entschädigungszahlungen bei Verspätungen. Reisende haben damit ab drei Stunden Verspätung unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Geld. Vertreter von Europaparlament und EU-Staaten haben sich aber auch auf einige Änderungen verständigt. So müssen Fluganbieter etwa künftig standardmäßig den Preis mit Handgepäck anzeigen. Oder: Kinder dürfen im Flugzeug neben ihren Eltern sitzen, ohne dass Geld für die Sitzplatzreservierung fällig werden.
Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,1607 US-Dollar
FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1607 (Freitag: 1,1567) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8615 (0,8645) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86483 (0,86305) britische Pfund, 185,93 (185,30) japanische Yen und 0,9212 (0,9217) Schweizer Franken fest.
Kapitalerhöhung: OHB will 500 Millionen Euro einnehmen
BREMEN: Der Raumfahrtkonzern plant, mit der Ausgabe neuer Aktien rund 500 Millionen Euro zu erzielen. Was OHB mit dem Geld vorhat.
Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB will neue Aktien ausgeben und so rund 500 Millionen Euro brutto einnehmen. Der Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung soll unter anderem in die weitere Industrialisierung der Produktion, in Trägerraketen und Zukunftsprogramme investiert werden, wie das Unternehmen mitteilte.
«Europa investiert in großem Umfang in unabhängige Raumfahrtkapazitäten und wir stehen seit über vier Jahrzehnten im Zentrum dieser Entwicklung», teilte Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs mit. «Die geplante Transaktion wird es uns ermöglichen, unser Wachstum gemeinsam mit bestehenden und neuen Investoren voranzutreiben, die Teil der strategischen Unabhängigkeit Europas im Weltraum sein möchten.»
Die bisherigen Anteilseigner sollen zuerst die Möglichkeit erhalten, die neuen Aktien zu kaufen. Die Hauptaktionäre - die Familie Fuchs und der Investor Orchid Lux HoldCo S.à r.l. - verzichten allerdings darauf. So können die meisten neuen Aktien direkt an ausgewählte Investoren verkauft werden. Die Familie Fuchs kündigte an, weiterhin die Kontrolle über die Mehrheit der Stimmrechte behalten zu wollen.
Angaben zum Ausgabepreis der neuen Anteile wurde nicht gemacht. An der Börse ging es für die OHB-Aktien in einer ersten Reaktion um etwa 10 Prozent nach unten. Bei einer Kapitalerhöhung sinkt der Aktienkurs zumeist, weil das Eigenkapital des Unternehmens auf mehr ausgegebene Aktien verteilt wird (Verwässerung). Zudem werden neue Aktien oft mit einem Preisabschlag ausgegeben, um Käufer zu locken.