Erster Zinsentscheid der US-Notenbank mit Warsh als Chef
WASHINGTON: Die Federal Reserve wird an diesem Mittwoch erstmals mit Kevin Warsh an der Spitze über den Leitzins entscheiden. Wie wird sich der viel kritisierte Volkswirt positionieren?
Die US-Notenbank Federal Reserve entscheidet erstmals mit Kevin Warsh an der Spitze an diesem Mittwoch über die weitere Geldpolitik. Angesichts einer erhöhten Inflation in den Vereinigten Staaten bei zugleich robustem Arbeitsmarkt rechnen Ökonomen damit, dass der Leitzins zum vierten Mal in diesem Jahr in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent bleibt. Die Entscheidung wird um 20 Uhr deutscher Zeit bekanntgegeben.
Die wichtigste Zentralbank der Welt hatte bereits bei ihren vergangenen Sitzungen Zinspausen eingelegt. Allerdings könnte eine anhaltend hohe Inflation wegen der Folgen des Iran-Kriegs eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten ins Gespräch bringen, um die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen.
Warsh hingegen wird eine Nähe zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt, der sich vehement für eine lockerere Geldpolitik ausspricht. Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage stellen Volkswirte den Sinn dahinter stark infrage. Zuletzt lag die Inflation in den USA bei 4,2 Prozent und damit weit über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent.
Mit ihren Zinsentscheidungen versucht die US-Notenbank, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten zu finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft etwa wegen zu hoher Kreditkosten aus. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.
Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1594 US-Dollar
FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1594 (Montag: 1,1607) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8625 (0,8615) Euro.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86471 (0,86483) britische Pfund, 185,94 (185,93) japanische Yen und 0,9224 (0,9212) Schweizer Franken fest.
EU-Parlament stimmt für US-Zolldeal mit Sicherheitsnetz
STRAßBURG: Das Europaparlament hat den Weg für die vollständige Umsetzung des umstrittenen Zollabkommens mit den USA freigemacht. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg mit breiter Mehrheit dafür, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und US-Meeresfrüchten sowie Agrarprodukten einen besseren Marktzugang zu gewähren. Allerdings mit einem Sicherheitsnetz: Es soll dafür sorgen, dass die US-Vorteile nur dann gelten, wenn auch die USA ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen vollständig umsetzen.
Monopolkommission sieht Millionenlücke beim Tankrabatt
BONN: Der in zwei Wochen auslaufende Tankrabatt ist nach Ansicht der Monopolkommission «zu einem großen Teil, aber nicht vollständig» bei den Verbrauchern angekommen. In einer ersten Bilanz schätzt das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung, dass von den 16,7 Cent Steuererleichterung pro Liter je nach Kraftstoff zwischen 15 und 16 Cent weitergegeben wurden. Von den insgesamt 1,6 Milliarden Euro der Steuersenkung kommen demnach 100 bis 200 Millionen nicht bei den Verbrauchern an. Parallel sinken die Spritpreise nach der Entspannung im Nahen Osten.
Bund lehnt Unicredit-Angebot für Commerzbank ab
FRANKFURT/MAIN: Der deutsche Staat hat der laufenden Übernahmeofferte der italienischen Unicredit für die Commerzbank eine Absage erteilt. «Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält», teilte die Finanzagentur des Bundes in Frankfurt mit. Zugleich wandte sich der Bund, der als zweitgrößter Aktionär der Commerzbank rund 12 Prozent der Anteile hält, erneut gegen eine Übernahme der zweitgrößten deutschen Privatbank durch die Unicredit. Man unterstütze die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank und lehne «das aggressive Vorgehen» der Unicredit ab.
Großes Gefälle: Nur knapp die Hälfte bekommt Urlaubsgeld
DÜSSELDORF: Nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten in der Privatwirtschaft bekommt diesen Sommer Urlaubsgeld. Nach einer Auswertung des WSI-Instituts der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung liegt der Anteil der Empfänger bei 44 Prozent - ebenso wie 2025. Wer unter Tarifbedingungen arbeitet, hat wesentlich bessere Aussichten auf ein Urlaubsgeld. Laut Analyse erhalten in tarifgebundenen Betrieben der Privatwirtschaft 73 Prozent der Befragten Urlaubsgeld, ohne Tarifvertrag sind es nur 35 Prozent. Für die Analyse wurden Angaben von rund 50.000 Beschäftigten ausgewertet, die von Anfang Mai 2025 bis Ende Mai 2026 auf dem Portal Lohnspiegel.de der Böckler-Stiftung gemacht wurden.
EU-Parlament stimmt zu: Verbot für sexualisierte Deepfake-KI
STRAßBURG: Das Europaparlament hat einem Verbot von KI-Anwendungen, mit denen sexualisierte Deepfakes erstellt werden können, zugestimmt. Eine große Mehrheit von 423 Abgeordneten stimmte in Straßburg für eine entsprechende Änderung des europäischen KI-Gesetzes. 57 lehnten sie ab, 174 Parlamentarier enthielten sich. Nun fehlt noch die formelle Zustimmung der EU-Staaten. Das Verbot würde dann ab 2. Dezember 2026 federführend vom KI-Amt der EU durchgesetzt werden, das vor zwei Jahren geschaffen wurde.
Mehr E-Autos: Deutsche Batterieproduktion steigt auf Rekord
FRANKFURT/MAIN: Angesichts der steigenden Zahl von Elektroautos ist die Produktion von Batterien in Deutschland auf Rekordniveau gestiegen. Die Herstellung sei 2025 um 11 Prozent auf den Höchststand von 8,1 Milliarden Euro geklettert, teilte der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) in Frankfurt mit. Vor allem die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien wuchs kräftig um gut ein Viertel (plus 28 Prozent) auf 4,6 Milliarden Euro. Treiber sei die stark gestiegene Produktion von E-Autos in Deutschland und die hohe Nachfrage im Speichermarkt. Beide Trends dürften auch dieses Jahr den Batteriemarkt antreiben.
Chinas Automarkt schwächelt - VW sieht keine schnelle Wende
PEKING: Volkswagen blickt für den Rest des Jahres gedämpft auf die Entwicklung des chinesischen Fahrzeugmarktes. «Der chinesische Automobilmarkt steht unter zunehmendem Druck», teilte der Volkswagen-Konzern in Peking mit. Zudem sei nicht zu erwarten, dass sich der Markt im Jahresverlauf erhole und Verluste wieder aufgeholt werden könnten. Die Wolfsburger rechnen damit, dass der Gesamtmarkt für Neufahrzeuge auf unter 21 Millionen Fahrzeuge zurückgehen wird. «Die Volkswagen Group China kann sich diesem Trend nicht entziehen. Wir passen unsere Pläne entsprechend an», erklärte Deutschlands größter Autobauer. Weitere Details zu den Anpassungen wurden nicht genannt.
EU-Parlament stimmt gegen Namen wie «Veggie-Hühnchen»
STRAßBURG: Vegetarische Produkte dürfen in der EU nach der Vorstellung des Europaparlaments künftig nicht mehr mit Begriffen wie «Speck», «Hühnchen» oder «Rippchen» beworben werden. Mit 560 Ja-Stimmen, 75 Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen stimmten die Abgeordneten in Straßburg für einen Gesetzesvorschlag, der unter anderem diese Regelungen vorsieht. Das entspricht einem Kompromiss, den Abgeordnete Anfang März mit Vertretern der EU-Staaten vereinbart hatten. Bevor die Regeln in Kraft treten, müssen die Mitgliedstaaten noch formell zustimmen.