Neues aus dem Ausland am Sonntag

Neues aus dem Ausland am Sonntag

Mehrere Priester und Nonne entführt

PORT-AU-PRINCE: Mutmaßliche Gangmitglieder haben in Haiti mindestens elf Menschen entführt. In der Hauptstadt Port-au-Prince seien vier Priester, eine Nonne und vier Familienmitglieder eines Priesters von der Bande 400 Mawozo verschleppt worden, berichtete die Zeitung «Le Nouvelliste» am Sonntag. Bei einem Priester und der Nonne handle es sich um Franzosen. Die Verbrecher forderten demnach eine Million US-Dollar Lösegeld. In einem anderen Viertel wurden ein Arzt und ein Buchhalter entführt.

Haiti wird immer wieder von Gewalt erschüttert. Teile des bitterarmen Karibikstaats werden von bewaffneten Banden kontrolliert. Zudem steckt Haiti derzeit in einer schweren politischen Krise. Zuletzt kam es zu gewaltsamen Protesten gegen Präsident Jovenel Moïse, dem Korruption und Verbindungen zu gewalttätigen Gangs vorgeworfen werden.


Medienberichte: Prinz Harry eingetroffen

LONDON/WINDSOR: Prinz Harry (36) ist nach offiziell unbestätigten Medienberichten nach dem Tod seines Großvaters Prinz Philip in Großbritannien eingetroffen. Er soll am kommenden Samstag (17. April) an der Trauerfeier in Windsor teilnehmen. Der Ehemann von Königin Elizabeth II. (94) ist am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. Nach den Medienberichten aus der Nacht zum Montag ist Prinz Harry bereits am Sonntagnachmittag am Londoner Flughafen Heathrow angekommen. Seine Frau Herzogin Meghan (39) war nicht mitgereist. Der Schwangeren sei von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden, hatte ein Sprecher des Palasts mitgeteilt.

Harry und Meghan hatten sich vor etwas mehr als einem Jahr aus dem engeren Kreis der Königsfamilie zurückgezogen und ihren Lebensmittelpunkt mit ihrem Sohn Archie nach Kalifornien verlegt. Sie erwarten im Sommer die Geburt eines Mädchens.


Lukas Dauser dominiert EM-Qualifikation der Turner

KIENBAUM: Der Unterhachinger Lukas Dauser hat auch die zweite und letzte Qualifikation der deutschen Turner für die Einzel-EM in Basel gewonnen. Der 27-Jährige, 2017 EM-Silbermedaillengewinner am Barren, distanzierte bei der internen Leistungsüberprüfung in Kienbaum mit 84,40 Punkten die Konkurrenz. «Ich bin sehr froh, dass ich heute hier einen meiner besten Sechskämpfe geturnt habe», sagte Dauser. Im Vergleich zum ersten Auftritt (82,05) konnte er sich deutlich steigern. «In den vergangenen Wochen und Monaten konnte ich sehr gut trainieren. Das zahlt sich jetzt aus», sagte Dauser.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten Dausers Trainingskollege am Stützpunkt in Halle, Nick Klessing (78,70), und der Chemnitzer Andreas Bretschneider (78,35). Der deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba aus Hannover verzichtete wegen Beschwerden an der Achillessehne auf Boden und Sprung.

Dennoch wurde der 30-Jährige wie Dauser und Klessing für das Aufgebot des Deutschen Turner-Bundes bei den Titelkämpfen vom 21. bis 25. April in der Schweiz nominiert. Das Sextett, das Olympiatrainer Valeri Belenki im Nachbarland an die Geräte schicken darf, ergänzen der diesmal viertplatzierte Felix Remuta (Unterhaching/78,25) und die beiden EM-Debütanten Karim Rida (Berlin) und Glenn Trebing (Hannover).

Der Olympiazweite von London, Marcel Nguyen (Unterhaching), kann wegen einer schmerzhaften Zerrung im Nacken nicht mitreisen. Der Erfurter Nils Dunkel, bei der ersten Qualifikation Dritter, verletzte sich bei einem Sprung am Fußgelenk und musste den Wettkampf am Sonntag abbrechen. Eine genauere Diagnose wird am Montag erwartet.


Prinzessin Anne: Philip war Lehrer, Unterstützer und Kritiker

LONDON: Die britische Prinzessin Anne (70) hat sich für die Anteilnahme am Tod ihres Vaters Prinz Philip bedankt.

«Ich würde gerne betonen, wie sehr die Familie die Nachrichten und Erinnerungen so vieler Menschen schätzt, deren Leben er berührt hat», schrieb sie in einer Mitteilung am Sonntag. Philip sei ihr Lehrer, Unterstützer und Kritiker gewesen, so die Princess Royal. Der Mann von Queen Elizabeth II. (94) war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.


BBC erhält Beschwerden über «zu viele» Berichte zu Prinz Philips Tod

LONDON: Die BBC hat nach dem Tod von Prinz Philip eine große Zahl von Zuschauerbeschwerden wegen zu viel TV-Berichterstattung über den gestorbenen Ehemann der Queen erhalten.

Wie die BBC (British Broadcasting Corporation) mitteilte, richtete sie vorübergehend ein eigenes Online-Formular ein, um mit der großen Zahl an Zuschriften zurechtzukommen. Wie viele Beschwerden genau eingingen, gab die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt jedoch nicht bekannt. Einige Kanäle des BBC-Fernsehens änderten am Freitag nach Bekanntwerden des Todes von Philip ihr Programm. Davon waren Sendungen am Freitag und Samstag betroffen. Einem Bericht des «Guardian» zufolge gingen die Einschaltquoten daraufhin deutlich zurück. Der Sender BBC Two habe sogar rund zwei Drittel seiner Zuschauer eingebüßt, hieß es.


Kirgistan beschließt neue Machtbefugnisse für den Präsidenten

BISCHKEK: Sechs Monate nach dem gewaltsamen Machtwechsel in der zentralasiatischen Republik Kirgistan hat der neue Präsident Sadyr Schaparow bei einem Verfassungsreferendum seine Befugnisse deutlich ausweiten lassen. Rund 3,6 Millionen Menschen waren in dem Hochgebirgsland an der Grenze zu China am Sonntag aufgerufen, über einen Übergang von einer Parlaments- zu einer Präsidialrepublik zu entscheiden. Die Verfassungsreform sei angenommen, sagte Vize-Regierungschef Ulugbek Karymschakow der Agentur Akipress in Bischkek zufolge.

Kritiker der Verfassung befürchten eine Rückkehr zu einem autoritären Machtsystem mit weniger freiheitlichen Grundrechten - nach einer Zeit von in der Region ungewöhnlichen demokratischen Fortschritten. Kurz nach Schließung der Wahllokale um 20.00 Ortszeit (16.00 MESZ) wurde mitgeteilt, die Mindestwahlbeteiligung von 30 Prozent sei erreicht. Schon wenig später teilte die Wahlkommission auch mit, es seien fast alle Stimmen ausgezählt. Demnach hätten rund 80 Prozent der Menschen für die neue Verfassung votiert. Zeitgleich wurden Kommunalwahlen abgehalten.

Die Region in Zentralasien ist von autoritären Präsidialsystemen geprägt. Das verarmte Kirgistan hatte sich als einziges Land hingegen nach mehreren Revolutionen vor zehn Jahren zu einer Republik mit einem starken Parlament gewandelt. Im Oktober hatte es nach einer umstrittenen Parlamentswahl erneut einen gewaltsamen Umsturz gegeben. Eine Wiederholung der Parlamentswahl steht noch aus.

Schaparow, der wegen einer Geiselnahme verurteilt worden war, wurde im Oktober aus dem Gefängnis befreit, übernahm den Posten des Regierungschefs, drängte Staatschef Sooronbaj Dscheenbekow aus dem Amt und ließ sich nach einer umstrittenen Wahl im Januar zum Präsidenten ernennen. Schaparow stieß auch die Verfassungsänderung an. Die EU hatte im März in einem Gutachten festgestellt, dass die neue Verfassung die Machtbalance und die individuellen Freiheitsrechte sowie die Rechtsstaatlichkeit gefährde.


Tibeter wählen neue Exilregierung

NEU DELHI: Zehntausende im Exil lebende Tibeter waren am Sonntag zur Wahl einer neuer Regierung mit Sitz in der nordindischen Stadt Dharamsala aufgerufen. Rund 83.000 Menschen in etwa 26 Ländern hätten sich angemeldet, um ihre Stimme abzugeben, sagte der Leiter der Wahlkommission, Wangdu Tsering Pesur, in Dharamsala vor Journalisten.

Vor Wahllokalen in tibetischen Siedlungen in Indien bildeten sich unter Einhaltung strenger Corona-Maßnahmen Schlangen, wie die tibetische Exilregierung auf ihrer Webseite mitteilte. Die Ergebnisse der Wahl sollen Mitte Mai bekanntgegeben werden.

Die Exilregierung mit Sitz in Dharamsala wird von keinem Staat anerkannt, übt aber Einfluss auf die rund 130.000 im Exil lebenden Tibeter aus, die vor allem in Indien, Nepal und Bhutan ansässig sind. Für das Amt des Sikyong, des Kabinettspräsidenten, standen der ehemalige Parlamentssprecher Penpa Tsering sowie Kelsang Dorjee Aukatsang, ein enger Berater des derzeitigen Amtsinhabers Lobsang Sangay, zur Wahl. Zudem wurde über die Parlamentsmitglieder abgestimmt.

Tibet ist eine autonome chinesische Region im Hochland des Himalayas. Der völkerrechtliche Status des Gebiets ist umstritten, die tibetische Regierung mit dem Dalai Lama lebt im indischen Exil. Chinas Führung unterdrückt Unabhängigkeitsbestrebungen der etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter und beschränkt auch die Reisen von Ausländern in das Gebiet.


Jordaniens König und Prinz Hamsa zeigen sich nach Krise öffentlich

AMMAN: Nach der mutmaßlichen Verschwörung im Königshaus von Jordanien sind König Abdullah II. und sein Halbbruder, der ehemalige Kronprinz Hamsa bin Hussein, erstmals wieder gemeinsam öffentlich aufgetreten. Zusammen mit anderen Angehörigen der Königsfamilie besuchten sie am Sonntag königliche Gräber zur Hundertjahrfeier der Unabhängigkeit Jordaniens. Der Königshof veröffentlichte Fotos der beiden, wie sie in einer Gruppe unter anderem vor dem Grab von König Abdullah I. stehen.

Das Königshaus von Jordanien tritt nach außen hin gewöhnlich sehr geschlossen auf. Vor gut einer Woche wurde ein Konflikt innerhalb der Königsfamilie aber öffentlich, als Prinz Hamsa nach eigenen Angaben wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Komplott unter Hausarrest gesetzt wurde. Er bestritt die Vorwürfe und bekräftigte dann seine Loyalität zu König Abdullah II. Der Regierung zufolge sollen der Prinz und andere an Versuchen beteiligt gewesen sein, das Königreich zu «destabilisieren».


Totenzahl nach Bahnunglück von 50 auf 49 gesenkt

TAIPEH: Mehr als eine Woche nach dem schweren Bahnunglück in Taiwan ist die Zahl der Toten von 50 auf 49 korrigiert worden. Dies ergaben DNA-Untersuchungen, wie am Sonntag das Notfallzentrum mitteilte. Analysen deuteten darauf hin, dass einige Gewebeproben bislang nicht identifizierter Toter bekannten Opfern zugeordnet werden können, sagte Chou Fang-I, Generalstaatsanwalt in Hualien. Unter den 49 Opfern seien auch ein Franzose und zwei US-Bürger. Es handelte sich um das seit Jahrzehnten schwerste Zugunglück in der asiatischen Inselrepublik.

Der Schnellzug war am 2. April mit rund 500 Passagieren an Bord kurz vor einem Tunnel im Landkreis Hualien mit einem Kranwagen zusammengeprallt und entgleist. Mindestens 218 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt, darunter zwei japanische, ein chinesischer sowie ein australischer Staatsbürger. Laut dem Notfallzentrum befanden sich am Sonntag noch 28 der Verletzten im Krankenhaus.

Der Kranwagen war oberhalb der Bahnstrecke auf einem Hügel bei einer Baustelle geparkt. Er rollte den Ermittlungen zufolge aber den Hang hinab und stürzte auf die Schienen. Ob menschliche Nachlässigkeit oder mechanisches Versagen die Ursache war, wird derzeit untersucht. Der Kranwagen-Fahrer wurde in Haft genommen.


Parteipräsidien von CDU und CSU beraten über Kanzlerkandidatur

BERLIN: Die Parteipräsidien von CDU und CSU kommen am Montag zu getrennten Beratungen zusammen, in denen es vor allem um die offene Kanzlerkandidatur der Union gehen dürfte. Die Vorsitzenden Armin Laschet und Markus Söder hatten sich am Sonntag erstmals öffentlich bereit erklärt, die Kanzlerkandidatur zu übernehmen. Die Entscheidung zwischen ihnen soll nach Auffassung führender Unionspolitiker in den nächsten Tagen fallen.

Während das Führungsgremium der CDU bereits am Vormittag (09.00 Uhr) zu einer regulären Sitzung zusammenkommt, will Söder das Präsidium der CSU für den frühen Abend außerplanmäßig einberufen. Auf die Frage in einer Pressekonferenz, ob dann schon eine Entscheidung fallen könnte, hatten Laschet und Söder am Sonntag geantwortet, sie wollten den Beratungen nicht vorgreifen. Das CDU-Präsidium wird erstmals seit langem wieder in Präsenz tagen.


Sea-Eye darf mit «Alan Kurdi» nach Blockade den Hafen verlassen

CAGLIARI: Das deutsche Hilfsschiff «Alan Kurdi» darf nach rund sechs Monaten Blockade in Italien wieder vorläufig in See stechen, wie die Betreiberorganisation Sea-Eye am Sonntag mitteilte. Ein Gericht auf der Insel Sardinien habe in einer Eilentscheidung festgelegt, dass die «Alan Kurdi» nicht länger von den Behörden festgehalten werden dürfe, sondern zu Wartungen nach Spanien fahren dürfe. «Das ist ein Zwischenerfolg; das Verfahren ist damit noch nicht beendet», erläuterte Gorden Isler von Sea-Eye.

Die Organisation war gegen die Festsetzung des Rettungsschiffs durch die italienische Küstenwache vom 9. Oktober 2020 vorgegangen. Nach einer Anhörung vom Mittwoch habe das Verwaltungsgericht in Cagliari am Freitag den Beschluss gefasst, hieß es. Der Verhandlungstermin in der Hauptsache, wo über die Rechtmäßigkeit der Festsetzung entschieden wird, wurde laut Sea-Eye auf den 3. November 2021 gelegt.

Die Küstenwache hatte die «Alan Kurdi» nach mehreren Einsätzen zur Rettung von Bootsmigranten in Olbia auf Sardinien gestoppt. Sea-Eye interpretiert dies als Teil einer Strategie der italienischen Behörden. Diese wollten die zivile Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer ausbremsen, so die Organisation mit Sitz in Regensburg in Bayern. Die Festsetzung bedeute für Sea-Eye auch eine hohe finanzielle Belastung, da es weiter eine Besatzung auf dem Schiff geben müsse. Wann genau die «Alan Kurdi» Richtung Spanien auslaufen werde, sei noch nicht sicher, sagte Isler.

Italien hat schon mehrfach verschiedene private Schiffe in Häfen kontrolliert und wegen angeblicher Sicherheitsmängel länger gestoppt.


Söder erklärt seine und Laschets Bereitschaft zur Kandidatur

BERLIN: Sowohl CDU-Chef Armin Laschet als auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder sind nach Darstellung Söders bereit, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten. Laschet und er hätten sich am Samstag offen und freundschaftlich ausgetauscht, sagte Söder nach Angaben von Teilnehmern am Sonntag bei der Klausur der Spitze der Unionsfraktion in Berlin. «Wir haben beide erklärt, wir sind bereit», berichtete er. Es sei noch kein abschließendes Gespräch gewesen.

Söder betonte demnach, es gehe um den Gesamterfolg der Union und das Beste fürs Land. Und Söder fügte hinzu, wenn die CDU bereit wäre, ihn zu unterstützen, würde er sich dieser Aufgabe stellen. Wenn die CDU dies nicht wolle, werde man ohne Groll weiter gut zusammenarbeiten.

Zudem betonte Söder, es müsse ein Konsens herbeigeführt werden, und zwar unter Beteiligung der betroffenen Personen, der Parteien und der Fraktion.


Prinz Andrew: Queen empfindet Tod Philips als große Leere

WINDSOR: Die britische Königin Elizabeth II. (94) empfindet den Tod ihres Mannes Prinz Philip als «große Leere in ihrem Leben». Das sagte der zweitälteste Sohn der Queen, Prinz Andrew, am Sonntag vor Reportern. Sie sei aber auch «unglaublich stoisch», so der 61-Jährige und fügte hinzu: «Wir, ihre Familie und diejenigen, die ihr nahe stehen, versammeln sich um sie, um sicherzustellen, dass wir für sie da sind». Philip ist am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. Er und die Queen waren 73 Jahre lang verheiratet.

Der jüngste Sohn der Queen, Prinz Edward, zeigte sich gerührt von der Anerkennung, die Philip überall entgegengebracht werde. Das sei «fantastisch», so der 57-Jährige.


Anti-muslimische Sprüche an islamischem Kulturzentrum in der Bretagne

RENNES: Ein islamisches Kulturzentrum im französischen Rennes ist in der Nacht zum Sonntag mit anti-muslimischen Parolen beschmiert worden. Der Präfekt verurteilte die Tat, ebenso die Bürgermeisterin der bretonischen Stadt. Bilder zeigten etwa Sprüche, die den Propheten Mohammed beleidigten.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin nannte die Tat inakzeptabel, die Parolen eine Beleidigung Frankreichs. «Anti-muslimische Taten sind Taten gegen die Republik», sagte er am Sonntagabend bei einem Besuch des Zentrums. Während des bald beginnenden Ramadans sollte die muslimische Gemeinschaft besonders geschützt werden. Auf Twitter hatte er zuvor geschrieben: «All meine Solidarität mit den Muslimen unserer Landes.» Der Präsident des islamischen Kulturzentrums der Bretagne, Mohamed Zaïdouni, bezeichnete den Angriff auf das Zentrum in Rennes im Sender France 3 als schändlich, niederträchtig und feige.

Bereits vor wenigen Tagen war eine Moschee im bretonischen Nantes, etwa einhundert Kilometer südlich von Rennes, angegriffen worden. Ein Feuer hatte dort Schaden an einer Tür angerichtet.


Peru wählt neuen Staatschef

LIMA: Nach einem turbulenten Jahr mit drei Staatschefs wählen die Peruaner einen neuen Präsidenten. Bei der Abstimmung am Sonntag bewarben sich 18 Kandidaten um das höchste Staatsamt. In der ersten Runde dürfte sich deshalb keiner der Kandidaten durchsetzen - selbst die stärksten Bewerber kamen in den jüngsten Umfragen nicht über zehn Prozent der Stimmen.

Zu den aussichtsreichsten Kandidaten für den Einzug in die Stichwahl zählen der Populist Yonhy Lescano, der Wirtschaftswissenschaftler Hernando de Soto, die linke Ex-Abgeordnete Verónika Mendoza, die Tochter des früheren Machthabers Alberto Fujimori, Keiko Fujimori, und der ultrakonservative Unternehmer Rafael López.

Peru leidet besonders stark unter der Corona-Pandemie: Es gehörte zeitweise zu den Ländern mit der höchsten Sterblichkeitsquote weltweit, zudem brach die Wirtschaft im vergangenen Jahr um 12,9 Prozent ein. Nach einer Reihe von Skandalen ist zudem das Vertrauen der Bürger in die politische Klasse des Andenstaats tief erschüttert.


Ex-Premier Major hofft auf Versöhnung zwischen Harry und William

LONDON: Der ehemalige britische Premierminister John Major hofft nach dem Tod von Prinz Philip auf eine Aussöhnung zwischen Prinz Harry (36) und seinem Bruder William (38). Die «geteilte Trauer derzeit über den Tod ihres Großvaters ist in meinen Augen die ideale Gelegenheit», sagte Major der BBC am Sonntag.

Der Prinzgemahl von Königin Elizabeth II. war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. Ein Palastsprecher hatte bestätigt, dass Harry an der Beerdigung seines Großvaters am kommenden Samstag (17. April) teilnehmen wird. Seine Frau Herzogin Meghan (39) wird jedoch nicht dabei sein. Der Schwangeren sei von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden, hieß es.

Im Mittelpunkt des Streits zwischen dem Paar und dem Rest der Royals stehen Vorwürfe von Harry und Meghan über mangelnde Rücksichtnahme und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie - Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln. Für Sprengstoff sorgte vor allem, dass die beiden dies alles bei einem aufsehenerregenden Interview mit der US-Talkshowlegende Oprah Winfrey in der Öffentlichkeit ausbreiteten. Seitdem herrscht Eiszeit.

Major warb auch dafür, der Queen (94) Zeit und Raum für Trauer nach dem Tod ihres Mannes zu geben. «Ich weiß, dass sie die Monarchin ist, ich weiß, dass sie Verpflichtungen hat, aber sie verdient das Recht, eine private Zeit zu haben, in der sie mit ihrer Familie trauert.» Nach mehr als 73 Ehejahren hinterlasse Philip eine «enorme Lücke» für die Königin. Sie habe die Last der Verantwortung als Staatsoberhaupt teilweise auf Philip abladen können, so der konservative Politiker.


Eskalation im Ukraine-Konflikt: Kiew meldet erschossenen Soldaten

KIEW/BERLIN/MOSKAU: Im Osten der Ukraine ist nach Militärangaben aus Kiew erneut ein Soldat von prorussischen Kämpfern erschossen worden. Ein weiterer Militärangehöriger sei bei dem «feindlichen Angriff» verletzt worden, teilten die Streitkräfte am Sonntag in Kiew mit. Die Spannungen in der Konfliktregion Donbass im Osten der Ukraine hatten sich zuletzt ungeachtet einer geltenden Waffenruhe massiv verschärft. Die Positionen der ukrainischen Regierungstruppen wurden der Mitteilung zufolge seit Samstag neun Mal beschossen. Auch die von moskautreuen Separatisten kontrollierte Region Donezk warf dem ukrainischen Militär Angriffe vor.

Russland und die Ukraine, die in der Region Truppen zusammengezogen haben, machten sich gegenseitig für die neue Eskalation in dem seit sieben Jahren andauernden Konflikt verantwortlich. Der Kreml drohte zuletzt erstmals ganz offen damit, im Fall einer militärischen Offensive von ukrainischer Seite in den Konflikt einzugreifen. Moskaus Militärdoktrin erlaubt einen solchen Schritt zum Schutz russischer Staatsbürger im Ausland. Russland hat in den von Separatisten kontrollierten Regionen der Gebiete Luhansk und Donezk mehr als 400.000 Pässe an Bürger ausgegeben.

Deutschland, die USA und die Nato hatten sich besorgt gezeigt über die neuen Spannungen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) forderte von Moskau eine Erklärung russischer Absichten. «Wenn Russland nichts zu verbergen hat, könnte es leicht erklären, welche Truppen wohin bewegt werden und zu welchem Ziel», schrieb die Ministerin am Samstag bei Twitter. Russland hatte zuletzt erklärt, dass es für Truppenbewegungen auf seinem Gebiet niemandem Rechenschaft schuldig sei.

Deutschland kritisierte zudem, dass Russland am Samstag nicht an einer Sitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilgenommen habe. In Wien wollte die Ukraine die Eskalation der Lage diskutieren. Russland habe als OSZE-Mitglied Verpflichtungen und müsse sich zu den Sorgen der anderen Staaten äußern, hieß es. «Russland muss deeskalieren und den Charakter seiner Truppenbewegungen in der Nähe der ukrainischen Grenze aufklären», teilte die deutsche OSZE-Vertretung mit.


Nach der «Saure-Gurken-Zeit» geht es für Tui ums Ganze

HANNOVER: Der größte Reisekonzern Tui schöpft nach der teils umstrittenen Mallorca-Öffnung Hoffnung auf einen richtigen Neustart zur Jahresmitte. Jetzt müsse aber zunächst einmal die eher laue Periode nach den Osterferien überwunden werden, sagte Vorstandschef Fritz Joussen der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. «Danach gibt es auch in normalen Jahren oft erst eine kurze Saure-Gurken-Zeit. Ab Pfingsten werden die Hotels dann wieder voller.»

Das Unternehmen setzt auf eine breiter anziehende Nachfrage in diesem Jahr, sieht sich aktuell allerdings noch vielen Unsicherheiten und Risiken gegenüber. Wichtig sei vor allem das weitere Hochlaufen der Impfkampagne, sagte Joussen - sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern. Ums Ganze gehen werde es schließlich im Sommer, der entscheidenden Zeit für die meisten klassischen Veranstalter. «Im Juli, August, September wird der Jahresgewinn gemacht, dann muss das Programm sauber durchlaufen», erklärte er.

Nach wie vor zweifelten viele Menschen, wann der passende Zeitpunkt für eine feste Reiseplanung sei. «Diese Buchungen würden jetzt normalerweise schon alle reinkommen. Aber viele Kunden fragen sich eben: Soll ich jetzt schon buchen oder noch warten?» Dabei sei die Sparquote der Haushalte weiter auf einem sehr hohen Niveau: «Die Menschen haben das Geld für den lang ersehnten Urlaub. Spätere Buchungen sind aber ein Trend der Pandemie.»


Joussen befürwortet Sputnik-Impfstoff für Europa

Hannover (dpa)- Tui-Chef Fritz Joussen spricht sich dafür aus, bei der möglichst raschen «Durchimpfung» der Bevölkerung gegen das Corona-Virus dem Präparat Sputnik V aus Russland mehr Chancen zu geben. «Ich finde es auch gut, dass sich zum Beispiel der russische Sputnik-Impfstoff seinen Weg nach Europa bahnt», sagte der Tourismus-Manager der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Die Lieferungen anderer Hersteller würden in den kommenden Wochen aber ebenfalls weiter Fahrt aufnehmen, glaubt Joussen. «Auch Johnson & Johnson kommt. Und Biontech in Marburg hat eine riesige Kapazität.»

Für die Tourismusbranche sind Nachweise von Immunisierungen oder zumindest negative Virustests entscheidend, um wieder mehr Kunden an Urlaubsorte bringen zu können. Der Wirtschaftszweig gehört wegen des Nachfrageeinbruchs zu den am schwersten von der Pandemie gebeutelten Sektoren. «Der Impfstatus ist vielerorts schon gut», meinte Joussen mit Blick auf die Einbeziehung der Hausärzte. «Auch die Tests werden weiter ausgebaut und verstärkt eingesetzt. Von daher gibt es immer weniger Gründe, warum man persönliche Rechte einschränken sollte.»

Bei der Sorge vor zusätzlichen Mutationen, die Weiterentwicklungen mancher Vakzine erfordern könnten, müsse man besonnen bleiben. «Unsere medizinischen Berater sagen: Die heutigen Impfmittel sind bisher alle wirksam», betonte Joussen. «Und selbst wenn es einmal eine Mutation geben sollte, bei denen Impfstoffe nicht so gut wirken, haben diese dennoch einen positiven Effekt und sind nicht völlig wirkungslos.» Es gehe stets um möglichst stabilen relativen Schutz.


AfD setzt Bundesparteitag fort - Leitantrag und Satzungsänderungen

DRESDEN: Mit einer Debatte zum Leitantrag für das Programm zur Bundestagswahl hat die AfD am Sonntag ihren Parteitag in der Messe Dresden fortgesetzt. Anders als am Vortag gab es keine Proteste von Gegendemonstranten. Für den Leitantrag liegen zahlreiche Änderungsvorschläge vor. Sie sollen kapitelweise abgearbeitet werden. Am Vormittag soll es zunächst um die Themen Innere Sicherheit, Islam, Migration, Asyl und Integration gehen.

Nach Verabschiedung des Wahlprogrammes soll es auch noch um Satzungsänderungen gehen. Dabei steht unter anderem ein Antrag des Landesvorstandes von Sachsen-Anhalt zur Begrenzung von Amtszeiten zur Abstimmung. Demnach soll ein Mitglied des Bundesvorstandes höchstens zweimal unmittelbar in dasselbe Parteiamt wiedergewählt werden können. Das würde für AfD-Parteichef Jörg Meuthen bedeuten, dass er im November nicht erneut für den Vorsitz kandidieren dürfte.

Am Samstag hatte die AfD unter anderem entschieden, noch keine Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl zu bestimmen. Eine Mehrheit gab es lediglich für den Vorschlag, mit einem Spitzenduo in den Wahlkampf zu ziehen. Die Wahl dieses Zweierteams wird aber noch nicht auf dem Parteitag erfolgen. Stattdessen sollen die Mitglieder zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Fraktionschefin Alice Weidel, die bei der Bundestagswahl 2017 gemeinsam mit Alexander Gauland das Spitzenteam bildete, ließ offen, ob sie dann antreten will. Co-Parteichef Tino Chrupalla und die hessische Abgeordnete Joana Cotar erklärten dagegen, sie stünden dafür zur Verfügung.

Für heftige Reaktionen im Netz sorgte vor allem die am Samstag von den Delegierten beschlossene Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union, verbunden mit der Gründung einer «neuen europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft». «#Dexit» war am Sonntag unter den Top-Themen im Kurznachrichtendienst Twitter. Das wäre das «Ende der EU und des Binnenmarkts, unseres wichtigsten Exportmarktes», schrieb FDP-Vize Alexander Graf Lambsdorff. Er warf der AfD «stumpfen Nationalismus» vor. Meuthen hatte vergeblich versucht, den Beschluss zu verhindern.


Rentner tötet vier Menschen

TURIN: Ein Rentner hat in Norditalien nach Medienberichten seine Frau, den behinderten Sohn und ein Paar aus der Nachbarschaft umgebracht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Adnkronos entdeckten die Carabinieri die vier Toten in der Nacht zu Sonntag in einem Privathaus im Ort Rivarolo Canavese im Großraum von Turin. Als Polizei und Feuerwehr anrückten, habe der Mann mit einer Waffe auf sich selbst geschossen. Der Schütze, der nach Angaben der Zeitung «Corriere della Sera» über 80 Jahre alt ist, sei schwer verletzt in ein Krankenhaus gekommen.

Medienberichten zufolge schoss er mit einer Pistole, die regulär registriert war. Warum der Mann seine Frau, den erwachsenen, behinderten Sohn und das ebenfalls ältere Paar - den Angaben zufolge die Vermieter - umbrachte, dazu gab es zunächst keine Angaben. Die Tat sei entdeckt worden, nachdem eine Tochter des Nachbar-Paars die Polizei alarmiert hatte, schrieben Zeitungen.


Nach Tod Philips: Medien rechnen mit Ankunft Harrys

LONDON/WINDSOR: Nach dem Tod von Prinz Philip rechnen britische Medien bereits am Sonntag mit der Ankunft von Prinz Harry aus den USA. Ein Palastsprecher hatte tags zuvor bestätigt, dass der 36-Jährige an der Beerdigung seines Großvaters am kommenden Samstag (17. April) teilnehmen wird. Seine Frau Herzogin Meghan (39) wird jedoch nicht dabei sein. Der Schwangeren sei von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden, hieß es. Der Mann von Queen Elizabeth II. (94) war am Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben.

Harry und Meghan hatten sich vor etwas mehr als einem Jahr aus dem engeren Kreis der Königsfamilie zurückgezogen und ihren Lebensmittelpunkt mit ihrem ein Jahr alten Sohn Archie nach Kalifornien verlegt. Sie erwarten im Sommer die Geburt eines Mädchens.

Ob die Royals die Gelegenheit für eine Aussöhnung nutzen werden, wie britische Medien spekulierten, ist unklar. Prinz Harry hatte sich besonders mit seinem Bruder Prinz William (38) und seinem Vater Prinz Charles (72) überworfen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe von Harry und Meghan über mangelnde Rücksichtnahme auf das Paar und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie - Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln. Für Sprengstoff sorgte vor allem, dass die beiden dies alles bei einem aufsehenerregenden Interview mit der US-Talkshowlegende Oprah Winfrey in der Öffentlichkeit ausbreiteten. Seitdem herrscht Eiszeit.

Die Trauerfeier für Prinz Philip findet in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Sie wird aber live im Fernsehen übertragen. Wegen der Corona-Regeln sind nur 30 Trauergäste erlaubt. Premierminister Boris Johnson sagte seine Teilnahme bereits ab, um Familienmitgliedern den Vortritt zu lassen.


Irans Parlament zeigt Präsident Ruhani an

TEHERAN: Das iranische Parlament hat Präsident Hassan Ruhani angezeigt. Die Abgeordneten werfen ihm vor, vom Parlament verabschiedete Gesetze missachtet zu haben. Wie die Nachrichtenagentur Fars am Sonntag weiter berichtete, stimmten 190 der 235 anwesenden Mandatsträger dafür. Weitere Hintergründe wurden nicht erwähnt. Beobachter sehen jedoch einen Zusammenhang zwischen den erneuten Atomverhandlungen in Wien, die zu einem Kompromiss mit dem Erzfeind USA führen sollen.

Schon kurz nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl im Februar 2020 wollten die Hardliner und Erzkonservativen eine Einbestellung und letztendlich den Rücktritt des moderaten Präsidenten. Ruhani habe mit einer prowestlichen Politik und dem Wiener Atomabkommen von 2015 die Islamische Republik von ihren ideologischen Zielen entfernt, hieß es. Außerdem habe seine Reformpolitik nichts gebracht und das einst ölreiche Land in eine seiner schlimmsten Wirtschaftskrisen geführt.

Ruhani selbst weist die Kritik vehement zurück und wirft seinerseits den Hardlinern im Parlament vor, nationale Interessen für innenpolitische Machtkämpfe vor der Präsidentenwahl im Juni zu opfern. Ruhanis selbst kann zwar nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten, aber die Hardliner wollen laut Beobachtern auch die Chancen der anderen moderate Kandidaten minimieren.

Seit der islamischen Revolution von 1979 war kein iranischer Präsident derart aggressiv von der hiesigen Opposition behandelt worden. Im Oktober letzten Jahres forderte einer der Abgeordneter sogar Ruhanis Hinrichtung, weil der Präsident Verhandlungen mit den Erzfeind USA vorgeschlagen hatte, um das Land aus der Wirtschaftskrise führen zu können. Für die Hardliner sind Verhandlungen mit den USA Landesverrat.


Vorfall in Atomanlage Natans war «Terrorakt»

TEHERAN: Der Iran hat den Vorfall in der Atomanlage Natans in der Nacht zum Sonntag als «Terrorakt» bezeichnet. «Wir verurteilen den Terrorakt in Natans als einen Versuch der Feinde des Irans den nuklearen Fortschritt im Land zu verhindern», sagte der Chef der Atomorganisation AEOI und Vizepräsident Ali Akbar Salehi am Sonntag. Ein weiteres Ziel des Angriffes sei es gewesen, die Atomverhandlungen in Wien zu sabotieren, teilte Salehi in einer Presseerklärung mit.

AEOI-Sprecher Behrus Kamalwandi hatte zuvor von einem «Zwischenfall» in einer Werkstatt außerhalb der eigentlichen Anlage gesprochen. Ursache und Ausmaß müssten noch untersucht werden. Es sei niemand ums Leben gekommen und die Anlage selbst habe ihre Arbeit wieder aufgenommen. Zuvor war auch von einem Stromausfall die Rede gewesen und ein Sabotageakt wurde nicht ausgeschlossen. Die «Jerusalem Post» meldete den Verdacht, ein Cyberangriff Israels könne eine Explosion ausgelöst haben.

In Natans werden neue iranische Zentrifugen zur Urananreicherung hergestellt und es wird dort Uran angereichert - derzeit bis auf 20 Prozent. Die Anlage war mehrfach Ort von Vorfällen oder Anschlägen, die Israel zugeschrieben wurden, das eine atomare Bewaffnung des Irans verhindern will.

Am Dienstag werden in Wien die Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf verbliebenen Partnern - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - fortgesetzt. Dabei geht es um die Rückkehr der USA und des Irans zu den Vereinbarungen von 2015.


60 Jahre Eichmann-Prozess: Mahnung zur Verfolgung von Völkermördern

BERLIN: 60 Jahre nach dem Beginn des Prozesses in Israel gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann hat das Internationale Auschwitz Komitee die Bedeutung des Verfahrens für die Überlebenden des Massenmords an den europäischen Juden gewürdigt. Der Prozess sei für sie auch ein ungeheuer wichtiges Signal gewesen, dass für Nazi-Mörder kein Versteck in dieser Welt sicher war, erklärte am Sonntag Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner. «Endlich sahen sie Eichmann auf der Anklagebank eines ordentliches Gerichtes und sie konnten vor diesem Gericht und vor den Augen der Welt bezeugen, welche Verbrechen in den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern geschehen waren.»

Der SS-Obersturmbannführer Eichmann hatte während der NS-Zeit Millionen Juden in Vernichtungslager deportieren lassen. Nach dem Krieg konnte der ehemalige Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt zunächst nach Argentinien fliehen. Im Mai 1960 überwältigten ihn jedoch israelische Agenten und entführten ihn in den jüdischen Staat, um ihn dort vor Gericht zu stellen.

Zur Rolle der Behörden und der Justiz in Deutschland erklärte Heubner: «Bis heute ist den Überlebenden auch bewusst, dass staatlichen Stellen in Deutschland lange vor dem Jerusalemer Prozess bekannt war, wohin Eichmann und andere NS-Täter entkommen waren. Ein Interesse, ihn nach Deutschland ausliefern zu lassen und dort vor Gericht zu stellen, bestand nicht.» Weiter erklärte Heubner: «Umso dankbarer sind die Überlebenden bis heute für diesen Prozess in Jerusalem, der für sie immer noch als Erinnerung daran gilt, dass es auch in Zukunft für Völkermörder kein Entkommen geben darf und dass die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen gerade in Deutschland fortgesetzt werden muss.»

Der weltweit aufsehenerregende Prozess gegen Eichmann dauerte nach dem Auftakt am 11. April 1961 acht Monate und endete mit dem Todesurteil. Der Prozess gilt als ein zentraler Auslöser der Aufarbeitung der NS-Verbrechen.


21 Bergleute nach Wassereinbruch in Bergwerk eingeschlossen

PEKING: Bei einem Grubenunglück in Nordwestchina sind 21 Bergarbeiter durch einen Wassereinbruch in 1200 Meter Tiefe eingeschlossenen worden. Das Kohlebergwerk in Hutubi, einer Präfektur von Changji in der autonomen Region Xinjiang, sei am Samstag überflutet worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Acht Bergleute hätten gerettet werden können.

Die gegenwärtige Lage in dem Bergwerk sei «sehr komplex», berichtete Ma Xin, Chef des Amtes für Notfallmanagement in Changji. Die wichtigste Aufgabe sei im Moment, das Wasser aus den Schächten zu pumpen. Drei Pumpen liefen bereits, eine vierte werde installiert. Wie das staatliche Fernsehen ergänzte, sind die eingeschlossenen Kumpel an drei verschiedenen Orten unter Tage ungefähr lokalisiert worden.


Athletensprecher Hartung: Sportler mehr einbeziehen vor Olympia

FRANKFURT/MAIN: Athletensprecher Max Hartung hat eine größere Beteiligung der Sportler für das Corona-Sicherheitssystem bei Olympia in Tokio angemahnt. «Ich habe noch zu wenig Informationen, um das abschließend zu beurteilen», sagte der Vorsitzende von Athleten Deutschland im ZDF-«Sportstudio» in der Nacht zu Sonntag.

Deswegen habe die Organisation darauf gedrängt, mehr Details beispielsweise über Trainingsmöglichkeiten, Verpflegung und Transport zu erhalten. «Da würde ich mir wünschen, dass wir mehr erfahren und auch in die Entwicklung der Lösung miteinbezogen werden», sagte der 31 Jahre alte Fechter.

Er wisse noch nicht, ob er an den Sommerspielen (23. Juli bis 8. August) in Japan teilnehmen werde. Im vergangenen Jahr hatte er bereits vor der Verlegung von Olympia auf 2021 für sich persönlich erklärt, dass er verzichten werde. In diesem Jahr sei die Situation eine andere. «Es ist mehr Wissen da über das Virus und es gibt ein Gegenmittel mit dem Impfstoff», sagte Hartung. «Trotzdem gibt es leider noch ganz viele Fragezeichen.» In der Frage von Impfungen, müsse geprüft werden, wann es ethisch vertretbar sei, dass Athleten an der Reihe seien.


Weber bringt neue Sanktionen gegen Moskau ins Spiel

BERLIN: Angesichts der Spannungen im Ostukraine-Konflikt hat der Vorsitzende der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, im «Eskalationsfall» neue Sanktionen gegen Russland gefordert. Der russische Truppenaufmarsch im Umfeld der Ostukraine sei ein Test für den Westen. «Die Antwort darauf muss unmissverständlich und stark sein», sagte Weber den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online: Sonntag, Print: Montag).

«Die EU und die USA müssen politisch zeigen, auf was sich die russische Führung einlässt, wenn sie die Lage in der Ostukraine eskalieren lässt oder dort einmarschiert.» In dem Fall müsse ein weitgehendes Einfrieren von Oligarchen-Konten oder ein Abtrennen Russlands vom Swift-Zahlungssystem real sein, sagte Weber. «Auch Nord Stream 2 wäre dann auf keinen Fall mehr haltbar.»

Berichte über verstärkte Spannungen im Konfliktgebiet und über russische Truppenbewegungen in Richtung ukrainischer Grenze hatten zuletzt international Besorgnis ausgelöst. Teile der Gebiete Luhansk und Donezk entlang der russischen Grenze stehen seit 2014 unter Kontrolle moskautreuer Rebellen. UN-Schätzungen zufolge wurden seitdem mehr als 13.000 Menschen getötet. Allein seit Jahresbeginn gab es trotz geltender Waffenruhe rund 50 Tote. Ein Friedensplan von 2015 liegt auf Eis.

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