Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Polen droht neuer Ärger wegen umstrittener Justizreform

LUXEMBURG/AMSTERDAM: Polen droht neuer Ärger wegen seiner umstrittenen Justizreform. Wie ein Sprecher des Europäischen Gerichtshofes der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, hat sich ein Amsterdamer Gericht mit brisanten Fragen zur Auslegung von EU-Recht an die höchsten europäischen Richter gewandt. Sie sollen entscheiden, ob grundsätzliche Zweifel an der Unabhängigkeit der polnischen Justiz ein allgemeines Vollstreckungsverbot für Europäische Haftbefehle aus Polen rechtfertigen könnten.

«Seit 2007 steht die Unabhängigkeit der polnischen Gerichte und dadurch das Recht auf einen ehrlichen Prozess immer stärker unter Druck», teilte das Amsterdamer Gericht zu seinem sogenannten Vorabentscheidungsersuchen mit. Die Entwicklungen in den vergangenen Jahren wirkten sich so stark auf die Unabhängigkeit der polnischen Gerichte aus, dass diese nicht mehr unabhängig von der polnischen Regierung und dem polnischen Parlament sein könnten.

Wann der EuGH ein Urteil in der Sache sprechen wird, ist nach Angaben des Sprechers noch unklar. Das Amsterdamer Gericht hat allerdings gebeten, seine Fragen als dringlich zu bewerten. Dies könnte bedeuten, dass es bereits in wenigen Monaten eine Entscheidung gibt.


Qiagen dank Corona-Tests mit Gewinnverdopplung

VENLO: Qiagen hat im zweiten Quartal wegen der rauschenden Nachfrage nach Corona-Tests Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Die Nettoerlöse seien um 16 Prozent auf 443,3 Millionen US-Dollar gestiegen, teilte das Diagnostikunternehmen am Dienstagabend in Venlo mit. Währungsbereinigt betrug das Plus 19 Prozent, wie das Unternehmen bereits im Juli angekündigt hatte.

Das operative Einkommen verdoppelte sich fast auf 118,7 Millionen Dollar. Unter dem Strich legte der Gewinn um 101 Prozent auf 89,8 Millionen Dollar zu. Der währungsbereinigte Gewinn je Aktie stieg wie zuvor prognostiziert auf 56 US-Cent.


Disney erleidet 4,7 Milliarden Dollar Verlust in Corona-Krise

BURBANK: Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney ist inmitten der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen geraten. In den drei Monaten bis Ende Juni fiel unterm Strich ein Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro) an, wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss in Burbank mitteilte. Vor einem Jahr hatte es noch einen Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar gegeben. Die Erlöse brachen um 42 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar ein.

Disneys Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten - normalerweise ein zuverlässiger Profitbringer - litt in der Krise stark und geriet tief in die Miesen. Der neue Videodienst Disney+ wuchs zwar weiter kräftig, verdient bislang aber kein Geld. Analysten hatten vor allem beim Umsatz deutlich mehr erwartet. Die Marktreaktion fiel verhalten aus, die Aktie geriet nachbörslich zunächst ins Minus, der Kurs erholte sich aber rasch wieder.


Tech-Indizes erreichen Rekordhochs - Gute Daten helfen US-Börsen

NEW YORK: Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat dank guter Konjunkturdaten seine Vortagesgewinne etwas ausgebaut. Die wichtigsten technologielastigen Aktienindizes schleppten sich am Dienstag sogar zu neuen Rekordhochs. Die Aufträge an Industrieunternehmen in den USA hatten im Juni stärker als erwartet zugelegt.

Der Dow ging 0,62 Prozent höher bei 26.828,47 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,36 Prozent auf 3306,51 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Nasdaq 100 um 0,38 Prozent auf 11.096,54 Punkte vor. Der Nasdaq Composite schaffte ein Plus von 0,35 Prozent.


Kolumbiens Ex-Präsidenten Uribe klagt über Hausarrest

BOGOTÁ: Der Oberste Gerichtshof in Kolumbien hat den ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe offenkundig unter Hausarrest gestellt. «Die Freiheitsberaubung füllt mich mit tiefer Trauer wegen meiner Frau, meiner Familie und der Kolumbianer, die immer noch glauben, dass ich etwas Gutes für das Land getan habe», schrieb Uribe, einer der einflussreichsten Politiker des südamerikanischen Landes, auf Twitter am Dienstag.

Von dem obersten Gericht war zunächst keine Stellungnahme bekannt. Es ermittelt allerdings gegen Uribe, der Zeugen bestochen und unter Druck gesetzt haben soll, um sie zum Schweigen zu bringen. Der Senator und Ex-Staatschef und seine Familie werden beschuldigt, Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen gehabt zu haben, die in mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg in Kolumbien Angst und Schrecken verbreiteten.

Das südamerikanische Land litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs, in dem mehr als 250.000 Menschen ums Leben kamen, mehr als sieben Millionen Bewohner wurden innerhalb Kolumbiens vertrieben. Die Farc als größte Rebellenorganisation hat inzwischen einen Friedensvertrag mit der Regierung geschlossen und die Waffen niedergelegt. Die Paramilitärs, die die Rebellen bekämpften, wurden bereits Mitte der 2000er demobilisiert.


Corona-Pandemie trifft 94 Prozent aller Schüler weltweit

NEW YORK: Die Corona-Krise hat aus Sicht der Vereinten Nationen zu den größten Verwerfungen von Bildungssystemen in der Geschichte geführt. Mehr als 1,6 Milliarden Menschen in über 190 Ländern auf allen Kontinenten seien durch die Pandemie beim Lernen beeinflusst worden, teilten die Vereinten Nationen bei der Vorstellung eines Berichts am Dienstag in New York mit.

Geschlossene Schulen und Lerneinrichtungen haben 94 Prozent aller weltweiten Lernenden betroffen, in Ländern mit niedrigen Einkommen sogar 99 Prozent. Bis zu 23,8 Millionen Kinder und Jugendliche könnten wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen die Krise die Schule verlassen, oder ihnen droht, im kommenden Jahr keinen Zugang zu Bildung zu haben.

Soziale Unterschiede in der Bildung würden durch die Pandemie verstärkt, hieß es weiter - beispielsweise zwischen den Geschlechtern. Regierungen sollten deshalb zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um ihre Bildungssysteme flexibler, inklusiver und gerechter zu gestalten.


Telecom Italia leidet unter Corona - Umsatz- und Gewinnrückgang

MAILAND: Telecom Italia hat im zweiten Quartal spürbar unter der Corona-Krise gelitten. Der Umsatz sei um 10,1 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 3,8 Milliarden Euro gefallen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Analysten hatten etwas mehr erwartet. Grund für den Rückgang seien geschlossene Geschäfte während des Lockdowns und eine geringere Zahl an Italien-Touristen, wodurch das Roaming-Volumen niedriger ausgefallen sei, hieß es zur Begründung weiter.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus eigener Kraft sank um 6,4 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Im ersten Quartal hatte das Minus allerdings noch bei 7,5 Prozent gelegen. Der Konzern verwies auf Maßnahmen zur Kostenkontrolle in Italien und Brasilien. Diese hätten den Umsatzrückgang im Heimatland teilweise und in Brasilien sogar mehr als kompensiert.


Onlineturnierserie: Weltmeister Carlsen Klasse für sich

BERLIN: Schachweltmeister Magnus Carlsen hat auch das vierte Onlineturnier seiner Magnus Carlsen Chess Tour gewonnen. Im Finale gegen den Russen Jan Nepomnjaschtschi entschied der 29-jährige Norweger am Dienstag zwei Wettkämpfe über je vier Partien mit jeweils 15 Minuten Bedenkzeit für sich. Das bringt ihm 45.000 Dollar ein. Ein entscheidendes drittes Match war ebenso wenig nötig wie in den vorherigen Begegnungen.

19 solcher Schnellschachwettkämpfe hat Carlsen inzwischen in Serie gewonnen, seit er am 30. Mai gegen den Amerikaner Hikaru Nakamura seine letzte und einzige Niederlage in seiner Tour kassierte. «Aus meiner Sicht war das schon eine zu viel», sagte Carlsen und ergänzte, dass sich seine Rivalen «mehr anstrengen» müssten. Einige Matches bestritt er von einem Strandhaus in Dänemark und von einer Segeljacht im Mittelmeer aus. Während eines Wettkampfes war er sogar zwischen zwei Partien im Supermarkt.

Neben Carlsen stehen Nakamura, Daniil Dubow (Russland) und Ding Liren (China) im Grand Final der Magnus Carlsen Chess Tour, die von der zur Play Magnus-Firmengruppe gehörenden Hamburger Plattform chess24 veranstaltet wird. Das mit 300.000 Dollar dotierte Finalturnier beginnt am kommenden Sonntag.


Slowakisches Gericht verschiebt Urteil im Journalistenmord-Prozess

BRATISLAVA: Die mit Spannung erwartete Urteilsverkündung im slowakischen Journalistenmord-Prozess ist überraschend verschoben worden. Das international meistbeachtete Gerichtsverfahren der Slowakei hätte am Mittwoch zu Ende gehen sollen. Erst am Nachmittag davor teilte das zuständige Spezialgericht die Absage dieses Termins bekannt. Als Begründung nannte es in einer schriftlichen Mitteilung an die dpa und lokale Medien «die Notwendigkeit weiterer Beratungen des Richtersenats über das vorbereitete Urteil». Nächster Termin sei der 3. September.

In dem Prozess geht es um den Mord am Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova am 21. Februar 2018. Angeklagt sind der Unternehmer Marian Kocner als mutmaßlicher Auftraggeber des Mordes sowie eine mutmaßliche Organisatorin und ein als Mittäter beschuldigter Ex-Polizist. Der Todesschütze und ein weiterer Mittäter haben bereits Geständnisse abgelegt.


Türkei begrüßt Aufhebung der Reisewarnung für wichtige Urlaubsorte

ISTANBUL: Die Türkei hat die teilweise Aufhebung der Reisewarnung für ihre wichtigsten Urlaubsgebiete begrüßt. «Wir sind bereit, unsere deutschen Gäste im Rahmen des «Zertifikationsprogramms für gesunden Tourismus» zu empfangen», schrieb Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy am Dienstag auf Twitter. Außenminister Mevlüt Cavusoglu äußerte sich ähnlich und schrieb zudem auf Deutsch und Türkisch: «Wir begrüßen die Aufhebung der Reisewarnung Deutschlands für unsere Ferienregionen.»

Das Auswärtige Amt hatte zuvor in seinen Reisehinweisen im Internet mitgeteilt, dass die formelle Warnung von touristischen Reisen für die Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt. Die Türkei hat ein Zertifikationsprogramm für Hotels- und Restaurants entwickelt. Unter anderem müssen sich die Einrichtungen an bestimmte Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Ankara hatte lange auf eine Aufhebung der Reisewarnung gedrungen. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in der Türkei. Durch die Corona-Pandemie war der jedoch stark eingebrochen.


Türkische Familie aus Oldenburg bei Autounfall gestorben

ANKARA/OLDENBURG: Fünf Mitglieder einer türkischen Familie aus Oldenburg sind bei einem Autounfall nahe Ankara in der Türkei ums Leben gekommen.

Nach türkischen Medienberichten prallte der Wagen der Familie am Dienstag mit großer Wucht auf einen stehenden Lkw auf. Dabei wurden der Vater (36), die Mutter (31), zwei Töchter von 3 und 6 Jahren sowie ein Schwager (21) getötet. Der Unfall habe sich im Süden der Hauptstadt Ankara auf der Straße Richtung Konya ereignet. Den Angaben nach arbeitete der Mann als Taxifahrer im niedersächischen Oldenburg. Zuerst hatte «Bild» über den Unfall berichtet.


Schwere Explosion in Hauptstadt Beirut

BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist es am Dienstag zu einer schweren Explosion gekommen.

Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete von einer starken Erschütterung im Stadtzentrum und von großen Schäden. Durch die Wucht der Explosion, die sich offenbar in Nähe des Hafens der Küstenstadt ereignete, gingen auch Fenster zu Bruch, wie auf Fotos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Über der Stadt stieg eine große Rauchwolke auf. Das libanesische Rote Kreuz bestätigte die Explosion auf Twitter. Die Hintergründe blieben zunächst unklar.


Post kämpft sich durch die Corona-Krise - Zahlen zum zweiten Quartal

BONN: Die Corona-Krise hat auch die Deutsche Post von Anfang an vor große Herausforderungen gestellt. Schließlich musste der gelbe Riese nicht nur mit einem Nachfrageeinbruch im weltweiten Fracht- und Logistikgeschäft fertig werden, sondern zugleich auf dem Heimatmarkt einen Paketboom bewältigen. Wie erfolgreich der gelbe Riese die damit verbundenen Schwierigkeiten im zweiten Quartal in den Griff bekam, darüber berichtet der Logistikkonzern am Mittwoch (8.15 Uhr) in Bonn.

Bereits im Juli hatte Post-Chef Frank Appel verraten, dass sich das Unternehmen nicht schlecht geschlagen hat. Nach vorläufigen Zahlen steigerte der Konzern zwischen April und Juni seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) trotz erheblicher Sonderabschreibungen von 769 auf 890 Millionen Euro. «Wir haben unser Unternehmen bisher sehr gut durch diese Krise gesteuert», bilanzierte Appel.

Zwar seien die Geschäfte zu Beginn des zweiten Quartals noch von den in Europa und Nordamerika bestehenden Pandemie-Schutzmaßnahmen und einem zunächst stark rückläufigen Volumen geprägt gewesen. Doch es habe eine langsame Erholung eingesetzt, betonte der Konzern. Außerdem profitierte das Unternehmen in Deutschland, aber auch international vom anhaltenden Boom des Online-Handels.


Maduro-Vertrauter soll an die USA ausgeliefert werden

PRAIA: Die Verteidigung eines der Geldwäsche beschuldigten Vertrauten von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat angekündigt, juristische Schritte gegen die Auslieferung ihres Mandanten an die USA einzulegen. In einer Erklärung unter anderem des spanischen Richters Baltasar Garzón hieß es, dass man gegen die Auslieferung beim Obersten Gerichtshof der Kapverdischen Inseln Berufung einlegen werde, wie die venezolanische Zeitung «El Nacional» am Dienstag unter Berufung auf die Agentur Europa Press berichtete. Alex Saab war jüngst in dem Inselstaat vor der Westküste Afrikas festgenommen worden.

Der kolumbianische Geschäftsmann war Medienberichten zufolge in einem Privatflugzeug unterwegs und machte einen Zwischenstopp in dem afrikanischen Land. Nun habe dort ein Berufungsgericht entschieden, dass Saab an die USA ausgeliefert werden solle, hatte die Zeitung «A Nação» berichtet und dabei die Agentur Inforpress zitiert. Er wird demnach in den USA wegen acht Verbrechen angeklagt, darunter Verschwörung, um Geldwäsche für den autoritär regierenden Maduro zu betreiben.


USA: Islamischer Staat hat Verbindungen zu Extremisten in Mosambik

MAPUTO/WASHINGTON: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat aus Sicht der USA Verbindungen zu Extremisten im gasreichen Norden von Mosambik. In der Provinz Cabo Delgado kommt es seit Monaten zunehmend zu brutalen Übergriffen, hinter denen islamistische Gruppen vermutet werden. Man glaube, dass der IS mit einer Gruppierung in der Region Verbindungen und dort «Einfluss» habe, sagte am Dienstag Dagvin Anderson, der Leiter des US Special Operations Command, einer Einrichtung mehrerer Spezialeinheiten des US-Militärs. Wie groß dieser Einfluss sei, werde derzeit beurteilt. «Wir glauben, dass es dort eine tiefere Verbindung gibt.»

Der an Südafrika grenzende Staat Mosambik ist bisher der südlichste Punkt, an dem Aktivitäten derartiger islamistischer Gruppen bekannt wurden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind wegen der Attacken in Nordmosambik rund 100.000 Menschen auf der Flucht. Demnach berichteten Geflüchtete von Ermordungen, Verstümmelungen, Folter und niedergebrannten Häusern sowie Ackerland.

In Cabo Delgado wurden Gasvorkommen entdeckt, die erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des armen Landes im Südosten Afrikas beitragen könnten. Allerdings wird die Nutzung der Vorkommen durch die Gewalt erschwert. Fraglich ist auch, inwiefern die örtliche Bevölkerung davon profitieren würde. Die Provinz ist extrem arm und abgelegen und Korruption ist in Mosambik weit verbreitet. Aus Sicht von Anderson werden die Sorgen und Klagen der Bewohner vom Islamischen Staat ausgenutzt.


Nach Shitstorm: Audi entschuldigt sich für Werbung mit Kleinkind

INGOLSTADT: Nach einem Shitstorm wegen eines vom Autokonzern Audi bei Twitter geteilten Werbemotivs hat sich das Unternehmen entschuldigt. Das Bild eines kleinen Mädchens im Kleid, das an den Kühler eines Audis gelehnt eine Banane isst, sei unsensibel und solle in Zukunft nicht mehr verwendet werden, teilte die VW-Tochter via Twitter mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Viele Nutzer hatten das am Wochenende gepostete Bild scharf kritisiert, weil das kleine Mädchen in der gezeigten Pose vom Fahrersitz aus nicht zu sehen sei. Außerdem war die Darstellung des Mädchens in Verbindung mit dem Werbespruch «Lässt dein Herz schneller schlagen - in jeder Beziehung» von vielen als sexualisiert und geschmacklos aufgefasst worden.

Audi betonte in dem Tweet vom Montag, man habe mit dem Motiv zeigen wollen, dass das beworbene Auto ein Familienmodell sei und sich auch die kleinsten Verkehrsteilnehmer entspannt auf verschiedene Fahrassistenz- und Notbremssysteme verlassen könnten. Das sei ein Fehler gewesen, so der Konzern.


Amazon kommt nach Schweden

STOCKHOLM: Nach Jahren der Spekulationen und Debatten will Amazon nun auch mit einer eigenen Webseite in Schweden an den Start gehen. Nachdem man für die schwedischen Verbraucher und Unternehmen bislang über andere europäische Amazon-Webseiten verfügbar gewesen sei, sei der nächste Schritt, «ein komplettes Einzelhandelsangebot in Schweden» einzuführen, teilte der weltgrößte Online-Händler am Dienstag mit. In dem Zuge sei der Prozess eingeleitet worden, die Webseite Amazon.se in Gang zu bringen.

Der Fokus von Amazon liege dabei auf den Dingen, die den Kunden am wichtigsten seien, hieß es: niedrige Preise, ein großes Angebot und schnelle Lieferungen. Wann genau die Webseite online geht, ist noch unklar.


Hochwasser nach Dauerregen in Südbayern stärker als erwartet

ROSENHEIM: Starke und andauernde Regenfälle haben in Bayern vor allem im Alpenvorland zu zahlreichen Überflutungen, langen Staus und Zugausfällen geführt. Am Chiemsee musste die viel befahrene Autobahn 8 (München-Salzburg) zeitweise in beide Richtungen gesperrt werden. Die Fahrbahn stand unter Wasser. Allein in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach musste die Feuerwehr mehr als 500 Mal ausrücken. In Berchtesgadener Land rutschte ein Wiesenhang ab und drückte die Erdmassen gegen ein Wohngebäude. Die Bergwacht evakuierte im Jenbachtal südlich der A8 ein Jugendcamp. Zwölf Kinder hatten dort gezeltet.


Nach Lügde-Fall weiterer Mann wegen Kindesmissbrauchs angeklagt

GÖTTINGEN: Bei den Ermittlungen zum hundertfachen Missbrauch auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde sind die Fahnder auf einen weiteren mutmaßlichen Täter gestoßen. Der 48 Jahre alte Bekannte der Lügde-Täter sei wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und Besitzes von Kinderpornografie angeklagt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen (Niedersachsen) am Dienstag mit. Zu den Taten soll es nicht auf dem Campingplatz, sondern an anderen Orten gekommen sein. Der Mann soll sieben Kinder und Jugendliche missbraucht haben.


Ein Mensch stirbt bei Tornado durch Tropensturm «Isaias»

WINDSOR: Bei einem durch Tropensturm «Isaias» ausgelösten Tornado ist in einer Wohnwagensiedlung im US-Bundesstaat North Carolina mindestens ein Mensch gestorben. Außerdem seien in der Kleinstadt Windsor in der Nacht zum Dienstag einige Menschen verletzt worden, sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Roy Cooper, in der TV-Sendung «Good Morning America». Die Aufräumarbeiten auf dem Platz für Dauercamper dauerten noch an. Durch den Sturm seien rund 355.000 Menschen ohne Strom, erklärte er weiter. Insgesamt sei der Sturmschaden in der Region aber geringer als befürchtet.


Große Studie in Italien: 2,5 Prozent mit Corona angesteckt

ROM: Deutlich mehr Italiener als offiziell registriert haben sich in den vergangenen Monaten mit dem Coronavirus infiziert. Das ergab eine repräsentative Studie des Gesundheitsministeriums und des Statistikinstituts Istat. Bei 2,5 Prozent der Bevölkerung wurden demnach in dem Studienzeitraum vom 25. Mai bis 15. Juli Antikörper entdeckt. Das entspricht umgerechnet knapp 1,5 Millionen Infizierten in Italien. Offiziell zählt Italien aktuell nur knapp 250.000 Corona-Fälle. Auch in vielen anderen Ländern gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus.


Schweiz liefert gesuchten Raser nach Deutschland aus

WEIL AM RHEIN: Die Schweiz hat einen Mann ausgeliefert, der 2016 bei einem illegalen Straßenrennen in Berlin einen schweren Unfall verursacht hat. Ein Gericht hatte den 25-Jährigen unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu 19 Monaten Haft verurteilt, wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte. Der Raser habe die Strafe aber nicht angetreten und das Land verlassen. Am Montag übergaben die Behörden aus der Schweiz den Gesuchten in Weil am Rhein an die Bundespolizei.


Junge Männer nach Tötung von Auerhahn verurteilt

TITISEE-NEUSTADT: Sie waren während eines Volksfests im Schwarzwald betrunken, übermütig und bei der Begegnung mit einem Auerhahn völlig überfordert. Nun sind zwei junge Männer im Prozess um den gewaltsamen Tod des geschützten Vogels am Dienstag vom Amtsgericht Titisee-Neustadt verurteilt worden. Ein 21-Jähriger, der den Auerhahn auf einer Wiese am Feldberg nach Überzeugung des Richters im vergangenen August erschlagen hatte, soll nach Jugendstrafrecht einen einwöchigen Arrest antreten und 1000 Euro an die Naturschutzorganisation Nabu zahlen.


Medien: Altkönig Juan Carlos hat Spanien heimlich verlassen

MADRID: Der von einem Korruptionsskandal und von Justizermittlungen bedrängte spanische Ex-König Juan Carlos hat sein Land nach Medienberichten schon vor der amtlichen Ankündigung seiner Auswanderung heimlich verlassen. Der 82 Jahre alte Vater von König Felipe VI. sei bereits am Wochenende ausgereist, berichteten der öffentlich-rechtliche Fernsehsender RTVE und andere spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf das Königshaus. Wo sich Juan Carlos am Dienstag aufhielt, war zunächst unbekannt. Am Montagabend hatte das Königshaus in Madrid einen Brief von Juan Carlos veröffentlicht, in dem der Bourbone seinem Sohn und Nachfolger Felipe (52) seine Absicht mitteilt, wegen der Affäre ins Ausland ziehen zu wollen.


Ariane-5-Rakete soll nun am 14. August starten

KOUROU: Der neue Starttermin für die europäische Trägerrakete Ariane 5 steht fest: Europas Raumfahrt-Lastesel soll nun in der Nacht vom 14. auf den 15. August (MESZ) vom Weltraumbahnhof Kourou abheben, wie der Betreiber Arianespace am frühen Dienstagmorgen mitteilte. Die Arbeiten an der Rakete machten Fortschritte, so dass dieses Datum angestrebt werde. Eigentlich sollte die Ariane 5 bereits am vergangenen Freitag starten. Wegen technischer Probleme musste der Start jedoch verschoben werden. Ein Sensor des Flüssigwasserstofftanks hatte unerwartet reagiert, so dass die Rakete nun einen Ersatzsensor erhielt.

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