Netanjahu droht Hisbollah mit Härte

Benjamin Netanyahu hält in Jerusalem eine Pressekonferenz nach der Ankündigung eines vorläufigen Abkommens zwischen den USA und dem Iran ab. Foto: epa/Ronen Zvulun/pool
Benjamin Netanyahu hält in Jerusalem eine Pressekonferenz nach der Ankündigung eines vorläufigen Abkommens zwischen den USA und dem Iran ab. Foto: epa/Ronen Zvulun/pool

TEL AVIV: Israels Ministerpräsident Netanjahu verschärft den Ton und ordnet harte Schläge gegen die Hisbollah im Libanon an. Er begründet den Schritt mit einem schweren Verstoß der Miliz gegen die Waffenruhe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach eigenen Angaben die Armee angewiesen, hart gegen die libanesische Hisbollah-Miliz vorzugehen. Netanjahu begründete seine Entscheidung auf X mit einem «abscheulichen Angriff der Hisbollah», der einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe darstelle.

Israel werde keine Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium dulden, so Netanjahu. Die Hisbollah werde für ihre Angriffe einen sehr hohen Preis zahlen. Die Armee werde alles tun, um jede Bedrohung der Streitkräfte und des Territoriums abzuwehren.

Die Hisbollah ihrerseits warf Israel vor, sich zu keinem Zeitpunkt an eine Waffenruhe gehalten zu haben. Der libanesische Präsident Joseph Aoun beschuldigte Israel, die Bemühungen um ein Ende der Gewalt zu untergraben und bei seinen Angriffen unschuldige Zivilisten zu treffen.

Truppenabzug ausgeschlossen

Bei Angriffen der Hisbollah im Südlibanon sind am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag vier israelische Soldaten getötet und vier weitere verletzt worden. Die Hisbollah ist der wichtigste Verbündete des Irans in der Region.

Netanjahu schloss erneut einen Truppenabzug aus dem Südlibanon aus. Israel werde so lange wie nötig in der «Sicherheitszone» im Südlibanon verbleiben, um die Gemeinden in Nordisrael zu schützen. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

Das bilaterale Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA sieht eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor - also auch im Libanon.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Ingo Kerp 20.06.26 14:30
Wer auch immer den ersten Angriff führt oder welche kriegerische Auseinandersetzung auch immer, egal ob Israel oder die Hisbollah, der Iran wird es als Grund benennen, um einen Waffenstillstand bzw. "Friedensvertrag" mit den USA infrage zu stellen. Da sich Trump bisher definitiv nicht als ernsthafter Diplomat erwiesen hat, ist mit dem sofortigen Ende der Auseinandersetzung wohl noch nicht zu rechnen.
Roman Knöpfel 20.06.26 14:30
Der Prozess
gegen Bibi läuft schon ein paar Jahre, inklusive Staatsanwältin bedrohen.
Dirk 20.06.26 13:40
Läuft da nicht gerade ein Korruptionsprozess gegen Bibi, welcher bei Kriegshandlungen ausgesetzt ist? Das könnte erklären weshalb dort kein Frieden einkehrt.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.