Nachrichten aus der Wirtschaft am Sonntag

Blick auf das Firmenlogo der SAP auf einem Gebäude des Softwareherstellers SAP SE in Walldorf. Foto: epa/Ronald Wittek
Blick auf das Firmenlogo der SAP auf einem Gebäude des Softwareherstellers SAP SE in Walldorf. Foto: epa/Ronald Wittek

SAP stutzt Jahresprognose und mittelfristigen Ziele

WALLDORF: Die Corona-Pandemie bringt Europas größten Softwarehersteller SAP stärker in Bedrängnis als gedacht. Die Belebung der Nachfrage fiel auch wegen neuer Beschränkungen verhaltener aus als erwartet, wie der Dax-Konzern überraschend am Sonntagabend in Walldorf mitteilte. So rechnet das Management um Vorstandschef Christian Klein nun mit weniger Umsatz und Betriebsergebnis als bisher.

Weil die Krise die Geschäfte mindestens bis Mitte kommenden Jahres belasten werde und die Wechselkurse sich zuletzt negativ entwickelt hätten, dürften sich auch die Zielsetzungen für 2023 bei Umsatz und Ergebnis um ein bis zwei Jahre verschieben. Zudem sorge der schnellere Umstieg von Kunden auf die Cloudversionen von SAP-Software für vier bis fünf Prozentpunkte weniger Marge. Zuvor hatte SAP versprochen, die bereinigte operative Marge (bereinigtes Ebit) von 2018 bis 2023 um rund 5 Prozentpunkte auf dann rund 34 Prozent steigern zu wollen.

In diesem Jahr rechnet SAP nun mit einem Gesamtumsatz von 27,2 bis 27,8 Milliarden Euro auf Basis konstanter Wechselkurse, das heißt zu Wechselkursen aus dem vergangenen Jahr. Vorher waren es 27,8 bis 28,5 Milliarden. Das Betriebsergebnis dürfte nun zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Euro landen statt zwischen 8,1 und 8,7 Milliarden.


OECD-Chef: Erholung der Weltwirtschaft wohl schwächer als erwartet

BERLIN/PARIS: Der für 2021 erhoffte Aufschwung der Weltwirtschaft könnte aus Sicht der Industrieländervereinigung OECD geringer ausfallen. Die Erholung werde vielleicht schwächer als angenommen. «Weil wir mit einem sehr viel weniger klaren wirtschaftlichen Aufwärtstrend ins neue Jahr gehen als erwartet, mit weniger Power», sagte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». In diesem Jahr werde der Wirtschaftseinbruch vermutlich noch gravierender als angenommen. Grund dafür seien die in vielen Ländern wieder stark steigenden Corona-Neuinfektionszahlen.

Noch Mitte September hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für 2021 einen Wiederanstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent prognostiziert nach einem erwarteten Rückgang um 4,5 Prozent in diesem Jahr. Trotz der Pandemie müsse die Welt den Kampf gegen den Klimawandel viel konsequenter als bisher angehen, mahnte der OECD-Chef. Dafür sei eine umfassende Bepreisung von CO2-Emissionen notwendig. «Wir brauchen eine dicke fette CO2-Steuer», sagte Gurría vor der an diesem Montag in Paris beginnenden OECD-Ministerratssitzung.

Zugleich warnte der OECD-Chef vor einer neuen Flüchtlingskrise in Europa durch die Corona-Pandemie. «Meine Sorge ist, dass der Migrationsdruck dieses Mal noch viel größer wird.» Gurría forderte die reichen Staaten auf, ärmere Länder beim Kampf gegen die Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen stärker zu unterstützen: «Nicht aus Barmherzigkeit, sondern im eigenen Interesse.» Gurría warb für mehr Schuldenerlasse und kritisierte, dass es bisher nicht ausreichend Geld gebe, um einen für 2021 erhofften Corona-Impfstoff auch armen Länder zur Verfügung zu stellen.

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