Nachrichten aus der Wirtschaft am Samstag

Foto: Pixabay
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Bitcoin unter Druck - Nervosität auf Finanzmärkten

FRANKFURT/NEW YORK: Die Nervosität auf den Finanzmärkten hat am Wochenende die Kurse von Kryptowährungen nach unten gezogen.

Für eine angespannte Stimmung sorgte neben der Furcht vor einer neuen Corona-Welle durch die Variante Omikron auch der verschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande. Der Bitcoin brach am Samstag auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf knapp 42.000 Dollar ein, zuletzt notierte er rund 12 Prozent im Minus bei 47.400 Dollar. Ether, nach dem Bitcoin die zweitgrößte Digitalwährung, brach im Tief ebenfalls um rund ein Fünftel ein, bevor sie sich ein wenig erholte. Auch auf den Aktienmärkten bleiben Anleger vorsichtig.


Ampelfraktionen wollen Corona-Hilfsfonds um halbes Jahr verlängern

BERLIN: Die Pläne zur Verlängerung des deutschen Corona-Hilfsfonds um ein halbes Jahr werden konkreter. Die Bundestagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP planen, den Fonds bis zum 30. Juni auszudehnen, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bislang sind die Hilfen bis zum 31. Dezember möglich. Aus Fraktionskreisen verlautete am Samstag, über den Entwurf solle in der kommenden Woche beraten werden.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ist ein wichtiges Instrument der Bundesregierung, um großen Unternehmen direkt zu helfen, die wegen der Corona-Krise in Not sind. So bekam die Lufthansa Hilfen in Milliardenhöhe.

Die Ampelfraktionen, die in der kommenden Woche SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz zum Kanzler wählen wollen, planen zudem, den Umfang der möglichen Hilfen zu kürzen. Bisher konnte der WSF Garantien von insgesamt 400 Milliarden Euro gewähren, um klammen Unternehmen zu helfen und ihre Finanzierung auf dem Kapitalmarkt zu unterstützen. Dieser Umfang soll auf 100 Milliarden Euro verringert werden.

Der WSF darf auch direkt helfen und zum Beispiel Firmenanteile kaufen. Für solche Kapitalisierungsmaßnahmen kann der Fonds bisher insgesamt 100 Milliarden Euro als Kredit aufnehmen. Diese Summe soll auf 50 Milliarden Euro sinken, wie aus dem Entwurf hervorgeht. Dies ist immer noch deutlich mehr als die Summe der bisherigen Rekapitalisierungsmaßnahmen, die laut Wirtschaftsministerium insgesamt etwa 8,8 Milliarden Euro betragen.


Deutscher Milliardär August von Finck gestorben

ZÜRICH: Der deutsche Milliardär August von Finck ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das bestätigte dem «Münchner Merkur» zufolge sein langjähriger Mitarbeiter und enger Freund Carl-August Ritter von Rohrer. Am Samstag erschienen in der «Neuen Zürcher Zeitung» und der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» Todesanzeigen der Familie. Der medienscheue Unternehmer starb nach diesen Angaben bereits am 29. November. Die Trauerfeier habe im engsten Kreis stattgefunden. Von Finck lebte seit vielen Jahren in der Schweiz, darunter auf Schloss Weinfelden im Kanton Thurgau am Bodensee. Er zählte zu den reichsten Deutschen.

Der Unternehmerfamilie von Finck gehörte früher unter anderem die Münchner Privatbank Merck Finck & Co, die 1990 an die britische Barclays-Bank verkauft wurde. August von Finck erbte ein Milliardenvermögen. Er investierte in mehrere Firmen in der Schweiz. Zeitweise war er Hauptaktionär der Hotel- und Gastronomiegruppe Mövenpick.


Noch Tausende britische Haushalte nach Sturm «Arwen» ohne Strom

LONDON: Nach schweren Sturmschäden sind auch am zweiten Wochenende in Folge noch Tausende Haushalte in Teilen von Nordengland und Schottland ohne Strom. Der Chef der Aufsichtsbehörde Ofgem kündigte eine Untersuchung an, ob die Energieunternehmen tatsächlich nach Kräften versuchten, die Versorgung wiederherzustellen. Er sei sehr besorgt, sagte Jonathan Brearley dem Sender BBC Radio 4 am Samstag. «Wir haben eindeutige Erwartungen daran, wie schnell die Menschen wieder ans Stromnetz angeschlossen werden müssen.»

Sturm «Arwen» hatte am 26. November schwere Schäden angerichtet. Am Freitagabend waren nach offiziellen Angaben noch etwas mehr als 9000 Haushalte ohne Strom. Bei den Aufräumarbeiten werden auch Kräfte des Militärs eingesetzt. In einigen betroffenen Gegenden wurden am Wochenende Minustemperaturen erwartet.


Chinas Immobilienriese Evergrande warnt vor Zahlungsausfall

PEKING: Der hoch verschuldete chinesische Immobilienriese Evergrande hat vor möglichen Zahlungsschwierigkeiten gewarnt. Nach einer Überprüfung der Finanzmittel könne keine Garantie gegeben werden, dass die Gruppe über ausreichende Mittel verfügt, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend mit.

Die Regierung der chinesischen Provinz Guangdong, wo Evergrande seinen Hauptsitz hat, teilte ebenfalls am Freitag mit, eine Arbeitsgruppe in den Konzern entsendet zu haben, um «Risiken zu mindern und die Interessen aller beteiligten Parteien zu schützen». Xu Jiayin, der Chef von Evergrande, sei von den Behörden zum Gespräch gebeten worden.

Chinas Börsenaufsicht versuchte, Ängste über eine sich ausbreitende Krise zu zerstreuen. Die Auswirkungen der Vorgänge bei Evergrande seien kontrollierbar, hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Evergrande steckt bereits seit Monaten in einer tiefen Krise und gilt als das weltweit am höchsten verschuldete Immobilienunternehmen. Es muss dringend Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihengläubiger fristgerecht bezahlen zu können. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine «Ansteckungsgefahr» für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus befürchten. In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Zinszahlungen für Anleihen fällig.

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