Nachrichten aus der Wirtschaft

Zwei Angeklagte im ersten «Cum-Ex»-Strafprozess in Bonn vor Gericht

BONN (dpa) - Vor dem Bonner Landgericht hat der erste Strafprozess zu den hochumstrittenen «Cum-Ex»-Steuerdeals von Banken und Investoren zulasten der Staatskasse begonnen.

Den beiden angeklagten Ex-Aktienhändlern wird besonders schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen. Sie sollen zwischen 2006 und 2011 einen Steuerschaden von mehr als 440 Millionen Euro verursacht haben. Für das Verfahren sind 32 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil ist für den 9. Januar 2020 geplant. (Az.: 62 KLs 1/19). Bei «Cum-Ex» nutzten Investoren eine Lücke im Gesetz, um den Staat über Jahre um Milliardensummen zu prellen. Das Steuerschlupfloch wurde 2012 geschlossen.


Lagarde: Müssen negative Effekte der Niedrigzinsen im Blick haben

BRÜSSEL/FRANKFURT (dpa) - Die designierte Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat sich für ein weiter lockere Geldpolitik ausgesprochen.

Die Eurozone sei wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt, während die Inflation niedrig sei, sagte die 63-jährige Französin bei einer Anhörung im Europaparlament am Mittwoch in Brüssel. Zugleich müsse die Notenbank aber die Auswirkungen der Niedrigzinsen beachten. «Wir müssen die negativen Folgen und Nebeneffekte im Blick behalten.» Die Sorgen der Leute müssten beachtet werden. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht die Notenbanken mit ihrem Latein am Ende. «Die Zentralbanken haben kaum noch Mittel, um eine echte Wirtschaftskrise wirkungsvoll abzudämpfen», sagte Sewing bei einer Bankentagung in Frankfurt.


US-Prüfer: Keine neuen Regelverstöße bei Volkswagen

WOLFSBURG (dpa) - Der von der US-Regierung eingesetzte Prüfer Larry Thompson hat im zweiten Jahr seiner Untersuchungen keine neuen Regelverstöße bei Volkswagen festgestellt.

Nachdem der Jurist bei seinem vorigen Zwischenbericht noch einige Defizite etwa bei der internen Weitergabe von Informationen und Transparenz gesehen hatte, kam er am Mittwoch in Wolfsburg zu einer positiveren Einschätzung. Thompson betonte jedoch, dass seine Prüfungen nicht abgeschlossen seien: «Ich habe nicht gesagt, dass alles in Ordnung ist.»


Munich Re stellt sich auf große Schäden durch Hurrikan «Dorian» ein

MÜNCHEN (dpa) - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich auf große Schäden durch Hurrikan «Dorian» ein.

Die Höhe in den USA werde davon abhängen, ob und wo «Dorian» an der Ostküste auf Land treffe, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit. Auch spiele es eine Rolle, wo und wie intensiv er die Küste entlang ziehe, sagte Eberhard Faust, Forschungsleiter Klimarisiken und Naturgefahren bei Munich Re, der dpa. Neben Zerstörungen durch Sturm und Sturmflut könnte es auch «gravierende Schäden» aus Starkregen geben, da Dorian über den sehr warmen Oberflächen des Atlantik viel Wasser aufgenommen habe. Auf den Bahamas sei es für eine Schätzung der Schäden noch zu früh.


Haushalte heizen mehr: Kosten für die warme Wohnung gestiegen

BERLIN/ESSEN (dpa) - Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr für das Heizen ihrer Wohnungen bezahlt.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Heizkosten 2018 um zwei Prozent gestiegen. Dies sei eine Folge des ebenfalls um zwei Prozent gestiegenen Verbrauchs, heißt es im «Wärmemonitor 2018», für den das DIW Heizkostenabrechnungen des Energiedienstleisters Ista für 300 000 Haushalte ausgewertet hat. Für Heizöl hätten Verbraucher neun Prozent mehr ausgegeben. Dagegen seien Gaskosten um vier Prozent gesunken. Im Schnitt seien Energiekosten stabil geblieben, so dass die Heizkosten je Quadratmeter wegen des höheren Verbrauchs erstmals seit 2013 zugenommen hätten.


Übernahmekampf um Osram: IG Metall erneuert Kritik an AMS

MÜNCHEN/FRANKFURT (dpa) - Nach dem Übernahme-Angebot des Chipkonzerns AMS für Osram hat die IG Metall ihre Kritik an dem österreichischen Konzern erneuert.

«Ohne belastbare, rechtssichere Beschäftigungs- und Standortzusagen sowie ein schlüssiges Zukunftskonzept» werde sich die Gewerkschaft weiter gegen eine Übernahme durch AMS stellen, sagte eine IG-Metall-Sprecherin in Frankfurt. AMS hatte nach Freigabe der Finanzaufsicht Bafin offiziell ein Übernahmeangebot für Osram vorgelegt. Damit ist das Bieterrennen um den Lichtkonzern eröffnet. Parallel läuft ein Angebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle.


Hoffnung auf geregelten Brexit schiebt Dax über 12 000 Punkte

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Gestiegene Hoffnung auf einen geordneten Brexit hat den Dax am Mittwoch auf das höchste Niveau seit Anfang August gehievt.

Der deutsche Leitindex stand am frühen Nachmittag 1,11 Prozent im Plus bei 12 042,89 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,85 Prozent auf 25 776,68 Punkte. In Europa ging es für den EuroStoxx 50 auch nach oben. Anleger reagierten auch positiv darauf, dass die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam nach monatelangen Protesten den Entwurf für das umstrittene Gesetz für Auslieferungen nach China zurückziehen will. Der Hongkonger Hang-Seng-Index war daraufhin deutlich in die Höhe geschnellt.


Hausgeräte-Hersteller spüren China-Schwäche

BERLIN (dpa) - Weniger neue Wohnungen heißt auch weniger neue Waschmaschinen und Kühlschränke: Das nachlassende Wachstum imwichtigen Markt China macht sich bei den Hausgeräteherstellern bemerkbar.

Weltweit werde jedes fünfte große Hausgerät üblicherweise in dem Land verkauft, sagte der Sprecher der deutschen Hausgeräteindustrie, Reinhard Zinkann, am Dienstag in Berlin. In den ersten fünf Monaten 2019 sei die Nachfrage in China aber deutlich zurückgegangen, weil sich wegen der schwächeren Konjunktur und politischer Eingriffe weniger Chinesen Wohnungen kauften als zuletzt. «Die wirtschaftlichen Bedingungen waren in den vergangenen Monaten in vielen Regionen nicht einfach», sagte Zinkann. «Dennoch geht es der Hausgeräteindustrie recht gut, was uns optimistisch in die Zukunft blicken lässt.» Der Marktforscher GfK erwarte bei großen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen und Backöfen in diesem Jahr ein weltweites Marktwachstum von zwei Prozent, bei Kleingeräten wie Staubsaugern und Espressomaschinen sind es neun Prozent.

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