Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Clemens Bilan
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Deutsche Hersteller wollen wieder mehr Diesel-Autos verkaufen

BERLIN (dpa) - Die deutschen Autobauer setzen trotz aller Debatten auf den Diesel.

Für den Klimaschutz müsse der zuletzt stark gesunkene Diesel-Anteil an den Neuzulassungen wieder steigen, sagte Bernhard Mattes, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Mittwoch in Berlin. Die Zukunft des Autos sei vor allem elektrisch. Aber Verbrenner würden noch lange gebraucht. Diesel-Antriebe stehen wegen des Ausstoßes von gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid in der Kritik, sie verbreiten aber weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) als Benziner. In Westeuropa waren in den ersten neun Monaten 37 Prozent aller neu zugelassenen Autos Diesel. Zwei Drittel der Diesel, die im November in Deutschland neu zugelassen wurden, fallen laut VDA in die modernste Schadstoff-Norm Euro-6d-TEMP, die nach ersten Messungen weniger Stickstoffdioxid ausstoßen als frühere Modelle.

EU-Kommission: Euro soll weltweit stärker werden

BRÜSSEL (dpa) - Der Euro soll nach dem Willen der EU-Kommission eine weltweit zentrale Rolle spielen. Entsprechende Ideen präsentierte die Brüsseler Behörde am Mittwoch.

«Der Euro sollte das politische, wirtschaftliche und finanzielle Gewicht der Eurozone widerspiegeln», sagte EU-Währungskommissar Valdis Dombrovskis. Obwohl er lediglich 20 Jahre alt sei, sei der Euro die zweitwichtigste Währung der Welt. Die mit Abstand wichtigste und am weitesten genutzte Währung ist seit Jahrzehnten der US-Dollar. Die multilaterale Weltordnung werde zunehmend geschwächt, sagte Dombrovskis weiter. Die Antwort darauf, müsse ein global stärkerer Euro sein. Die EU-Kommission empfiehlt den EU-Staaten nun, die Nutzung des Euro in wichtigen Märkten mehr zu fördern - vor allem im Energiesektor sowie bei Rohstoffen und im Verkehrssektor.

Stahlkocher steuern auf harte Tarifrunde zu - Branche boomt

DÜSSELDORF/DUISBURG (dpa) - In der deutschen Stahlindustrie bahnt sich 2019 eine harte Tarifrunde an.

Der Arbeitgeberverband Stahl reagierte am Mittwoch mit Unverständnis auf die Forderung der IG Metall für die zusammen 80.000 Beschäftigten nach sechs Prozent mehr Geld und nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1.800 Euro. Aus Sicht der Arbeitgeber ist eine Einigung «auch nur in der Nähe der IG-Metall-Forderungen» vollkommen ausgeschlossen. Der Düsseldorfer Bezirksleiter der IG Metall und Verhandlungsführer der Gewerkschaft für die nordwestdeutsche Stahlindustrie, Knut Giesler, hatte die Forderung mit der aktuell guten wirtschaftlichen Situation der Branche begründet. Erstmals seit vielen Jahren finde eine Stahl-Tarifrunde nicht im «Krisenmodus» statt, sagte er.

Bayer-Beschäftigte sollen bei Jobabbau bis März Klarheit haben

LEVERKUSEN (dpa) - Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will für den geplanten massiven Personalabbau Mitarbeiter in den Ruhestand schicken.

«Es wird ein Programm 57+ geben, wonach Bayer-Beschäftigte mit 57 Jahren in den Ruhestand gehen können», sagte Oliver Zühlke, Chef des Bayer-Gesamtbetriebsrats, der «Rheinischen Post» (Mittwoch). Das sei für langjährige Beschäftigte «äußerst attraktiv». Für Mitarbeiter, die nicht die abschlagsfreie Rente mit 63 nutzen könnten, müsse Bayer Verluste bei der betrieblichen und gesetzlichen Rente ausgleichen, forderte Zühlke. Ein Bayer-Sprecher sagte auf Anfrage: «Die Gespräch laufen noch.» Bis März 2019 sollen die Mitarbeiter den Angaben zufolge Klarheit darüber haben, wie viele der weltweit 12 000 zum Abbau vorgesehenen Stellen in Deutschland wegfallen.

ILO zählt weltweit mehr Arbeitsmigranten - weniger in reichen Ländern

GENF (dpa) - Die Zahl der Arbeitsmigranten wächst weltweit. Im vergangenen Jahr arbeiteten nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 164 Millionen Menschen in fremden Ländern.

Das war ein Anstieg von neun Prozent in vier Jahren, berichtete die Organisation am Mittwoch in Genf. Zwar machen sie in Ländern mit hohen Einkommen fast ein Fünftel der Erwerbstätigen aus, aber in absoluten Zahlen ist ihr Anteil dort seit 2013 zurückgegangen: von gut 112 auf gut 111 Millionen. Mehr Migranten zögen dafür in Länder mit mittleren Einkommen. Die ILO ist Teil der Vereinten Nationen und setzt sich für soziale Gerechtigkeit und die Rechte von Arbeitnehmern ein. Die statistischen Angaben sollen helfen, den UN-Migrationspakt, der nächste Woche in Marokko verabschiedet werden soll, erfolgreich umzusetzen, sagte die ILO-Spezialistin für Arbeitsqualität, Manuela Tomei.

Saturn testet Zahlungssystem ohne Kasse im Weihnachtsgeschäft

HAMBURG (dpa) - Der Elektronikhändler Saturn testet ein neues Bezahlsystem unter harten Alltagsbedingungen.

Während des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts können die Kunden im größten Elektronikmarkt der Handelskette in der Hamburger Innenstadt ihre Waren selbst per Smartphone-App bezahlen, teilte Saturn am Mittwoch in der Hansestadt mit. Damit wolle das Unternehmen möglichst viele Erfahrungen sammeln, um das kassenlose Bezahlsystem anschließend in weiteren Märkten zu testen oder einzuführen. Saturn sieht sich damit als einer der Vorreiter im deutschen Einzelhandel. Bei zwei früheren Tests in Innsbruck und München waren zunächst ein kleinerer Markt oder nur eine einzelne Warengruppe einbezogen. Bei dem Test in Hamburg können die Kunden rund 100.000 Produkte selbst bezahlen und dann an einem Schalter entsperren lassen.

Dax auf Talfahrt

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat zur Wochenmitte weiter Boden verloren. Händler verwiesen auf anhaltende Brexit-Sorgen und zunehmende Zweifel an dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Zwischenerfolg im US-Handelsstreit mit China.

Der Dax notierte nachmittags 0,85 Prozent tiefer bei 11.239,36 Punkten. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen beinhaltet, verlor 0,45 Prozent auf 23.286,71 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte rund 0,9 Prozent ein. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1357 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1409 Dollar festgesetzt.

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