Nachrichten aus der Wirtschaft

Hauptversammlung der Audi AG in Ingolstadt. Foto: epa/Lukas Barth
Hauptversammlung der Audi AG in Ingolstadt. Foto: epa/Lukas Barth

Audi-Chef Stadler räumt Fehler bei Abgas-Software ein

INGOLSTADT (dpa) - Der Dieselskandal hat die Audi-Hauptversammlung am Mittwoch beherrscht.

Bevor Vorstandschef Rupert Stadler über das in Kürze auf den Markt kommende erste Elektroauto von Audi reden konnte, räumte er schwere Fehler im jüngsten Fall mutmaßlicher Abgas-Täuschungen ein. Und auch der erst am Vorabend zum Audi-Aufsichtsratschef gekürte neue VW-Konzernchef Herbert Diess musste in Ingolstadt Kritik von Aktionären einstecken. Am Tag vor dem Treffen war bekanntgeworden, dass Audi die Harnstoffzufuhr für die Abgasreinigung bei einer Motorreihe der A6- und A7-Modelle mitunter gedrosselt hat. «Der Arbeitsfehler in einer unserer Fachabteilungen ist gravierend. Es ist aber keine neue Manipulationssoftware», versicherte Stadler. Der betreffende Motor wurde 2014 zugelassen.

Siemens hebt Gewinnziel - Kraftwerkssparte auf Talfahrt

MÜNCHEN (dpa) - Der Elektrokonzern Siemens sieht sich angesichts wachsender Probleme in der Kraftwerkssparte bei seinem massiven Sparkurs unter Druck.

Im zweiten Geschäftsquartal verschärfte sich die Krise der Sparte und überlagerte die gute Entwicklung vor allem in der Digitalisierungs- und der Zugsparte. «Die Division Power and Gas, die für 15 Prozent unseres Umsatzes steht, agiert weiterhin in einem enorm wettbewerbsintensiven Markt», sagte Finanzvorstand Ralf Thomas. Siemens will in der Kraftwerkssparte weltweit tausende Jobs kappen. Erst am Vortag hatte der Dax-Konzern die Einigung auf Eckpunkte für Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan mit Arbeitnehmervertretern verkündet.

ESM-Chef Regling warnt vor nächster Finanzkrise

LUXEMBURG/DUBLIN (dpa) - Der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, warnt vor einer neuen Finanzkrise in Europa.

Deshalb müssten nun dringend Reformen umgesetzt werden. «Es ist sicher, dass es eine nächste Krise geben wird», sagte Regling am Mittwoch in Dublin. Unklar sei nur der Zeitpunkt. «Wenn wir es versäumen, die Währungsunion jetzt zu vertiefen, wird die nächste Krise uns zwingen, es zu tun.» Bei den Reformen geht es vor allem um die Einführung eines gemeinsamen Sicherungssystems für Sparguthaben sowie den Ausbau des ESM zu einem europäischen Währungsfonds. Vor allem in Deutschland gibt es erhebliche Vorbehalte gegen die Sicherung. Banken fürchten, im Zweifelsfall für Geldinstitute in Krisenländern haften zu müssen.

Bahn-Kunden erhalten rund 30 Millionen Euro Entschädigung

BERLIN (dpa) - Für Verspätungen und Zugausfälle haben Bahn-Fahrgäste im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro als Entschädigung erhalten.

Rund eine Million Kunden nutzten die Möglichkeit, eine Entschädigung zu beantragen, wie es am Mittwoch aus Branchenkreisen hieß. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung über den Anstieg der Summe berichtet. Es ist der zweithöchste Wert seit 2010. Betroffen waren neben der Deutschen Bahn auch Konkurrenten, die im Nahverkehr inzwischen etwa jeden dritten Zug fahren. Im vorigen Jahr hatte es mehr Ausfälle und Verspätungen gegeben. Zu den Gründen zählten Brandanschläge auf Bahnanlagen, die Streckensperrung der wichtigen Rhein-Verkehrsachse bei Rastatt und die schweren Herbststürme.

Telekom vom starken Euro gebremst - Vodafone will attackieren

BONN (dpa) - Die Deutsche Telekom kann weiter auf einen guten Lauf bei ihrer vor einer Megafusion stehenden US-Tochter zählen.

In Deutschland bereitet eine andere milliardenschwere Übernahme Telekom-Chef Tim Höttges aber Kopfschmerzen: Den geplanten Kauf des Kabelanbieters Unitymedia durch den britischen Telekom-Rivalen Vodafone finde er «wettbewerbsverzerrend», sagte Höttges am Mittwoch bei der Vorlage der Quartalszahlen in Bonn. Er kündigte Widerstand gegen das Vorhaben an. Zum Jahresauftakt fuhr der Telekom im eigentlich so gut laufenden Mobilfunkgeschäft von T-Mobile US der starke Euro in die Parade. Der Umsatz ging konzernweit zurück, das operative Ergebnis stagnierte.

Teyssen: Innogy-Übernahme ist für Eon «einzigartige Chance»

ESSEN (dpa) - Eon-Chef Johannes Teyssen hat den Mitarbeitern des Konkurrenten Innogy nach der geplanten Übernahme eine faire Behandlung zugesagt.

«Keiner von Innogy wird schlechter behandelt als ein Eon-Mitarbeiter. Sie können mich beim Wort nehmen», sagte Teyssen am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns in Essen. Eon will das Netz- und Kundengeschäft der RWE-Tochter Innogy übernehmen. Dabei sollen bis zu 5000 Stellen entfallen. Bei den rund 40 000 Innogy-Mitarbeitern herrscht daher Unruhe. Gewerkschaften und Betriebsräte fordern den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Dax nur dank hoher Siemens-Kursgewinne relativ stabil

FRANKFURT/MAIN (dpa) - An einem erneut vollen Tag in der Berichtssaison hat sich der Dax am Mittwoch nur dank hoher Kursgewinne der Siemens-Aktien einigermaßen stabil gezeigt.

Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex mit minus 0,03 Prozent bei 12 908,56 Punkten kaum verändert, nachdem er am Vormittag mit 12 962 Zählern kurzzeitig wieder Tuchfühlung zur runden Marke vom 13 000 Zählern aufgenommen hatte. Der Euro berappelte sich mit einem Wert von 1,1874 Dollar wieder, was den Dax prompt ausbremste. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstag auf 1,1870 (Montag: 1,1902) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8425 (0,8402) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,36 Prozent am Vortag auf 0,39 Prozent.

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