Seoul strebt keine Systemveränderung in Nordkorea an

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in hat eine Rede gehalten. Foto: epa/Yonhap
Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in hat eine Rede gehalten. Foto: epa/Yonhap

SEOUL: Südkoreas Präsident Moon Jae In hat Nordkorea am 70. Jahrestag des Ausbruchs des Korea-Kriegs (1950-53) versichert, im Ringen um einen dauer- haften Frieden keine Systemveränderung zu verfolgen. «Ich hoffe, dass wir zuerst freundschaftliche Nachbarn werden, bevor wir über eine Wiedervereinigung reden», sagte Moon am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Militärflughafen in Seoul.

Beide Länder befinden sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Der dreijährige Bruderkrieg endete mit einem Waffenstillstandsabkommen, ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht geschlossen.

Sein Land sei gegen Krieg, sagte Moon in seiner Rede. Der Wettbewerb um politische und wirtschaftliche Systeme sei schon vor langer Zeit entschieden worden. Das Bruttoinlandsprodukt Südkoreas sei heute um das Fünfzigfache größer als das Nordkoreas, «und unser Handel ist um 400 Mal größer». «Wir haben nicht die Absicht, Nordkorea in unser System zu zwingen.»

Ohne auf die jüngsten Spannungen auf der geteilten asiatischen Halbinsel einzugehen, wandte sich Moon mit einem pathetischen Friedensappell an das Nachbarland. «Ich hoffe, Nordkorea wird sich ebenfalls mutig den Bemühungen anschließen, den traurigsten Krieg in der Weltgeschichte zu beenden.»

Nordkorea hatte zuletzt verärgert über eine Propagandaflugblatt-Aktion in Südkorea reagiert und mit militärischen Aktionen gedroht. Ende Mai hatten südkoreanische Aktivisten an der Grenze in große Ballons verpackte Flugblätter mit Kritik an der autokratischen Führung in Pjöngjang in Richtung Norden losgeschickt. Am Mittwoch hatte Pjöngjang erklärt, die geplanten Militäraktionen vorerst zu stoppen.

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