KOH PHANGAN: Lob im Umgang mit ausländischen Urlaubern, die aufgrund von Flugstreichungen im Zuge der Coronavirus-Pandemie in Thailand festsitzen, erfährt Koh Phangan im südlichen Golf von Thailand. Statt mit Beschuldigungen und Misstrauen begegnen die Insulaner den Fremden mit Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Mit kleinen Gesten geben die Einheimischen den gestrandeten Ausländern immer wieder das Gefühl, willkommen zu sein.

So z.B. der lokale Künstler Chatuphum Loosiri, der auf der Insel auch als „Höhlenmensch“ bekannt ist. Mit seiner unkonventionellen Kunst in Form von bunten, fantasievollen Gesichtern, die er auf getrockneten Palmenteilen („Mok Prao“) malt, eroberte er die Herzen von Backpackern aus aller Welt im Sturm. Mit dem Ziel, den Menschen mit seiner Kunst ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, begann er seine Unikate am Straßenrand der Phra Prao Road auszustellen. Die Anzahl seiner herrlich bunten Kokosbilder, die besonders in der Corona-Krise getreu dem thailändischen Konzept des „Nam Jai“ Sinnbilder für moralische Unterstützung und Edelmut sind, stieg ebenso schnell wie seine Bekanntheit. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich seine Straßenrandgalerie zu einem populären Check-in-Spot sozialer Netzwerke.
Moralische Hilfe in der Krise

Da immer wieder Fremde mit ihren Mietmotorrädern anhielten, um seine Kunstwerke zu bestaunen und zu fotografieren, begann er damit, den Besuchern Handdesinfektionsgel anzubieten und sie einzuladen, selbst ein Mok-Prao-Bild zu malen. „Das hat dazu beigetragen, dass sich in der Krise enge Freundschaften gebildet haben“, erzählt Khun Chatuphum und fügt hinzu: „Wir teilen das Geschenk des Glücks, des Lächelns und des Lachens miteinander. Mir persönlich hilft Zeichnen und Malen, ruhig und entspannt zu bleiben, weshalb ich dachte, dass dies vielleicht auch anderen helfen könnte.“
Kollektive Kunst am Straßenrand

Khun Chatuphum führt fort, dass manchen Menschen gar nicht bewusst sei, dass sie malen können, weshalb er Neulingen immer wieder gerne die grundlegenden Maltechniken vermittelt. Bis heute haben fast 60 Personen aus mehr als 20 verschiedenen Ländern zu dem beeindruckenden und stets heranwachsenden Kunstwerk am Straßenrand beigetragen.
Mit dem Begriff „Nam Jai“ beschreiben Thailänder eine Person, die gerne Opfer für Freunde erbringt und Fremden Gastfreundschaft gewährt. So auch Khun Chatuphum: Er machte aus Fremden Freunde, indem er ihnen anfangs Handdesinfektionsmittel anbot und sie zu Malstunden einlud. Später, als er von ausländischen Touristen in Not erfuhr, gewährte er denjenigen, die wirklich in Schwierigkeiten steckten, Unterkunft sowie Verpflegung und bewies mit seinem uneigennützigen Handeln Herzlichkeit und Edelmut gegenüber Fremden.