Mine explodiert an Öltanker vor Küste Saudi-Arabiens

Foto; Pixabay/Anonymous Traveller
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DSCHISAN: Die «Agrari» hatte ihren Zielhafen in Saudi-Arabien erst am Montag erreicht, nachdem sie in Rotterdam gestartet war. Nun explodiert an dem Öltanker eine Mine. Der Angriff weckt Erinnerungen an eine Reihe gefährlicher Zwischenfälle mit Handelsschiffen im Sommer 2019.

Eine Mine ist an einem Öltanker vor der Küste Saudi-Arabiens explodiert und hat an dem Schiff im Roten Meer Schaden angerichtet. Der unter maltesischer Flagge fahrende Öltanker «Agrari» sei getroffen worden, bestätigte die griechische Reederei TMS Tankers der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Die Explosion ereignete sich der britischen Sicherheitsfirma Ambrey zufolge am Hafen eines Kraftwerks von Al-Schukaik in Saudi-Arabien. Der Rumpf des Tankers, der ohne Ladung im Hafen lag, sei dabei beschädigt worden.

Opfer gab es der Reederei zufolge nicht. Das Wasser sei auch nicht verschmutzt worden. Der Tanker sei einen Meter oberhalb der Wasserlinie getroffen worden und «stabil». Vertreter saudischer Behörden, darunter die Küstenwache, sowie der Schiffsagent, seien an Bord gegangen und hätten Ermittlungen aufgenommen.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis bestätigte den Angriff und machte die schiitischen Huthi-Rebellen indirekt dafür verantwortlich. Das Bündnis, das im Jemen gegen die Huthis kämpft, habe nach dem «versuchten Terrorakt» ein mit Sprengstoff beladenes Boot im Roten Meer zerstört, teilte die Allianz dem saudi-nahen TV-Sender «Al-Arabija» zufolge mit. Die Angriffe der Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, würden die globale Schifffahrt und den Welthandel bedrohen.

Die Huthi-Rebellen greifen vom benachbarten Jemen aus immer wieder Ziele in Saudi-Arabien an. Erst am Montag hatten die Huthis eine Anlage des staatlichen Ölkonzerns Aramco im Küstenort Dschidda in Saudi-Arabien mit einem Marschflugkörper getroffen.

Die «Agrari» hatte der Website Marine Traffic zufolge vor etwa drei Wochen den niederländischen Hafen von Rotterdam mit Kurs auf das Rote Meer verlassen. Vorher war das Schiff von Saudi-Arabien aus in Richtung Lettland gestartet. Die «Agrari» war laut Ambrey am Montag in Al-Schukaik eingetroffen und hatte dort die Ladung gelöscht, die sie zuvor in Rotterdam aufgenommen hatte.

Der Angriff erinnert auch an die Zwischenfälle im Sommer 2019 in der der Straße von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt. Dort kam es zu mehreren Attacken auf Handelsschiffe, für die die USA den Iran verantwortlich machten. Der Iran bestritt die Verantwortung daran. Das US-Militär veröffentlichte seinerzeit auch Bilder, das Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollten. Zu sehen war darin nach US-Angaben auch ein Loch, das eine Haftmine in einen Schiffsrumpf gerissen haben soll.

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Marcel Edouard Petter 26.11.20 15:03
Al Schukaik
ist wohl die deutsche Schreibweise. Al shuqaiq findet man bei Google Maps. Allerdings gibt es da kein Kraftwerk, es gibt eine Meerwasserentsalzungsanlage. Könnte ja sein, dass dieses Werk zur Energiegewinnung für die Entsalzungsanlage ein eigenes Kraftwerk betreibt...
Ingo Kerp 26.11.20 13:07
Der Stellvertreterkrieg der Sunniten gegen die Schiiten und umgekehrt. Gegenseitige Schuldvorwürfe gibt es wie Sand am Meer. Was fehlt, sind diplomatische Gespräche, zum Beendigen des Krieges. Allerdings, so lange die Waffenlieferanten für viele Millionen beide Seiten versorgen koennen, geht das Leid im Jemen weiter.