Kritiker des „Phuket-Modells“ wünschen ein Referendum

Der internationale Flughafen von Phuket. Foto: The Nation
Der internationale Flughafen von Phuket. Foto: The Nation

PHUKET: Tourismusminister Pipat Ratchakitprakarn hat zugegeben, den Plan zur Öffnung der Provinz Phuket für internationale Touristen falsch kommuniziert zu haben. Das löste bei der lokalen Bevölkerung Besorgnis und Proteste aus. Pipat sagte am Sonntag, das Ministerium sei bereit, auf Vorschläge und Beschwerden von Tourismusunternehmern in der Strandregion von Patong einzugehen.

Vertreter lokaler Unternehmen wurden eingeladen, Pläne zu erörtern, wie Touristen nach Phuket zurückzubringen sind mit ähnlichen Screening-Maßnahmen wie bei thailändischen Rückkehrern. Darüber hinaus müssen Ausländer mindestens 72 Stunden vor der Beantragung eines Visums im Besitz eines Covid-19-Zertifikats sein, und sie müssen 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt werden.

Die Regierung habe jedoch nicht die Absicht, die Einheimischen zur Annahme ihres Plans zu zwingen. Die Provinz sei ausgewählt worden, weil sich Touristen dort mindestens einen Monat lang aufhalten könnten, erläuterte der Minister. Pipat fügte an, dass die meisten Unternehmer den Plan der Regierung akzeptieren würden.

Kritiker des „Phuket-Modells“ wünschen, dass sich das Ministerium auf die thailändischen Touristen konzentriert. Das würde kein Risiko eines Covid-19-Ausbruchs in der Provinz mit sich bringen. Sie fordern die Regierung zu einem Referendum über die Öffnung Phukets für ausländische Touristen auf. Weiter sollten Einheimische mit 10.000 Baht pro Monat unterstützt werden, die Schuldenzahlungen um 1 bis 3 Jahre verzögert werden und der Tourismus durch zinsgünstige Darlehen für 5 bis 7 Jahre saniert werden.

Einheimische fordern zudem Verbesserungen im Krankenhaus von Patong und eine Modernisierung des öffentlichen Gesundheitssystems in der Provinz, um sich auf eine zweite Welle des Covid-19-Ausbruchs vorzubereiten. Zudem sollte die Provinz in den Bereichen Bildung, Stadtplanung und Wi-Fi entwickelt werden und die Schließungszeit von Vergnügungsstätten sollte bis 4 Uhr morgens verlängert werden.

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Francis Light 28.09.20 15:22
@theo kleine
Wer weiss, wie diese Bangla Road in Zukunft aussehen wird.

Aber, um jetzt in der Vergangenheit zu bleiben: Wenn Sie was von extremer nächtlicher Ruhestörung und anderem für Sie unerfreuliches schreiben:
Warum nehmen Sie dann ein Zimmer in der ausgerechnet in der Nähe der Bangla Road, wenn Ihnen das alles so stört?
theo kleine 28.09.20 14:24
Qualitätstourismus statt Massentourismus
Jetzt wäre Zeit zu einem Umschwenken von üblem Massentourismus auf Qualitätstourismus. Aber was in der Vergangenheit versäumt wurde, wird durch die Notlage jetzt nicht geschaffen werden. Wer die Besoffenen und die Nutten der Bangla Road vermisst und die Öffnung derselben bis um vier morgens mit extremer nächtlicher Ruhestörung verlangt , hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und disqualifiziert sich mit diesen Forderungen selbst. Das wegen seiner Insellage infektionsarme Mallorca wurde für die Touristen geschlossen und damit auch für ganz Spanien weil der Ballermann wieder Einzug gehalten hatte. Dasselbe gilt für die Neueröffnung der Bangla Road.Kein Mensch würde sie vermissen, wenn dieser lnfektions Schwerpunkt dauerhaft geschlossen bleibt.
Siam Fan 09.09.20 18:37
Geld verdienen wollen alle, aber..
...wer macht die Arbeit, wenn keine Burmesen, Mon, Rohingya, ... rein dürfen?
Da fängt gerade Corona in der ersten Welle zu "wüten".
Das mit dem staatlichen KH halte ich für Perlen vor die Säue geschüttet.
Solange in den PKHs nicht alles Zimmer belegt sind, wird man im StaatsKH kein Einzelzimmer bekommen.
Markus Boos 09.09.20 09:22
Hm! Brixa
In Schottland redet man von den Highlandern, in der Schweiz von Berglern und Flachländlern. Und man kann durchaus von Insulanern sprechen. Ich kann da keine Respektlosigkeit erkennen.

Wer hier Respekt fordert, sollte seinen eigenen Ton überdenken. Wir teilen hier Meinungen zum Bericht und nicht unbedingt zu einzelnen Kommentatoren.
Walter Meier 09.09.20 02:42
90/10
Einheimische Touristen bringen etwa 10% der Einnahmen, 90% kommen von Ausländern.
Je nach Quelle hängen ca. 16%-20% des BIP vom Tourismus ab. Es fehlen also zwischen 14% und 18% der bisherigen Einnahmen. Das wird übel.