PATTAYA: Nach der Festnahme von sechs pakistanischen Staatsangehörigen im Zusammenhang mit dem Verkauf angeblicher Wundermittel in Pattaya hat die Einwanderungsbehörde Chonburi ihre Ermittlungen gegen das mutmaßliche Kräuterbetrugsnetzwerk ausgeweitet. Dabei nahmen die Beamten einen weiteren pakistanischen Verdächtigen fest, der Touristen für den Besuch eines neu eröffneten Geschäfts angeworben haben soll.
Die Ermittlungen führten die Behörden zu einem weiteren Geschäft im Runway Market an der Pattaya Second Road. Nach Angaben der Einwanderungsbehörde handelt es sich um einen neuen Standort des Netzwerks, das Kräuterprodukte mit angeblichen Wirkungen wie Haarwachstum und Gewichtsverlust beworben haben soll.
Männer mit Glatze im Visier der Betrüger
Bei der Überwachung des Bereichs beobachteten die Beamten mehrere pakistanische Männer, die gezielt ausländische Touristen ansprachen. Die Anwerbeversuche richteten sich den Ermittlern zufolge insbesondere an übergewichtige Personen sowie Männer mit Glatze, denen entsprechende Produkte angeboten wurden.

Im Verlauf der Beobachtung traf ein weiterer pakistanischer Staatsangehöriger mit einem per App bestellten Fahrdienst am Geschäft ein und betrat die Räumlichkeiten. Die Beamten kontrollierten den 37-jährigen Mann. Nach Angaben der Ermittler erhielt er eine Provision von 20 Prozent auf die Verkäufe und nahm zum Zeitpunkt der Kontrolle gerade eine Auszahlung in Höhe von 1.600 Baht entgegen.
Verdächtiger erhielt Provisionen
Im Geschäft befanden sich zudem zwei thailändische Mitarbeiterinnen, die für Verkauf und Kundenbetreuung zuständig waren. Zunächst erklärten sie, Ibrahim sei lediglich zum Geldwechseln erschienen. Nachdem die Beamten Beweismaterial vorgelegt hatten, räumten sie jedoch ein, dass er Touristen zum Besuch des Geschäfts bewegte und dafür an den Verkaufserlösen beteiligt wurde.

Der Verdächtige wurde zur weiteren Befragung zur Einwanderungsbehörde Pattaya gebracht. Die Überprüfung ergab, dass sich der Mann mit einer gültigen befristeten Aufenthaltserlaubnis in Thailand aufhielt. Zudem stellten die Behörden fest, dass er offiziell bei einem Unternehmen in Bangkok beschäftigt war.
Behörden verfolgen Netzwerk weiter
Gegen den Verdächtigen wurde zunächst Anklage wegen der Ausübung einer Tätigkeit außerhalb des genehmigten Arbeitsumfangs für Ausländer erhoben. Anschließend wurde er den Ermittlern der Polizei von Pattaya zur weiteren strafrechtlichen Verfolgung übergeben. Die Behörden prüfen nach eigenen Angaben weiterhin mögliche Verbindungen zu weiteren Beteiligten und Betrieben in Pattaya.