PHNOM PENH: Kambodscha gilt als sicheres Reiseziel. Dennoch erinnert die Polizei Touristen an Meldewege bei Vorfällen. Beschwerden können in mehreren Sprachen eingereicht werden.
Kambodscha hat sich in den letzten Jahren als attraktives Reiseziel etabliert und verzeichnete allein im vergangenen Jahr rund 6,7 Millionen internationale Ankünfte. Trotz des allgemeinen Sicherheitsgefühls können Reisende gelegentlich Opfer von Kleinkriminalität werden. Aus diesem Grund hat der Nationale Polizeikommissar, Sar Thet, am 11. März 2025 eine Direktive herausgegeben, die das Verfahren zur Einreichung von Beschwerden für Touristen erläutert.
Laut der Direktive sollten Beschwerden direkt beim Department of Tourism Police oder den untergeordneten Einheiten sowie bei der nächstgelegenen lokalen oder Distrikt-Polizeistation eingereicht werden. Die Beschwerden können in Khmer, Englisch oder Französisch verfasst sein. Andere Sprachen werden akzeptiert, sofern sie in eine der genannten Sprachen übersetzt wurden.
Nach Eingang einer Beschwerde sind die Behörden verpflichtet, den Beschwerdeführer gemäß den standardmäßigen rechtlichen Verfahren zu befragen. Anschließend sollten sie den Tatort aufsuchen, eine Untersuchung durchführen und Beweise sammeln. Die Ermittlungen sollten fortgesetzt werden, bis ein Verdächtiger festgenommen und dem Gericht für weitere rechtliche Schritte übergeben wird.
Steigender Tourismus und Sicherheitsmaßnahmen
Kambodschas Politik der offenen Himmel und die nationale Tourismuspolitik, die die Sicherheit aller im Land anwesenden Personen gewährleisten, haben zu einer raschen Entwicklung geführt und das Land zu einem der beliebtesten Touristenziele in der Region gemacht. Diese Faktoren haben zu einem stetigen Anstieg der Zahl ausländischer Touristen von Jahr zu Jahr beigetragen.
Im Jahr 2024 generierte die Tourismusindustrie Kambodschas Einnahmen in Höhe von 3,637 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Einnahmen machten etwa 9,4 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts des Landes aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2019, vor der COVID-19-Pandemie, betrugen die Gesamteinnahmen aus dem internationalen Tourismus 4,92 Milliarden US-Dollar und trugen 12,1 % zum BIP bei.
Erfolge und Herausforderungen der Polizei
In der Vergangenheit hat die nationale Polizei intensiv und aktiv daran gearbeitet, die Sicherheit von Touristen und ausländischen Investoren zu gewährleisten, und dabei gute Ergebnisse erzielt. Viele Touristen haben die aufmerksame Betreuung durch die Polizei gelobt. Trotz dieser Bemühungen wurden jedoch einige Touristen von geringfügigen Straftaten oder Unfällen betroffen, die ein schnelles Eingreifen und eine Lösung durch die nationalen Polizeibehörden erforderten.
Empfehlungen für Touristen
Um das Risiko, Opfer von Kriminalität zu werden, zu minimieren, wird Touristen geraten, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört, nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen mitzuführen. Nachts sollte man möglichst nicht allein unterwegs sein und die Rückfahrt zur Unterkunft im Voraus organisieren. Hand- und Schultertaschen sollten im Tuktuk und auf dem Motorrad nicht mitgeführt werden; Taschen sollten auf der von der Straße abgewandten Seite gehalten werden. Für Fahrten zum Flughafen sind geschlossene Transportmittel vorzuziehen. Bei Überfällen sollte kein Widerstand geleistet werden. Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sollten sicher aufbewahrt werden.
Bei Privateinladungen ist große Umsicht geboten, und man sollte skeptisch sein. Den Reisepass sollte man nicht als Pfand bei der Anmietung von Verkehrsmitteln hinterlegen. In größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen oder im Bus sollte man besonders aufmerksam sein und auf seine Wertsachen achten. Bei ungewohnten E-Mails, Gewinnmitteilungen, Angeboten und Hilfsersuchen angeblicher Bekannter ist Skepsis angebracht. Man sollte keine persönlichen Daten teilen, sondern sich gegebenenfalls persönlich vergewissern oder sich an die Polizei wenden.
Kontaktinformationen der Touristenpolizei
Für den Fall, dass Touristen Unterstützung benötigen, stellt die Touristenpolizei in verschiedenen Regionen Kambodschas Kontaktinformationen zur Verfügung:
- Phnom Penh: +855 (0)12 945 148
- Sihanoukville: +855 97 778 0008 / +855 81 500 614
- Siem Reap: +855 (0)12 402 424 / +855 98 677 775
Es wird empfohlen, diese Nummern bei Bedarf zu nutzen und sich im Falle eines Vorfalls unverzüglich an die zuständigen Behörden zu wenden.
Kambodscha bleibt ein sicheres und einladendes Reiseziel für Touristen aus aller Welt. Die Bemühungen der nationalen Polizei, die Sicherheit zu gewährleisten und klare Verfahren für den Umgang mit Beschwerden bereitzustellen, unterstreichen das Engagement des Landes für den Schutz seiner Gäste. Touristen sollten jedoch stets wachsam bleiben und die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen beachten, um ihre Reise so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.