Israel bringt neuen Spionagesatelliten «Ofek 16» ins All

Start des Aufklärungssatelliten
Start des Aufklärungssatelliten "Ofek 16" auf dem Luftwaffenstützpunkt Palmachim in Israel. Foto: epa/Verteidigungsministerium

TEL AVIV: Vor dem Hintergrund neuer Spannungen mit dem Iran hat Israel einen Spionagesatelliten ins All geschossen. Der Satellit «Ofek 16» sei in der Nacht in eine Erdumlaufbahn gebracht worden, teilte das israelische Verteidigungsministerium am Montag mit. Die Datenübertragung habe plangemäß begonnen. Vor Beginn des vollen Einsatzes seien aber noch mehrere Tests geplant.

Der elektrooptische Satellit wurde vom Verteidigungsministerium und von der Israelischen Raumfahrtindustrie (IAI) entwickelt. Er sei von einem Ort im Zentrum Israels aus von einer Schavit-Rakete ins All geschossen worden, hieß es in der Mitteilung.

Verteidigungsminister Benny Gantz sprach von einer «weiteren außergewöhnlichen Errungenschaft für den Verteidigungsapparat». Er sagte: «Technologische Überlegenheit und geheimdienstliche Fähigkeiten sind essenziell wichtig für die Sicherheit des Staates Israel.» Wie verschiedene Vorgängermodelle soll der Spionagesatellit zur verbesserten militärischen Aufklärung beitragen.

Amos Jadlin, ehemaliger Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, schrieb bei Twitter, der Einsatz von «Ofek 16» verleihe Israel «besondere strategische und geheimdienstliche Fähigkeiten». Dies sei vor allem bedeutsam «in diesen Tagen, in denen sich eine mögliche Eskalation mit dem Iran abzeichnet».

Nach einem Brand in der Atomanlage Natans war unter anderem über einen ausländischen Cyberangriff spekuliert worden. Der israelische Außenminister Gabi Aschkenasi sagte am Sonntag zu der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm: «Wir ergreifen Maßnahmen, über die man besser nicht sprechen sollte.» Gantz sagte dagegen: «Nicht jeder Vorfall im Iran steht mit uns in Verbindung. »

Israel wirft Teheran vor, weiter an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der jüdische Staat sieht sich durch den Iran in seiner Existenz bedroht. Unter anderem hatte Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei Israel vor kurzem als Geschwulst in der Nahost-Region bezeichnet, das mit einem Dschihad (Heiliger Krieg) der Palästinenser entwurzelt und entfernt werden müsse.

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