BANGKOK: Thailands Tourismusindustrie sieht sich mit einer wachsenden Bedrohung durch illegale Reiseveranstalter konfrontiert, die gegen lokale Gesetze verstoßen, indem sie sich als Direktvertriebs- und Multi-Level-Marketing-Unternehmen tarnen.
Jaturon Phakdeewanit, Generaldirektor des zuständigen Ministeriums, berichtet von mehr als hundert Verdachtsfällen, die durch den Einsatz von Nominees und Preisdumping-Strategien gekennzeichnet sind. Diese Zahl mag im Vergleich zu den 13.000 lizenzierten Reiseunternehmen in Thailand gering erscheinen, doch der Schaden, den sie anrichten, ist beträchtlich: Ein Großteil der Einnahmen aus diesen Geschäften fließt ins Ausland und entzieht sich somit der lokalen Wirtschaft.
Die Tourismusbehörde hat bereits gegen 40 Unternehmen Maßnahmen ergriffen, darunter die Entziehung der Lizenzen von zehn Firmen. Diese Unternehmen nutzten illegale ausländische Reiseleiter und setzten aggressive Preisdumpingstrategien ein. Ihre Verkaufs- und Transaktionsunterlagen werden derzeit genau untersucht, um die vollständige Bandbreite ihrer illegalen Aktivitäten zu erfassen.
Ein spezielles operatives Zentrum, das aus sechs Regierungsbehörden besteht, wurde eingerichtet, um diesen Praktiken entgegenzutreten. Trotz anhaltender Beschwerden, die zum Teil auch auf falsche Anschuldigungen zurückzuführen sind, zielt die Behörde darauf ab, die Untersuchung aller verdächtigen Unternehmen bis Ende des Jahres abzuschließen.
Besonders beliebt bei den illegalen Anbietern sind Angebote für chinesische Touristen, die durch niedrige Mitgliedsbeiträge und kostenlose Reisen angelockt werden. Diese Touren führen oft zu bestimmten Einkaufsstätten innerhalb des Netzwerks der Anbieter, wo die Touristen zum Kauf überteuerter Produkte und Souvenirs gedrängt werden. Die illegalen Unternehmen profitieren von Provisionen, die von diesen Verkaufsstellen gezahlt werden.
Adith Chairattananon, ehrenamtlicher Generalsekretär des Verbandes der thailändischen Reisebüros, hebt hervor, dass diese unlauteren Geschäftspraktiken nicht nur den lizenzierten Reiseveranstaltern schaden, indem sie ihnen Marktanteile entziehen, sondern auch die von der Regierung angestrebten Tourismuseinnahmen von 3,5 Billionen Baht gefährden.