Hoteliers beklagen Touristenflaute

Wie auch viele andere Touristengebiete im Land leidet die Hotelbranche in Chiang Mai unter sinkenden Besucherzahlen. Foto: The Thaiger
Wie auch viele andere Touristengebiete im Land leidet die Hotelbranche in Chiang Mai unter sinkenden Besucherzahlen. Foto: The Thaiger

CHIANG MAI: Die Hotelwirtschaft der Nordmetropole befürchtet sowie auch viele andere Touristengebiete des Landes ein schwaches Touristenaufkommen zum Jahresende.

Als Gründe für den drastischen Rückgang der Besucherzahlen benennt die Branche die Stärke vom Baht, das Überangebot an Zimmern und die wachsende Beliebtheit von Unterkünften bei Privatanbietern wie Airbnb. Schwer zu schaffen machte den Hoteliers im Norden zudem bereits die Smogkrise zum Jahresanfang, die dazu führte, dass Buchungen ausblieben.

Der Besucherschwund wird besonders beim Blick auf die Auslastungsquote im dritten Quartal dieses Jahres deutlich: 20 Prozent gegenüber 80 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Gemäß den Hoteliers in Chiang Mai ist das dritte Jahresquartal normalerweise wegen der Schulferien in Europa und China eine relativ geschäftige Zeit, doch selbst die sogenannte „Goldene Woche“, wenn Millionen Chinesen auf Urlaub gehen, verlief vergleichsweise ruhig. Sie prophezeien, dass sich die durchschnittliche Auslastung bis zum Jahresende auf höchstens 60 Prozent einpendeln wird.

Kopfschmerzen bereitet ihnen auch das massiv gestiegene Zimmerangebot in der Nordmetropole: So stieg die Kapazität innerhalb von nur zwei Jahren um 10.000 neue Zimmer auf insgesamt 60.000 Zimmer.

Berichten der „Bangkok Post“ folgend besuchten in den ersten acht Monaten dieses Jahres 6,38 Millionen Touristen Chiang Mai, was einem Rückgang von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

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JoHu 12.10.19 14:38
@Wolfgang Grille
War auch erstaunt! Wenn man allerdings betrachtet, dass dort das Zimmerangebot innerhalb des letzten Jahres von 50.000 auf 60.000 Zimmer angestiegen ist, dann stellen diese 10.000 eine Steigerung von 20 % dar. Selbst bei gleichbleibender Besucherzahl liegt die Auslastung dann nur noch bei 66,67 %. Der Rückgang um 2,2 %, mehr Angebote von Airbnb etc. lassen dann die 60 % schon eher realistisch erscheinen.
Wolfgang Grille 12.10.19 13:30
Auslastung nur 60 % ....
... aber nur 2,2 % Touristenrückgang? Wie passt das zusammen?
THOMAS S 08.10.19 20:39
Komisch
Erst vor kurzen wurde doch wieder von Touristen Zuwachs gesprochen. Aber eben nicht in Chiang Mai. Müssen anscheinend alle in ihrem Hotel aufhalten 24 Stunden.
Thomas 08.10.19 16:00
Also Städte gucke ich auch nicht
... unbedingt an, eher doch Landschaft und Kultur. Wenn die jedoch IN den Städten zu modern und kommerziell wird (wie ein eigentlich toller Umzug zu Loy Kratong, der 2019 eher zur Werbeschau verkam) wird keiner mehr kommen. Ja, Preise, Überangebot, Wechselkurse, SMOG (leider für die meisten Menschen dann immer, und nicht nur real von Feb bis Mai) sowie Meldungen zu Diebstahl, und Taxipreisen und der Müll ... schlägt irgendwann mal durch. Und ist der Ruf mal ruiniert ... wird es harte Arbeit.
Ingo Kerp 08.10.19 15:52
Es gibt wohl inzwischen kaum eine Branche, die nicht über den starken Baht besorgt ist und dies auch der Regierung vorträgt. Die Überkapazität an Zimmern/Hotels/Resorts ist der eigenen Unvernunft und Mißplanung zuzuschreiben. Einen Automatismus, wie man dachte, gibt es für Steigerungen den Tourizahlen nicht. Hinzu kommt die momentan auch schwache Auftragslage in einzelnen Betrieben. Überstunden gibt es nicht nur keine, sondern inzwischen auch Entlassungen. Man darf gespannt sein, wann dem starken THB-Kurs gegen gesteuert wird.