BANGKOK: Das thailändische Unternehmen Thai Herbal Hong Thai hat eine große Rückrufaktion gestartet, nachdem die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) eine mikrobielle Verunreinigung in einer Produktionscharge festgestellt hatte. Betroffen sind rund 200.000 Einheiten des beliebten Kräuterinhalators „Hong Thai Formula 2“. Das Unternehmen verspricht strengere Qualitätskontrollen in Zukunft.
Nach Angaben des thailändischen Nachrichtenportals The Nation hat der Hersteller Thai Herbal Hong Thai Ltd. die Rückrufaktion für die Produktionscharge 000332 eingeleitet, nachdem die FDA bei einer routinemäßigen Kontrolle eine mikrobielle Kontamination über den zulässigen Grenzwerten festgestellt hatte. Betroffen ist ausschließlich eine Charge, die im Dezember 2024 hergestellt wurde.
Unternehmensgründer Teerapong Rabueathum betonte, dass alle übrigen Chargen von der Maßnahme unberührt bleiben und weiterhin sicher verkauft werden dürfen. Meldungen über eine generelle Produktions- oder Verkaufssperre seien unzutreffend. Laut Hong Thai sei die betroffene Charge bereits weitgehend vom Markt genommen worden.
FDA bestätigt Kontaminationsbefund
Die FDA teilte mit, dass in den Inhalatoren Mikroorganismen nachgewiesen wurden, deren Konzentration über den gesetzlichen Sicherheitsstandards lag. Um welche Art von Bakterien es sich handelt, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Die Behörde prüft derzeit mögliche gesundheitliche Risiken für Verbraucher.
Der betroffene Inhalator, „Hong Thai Herbal Inhaler Formula 2“, ist in Thailand ein weit verbreitetes Produkt, das vor allem gegen Schwindel, Übelkeit und Erkältungssymptome genutzt wird. Laut dem Hersteller enthielt die interne Qualitätskontrolle vor der Registrierung keine Auffälligkeiten. Das Unternehmen will nun gemeinsam mit der FDA klären, wie es zu der Verunreinigung kommen konnte.
Rückruf und Vernichtung der Produkte
Hong Thai hat nach eigenen Angaben mit der Rückholung der betroffenen Charge begonnen, von der noch ein Teil im Umlauf war. Insgesamt handelt es sich um rund 200.000 Dosen. Die offizielle Vernichtung der zurückgerufenen Produkte soll am 4. November 2025 erfolgen, in Abstimmung mit der FDA.
Nach Abschluss der Rückrufaktion plant das Unternehmen eine öffentliche Pressekonferenz, um die Ergebnisse der Untersuchungen zu erläutern und künftige Präventionsmaßnahmen vorzustellen. Dabei soll auch die Transparenz gegenüber Verbrauchern und Händlern gestärkt werden.
Hong Thai hat Händlern und Kunden, die noch Produkte aus der betroffenen Charge besitzen, angeboten, diese zurückzugeben. Käufer erhalten eine vollständige Rückerstattung oder auf Wunsch Ersatzprodukte in gleicher Menge – ohne zusätzliche Kosten.
Unternehmen kündigt strengere Kontrollen an
In einer offiziellen Stellungnahme bekräftigte Thai Herbal Hong Thai seinen Respekt vor den Ergebnissen der FDA-Untersuchung und betonte, die Sicherheit der Verbraucher stehe an oberster Stelle. Das Unternehmen kündigte eine umfassende Überarbeitung der Produktionsprozesse an.
Zukünftig sollen zusätzliche Qualitätsprüfungen in allen Herstellungsphasen eingeführt werden, darunter neue Maßnahmen zur Sterilisation, etwa durch den Einsatz von UV-Technologie. Ziel sei es, eine gleichbleibend hohe Produktqualität zu gewährleisten und die Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Charge zu verbessern.
Rabueathum erklärte, die Zusammenarbeit mit der FDA werde fortgesetzt, um sicherzustellen, dass alle regulatorischen Anforderungen eingehalten werden. Das Unternehmen wolle die betroffenen Produkte vollständig aus dem Markt entfernen und gleichzeitig das Vertrauen seiner Kunden zurückgewinnen.
Kräuterinhalatoren – beliebtes Alltagsprodukt
Kräuterinhalatoren gehören in Thailand zum festen Bestandteil des Alltags. Sie werden häufig in Apotheken, Supermärkten und sogar an Straßenständen verkauft. Besonders Touristen kaufen sie als preisgünstige und natürliche Alternative zu konventionellen Arzneimitteln.
Die Produkte enthalten in der Regel ätherische Öle und pflanzliche Extrakte, die belebend oder beruhigend wirken sollen. Laut Experten bergen sie bei sachgemäßer Anwendung kaum Risiken – solange sie unter hygienischen Bedingungen produziert werden. Fälle mikrobieller Verunreinigung sind jedoch selten, da die Inhaltsstoffe meist konservierend wirken.
Hintergrund und Marktreaktion
Nach Bekanntgabe des Rückrufs reagierten Apotheken und Händler landesweit schnell und entfernten betroffene Produkte aus ihren Regalen. Verbraucherverbände lobten die zügige Reaktion von Hong Thai, mahnten jedoch eine strengere Eigenkontrolle in der gesamten Branche an.
Thailand erlebt seit einigen Jahren einen Boom bei pflanzlichen Heilmitteln und Wellness-Produkten. Die Nachfrage nach Kräuterinhalatoren, Salben und Ölen hat sich nach der Pandemie deutlich erhöht. Mit der wachsenden Popularität steigt jedoch auch die Verantwortung der Hersteller, Sicherheits- und Hygienestandards konsequent einzuhalten.
Die FDA hat in den vergangenen Monaten verstärkt Kontrollen bei Produzenten von Gesundheitsprodukten durchgeführt. Neben Hong Thai waren auch mehrere Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und kosmetischen Artikeln betroffen. Ziel ist es, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und Thailand als sicheren Markt für pflanzliche Produkte zu positionieren.
Für Konsumenten empfiehlt die Behörde, stets auf die Registrierungsnummer der FDA zu achten und Produkte nur bei autorisierten Händlern zu kaufen. Rückrufaktionen wie im Fall Hong Thai gelten als Beleg dafür, dass die thailändischen Kontrollmechanismen zunehmend effektiv greifen.