BANGKOK: Thailand verschärft ab Samstag (8. November 2025) die Kontrolle über den Alkoholkonsum: Wer zwischen 14.00 und 17.00 Uhr alkoholische Getränke konsumiert oder serviert bekommt, muss mit Geldstrafen ab 10.000 Baht (rund 270 Euro) rechnen.
Die Änderungen des Alkoholkontrollgesetzes zielen darauf ab, den Konsum stärker zu regulieren, indem Verantwortung nicht nur auf die Verkäufer, sondern auch auf die Konsumenten übertragen wird.
Alkoholgesetze greifen nun auch bei Gästen
Seit 1972 gilt in Thailand ein Verkaufsverbot von Alkohol in den Nachmittagsstunden. Neu ist, dass nun auch Privatpersonen bestraft werden können, wenn sie in dieser Zeit trinken oder alkoholische Getränke in verbotenen Bereichen konsumieren. Ausnahmen gelten für lizenzierte Unterhaltungsstätten, Hotels, touristisch zertifizierte Betriebe und internationale Flughäfen. Werbung für Alkohol ist künftig nur noch in streng sachlicher Form erlaubt – der Einsatz von Prominenten und Influencern wird untersagt.
Gastronomie warnt vor Umsatzeinbußen
Kritik kommt aus der Gastronomiebranche: Der Präsident des thailändischen Restaurantverbands, Chanon Koetcharoen, warnt vor Umsatzeinbußen, da nun die Gäste selbst „eingeschränkt“ würden. Bereits der Konsum eines kurz vor 14.00 Uhr bestellten Getränks über die Verbotszeit hinaus kann als Gesetzesverstoß gewertet und mit einer Geldstrafe geahndet werden.
Neue Regeln verunsichern Touristen
In belebten Touristengebieten wie der Khao San Road in Bangkok sorgen die neuen Regeln für Verunsicherung. Einige Lokale operieren tagsüber als Restaurants und abends als Bars, wobei die Kontrollen eher lax gehandhabt werden. Doch auch dort fürchten Betreiber und Personal, dass der Alkoholverkauf während der Sperrzeiten um die Hälfte einbrechen könnte.
Kritik an möglicher Willkür und Korruption
Zusätzlich wird befürchtet, dass die verschärften Bestimmungen Raum für willkürliche Kontrollen und korruptionsanfällige Situationen bieten. Der oppositionelle Abgeordnete Taopiphop Limjittrakorn kritisiert, dass die Änderungen vor allem Gegnern des Alkoholkonsums dienten. Er plädiert für einen 24-Stunden-Verkauf – auch im Sinne der Transparenz für Touristen, die die komplexen Regelungen kaum überblicken könnten.
In Thailand, dessen Mehrheitsreligion der Buddhismus ist, gilt der Verzicht auf Alkohol als eine der Fünf Silas (ethische Grundsätze). Dennoch bleibt fraglich, ob die neuen Regeln ihren Zweck erfüllen oder vielmehr neue Konflikte und Unsicherheiten schaffen.