BANGKOK: Die thailändische Regierung will künftig härter gegen E-Zigarettenraucher vorgehen. Wer solche Produkte konsumiert, kann wegen des Erwerbs geschmuggelter Waren strafrechtlich belangt werden, wie Regierungssprecher Anukul Prueksa-anurak am Donnerstag (24. April 2025) erklärte.
Die Maßnahmen richten sich demnach nicht nur gegen Schmuggler und Händler, sondern auch gegen Endverbraucher. „Raucher von E-Zigaretten können wegen des Besitzes geschmuggelter Waren angeklagt werden“, sagte Anukul. Laut dem Zollgesetz drohen bei Verstößen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und/oder Geldbußen in vierfacher Höhe des Warenwertes inklusive Abgaben.
Obwohl E-Zigaretten in Thailand verboten sind, werden sie vielerorts offen verkauft – auch in der Nähe von Schulen. Dies habe zu einem besorgniserregenden Anstieg des Konsums bei Jugendlichen geführt. Kürzlich sei es zudem zu mehreren Krankenhauseinweisungen von Teenagern mit Lungenschäden gekommen.
Eine Studie des Ramathibodi Hospital ergab, dass die Behandlung von Vaping-bedingten Erkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), Schlaganfall, Herzinfarkt und Asthma im vergangenen Jahr rund 306 Millionen Baht gekostet habe.
Der Anteil der E-Zigarettennutzer in der Altersgruppe von 15 bis 29 Jahren sei von 5,8 Prozent im Jahr 2019 auf 12,2 Prozent im Jahr 2024 gestiegen, so Anukul weiter.
Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra hatte kürzlich eine verschärfte Durchsetzung des E-Zigaretten-Verbots angeordnet, insbesondere im Hinblick auf den Onlinehandel. Laut Anukul sei der Verkauf sowie die Nutzung von E-Zigaretten seit Beginn der Kampagne vor zwei Monaten um über 80 Prozent zurückgegangen.